21.9. bis 15.03.2009
Die Glashütte Gernheim ist in den letzten Jahren zu einem Zentrum der modernen Glaskunst geworden. Anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens zeigt die Glashütte Gernheim eine Ausstellung der Glaskünstler Korbinian Stöckle und Heikko Schulze Höing. Heikko Schulze Höing und Korbinian Stöckle arbeiten seit zehn Jahren gemeinsam am Ofen der Glashütte Gernheim und richteten hier ein Zentrum für internationale Glaskunst ein. Ihre Werke zeigen eine eigenständige Tendenz der aktuellen Glaskunst. Das Spektrum der ausgestellten Glasobjekte reicht von Vasen, die in handwerklich aufwendigen Techniken hergestellt und bearbeitet wurden, bis hin zu abstrakten Skulpturen von metaphorischem Gehalt. Im Glas findet Heikko Schulze Höing ein adäquates Ausdrucksmittel, das seine inneren Bilder in neugeschöpfte äußere Welten transponiert. Er kombiniert es mit anderen Materialien wie Metall oder Stein, um die besonderen Qualitäten des Werkstoffes Glas hervorzuheben. Dazu verwendet er auch Fundstücke, so dass zufällig Gegebenes und bewusst Geformtes eine spannungsträchtige Einheit bilden. Korbinian Stöckle erforscht mit Hilfe der Glaskunst das Verhältnis von Wahrheit und Konvention. Sie bietet für ihn die Möglichkeit, ein Absolutes hinter der Oberfläche der Erscheinungen zu enthüllen. Stöckles Werke irritieren nicht einfach das Gewohnte: Indem sie sinnliche wie rationale Wahrnehmungsebenen vereinen, vermögen sie Erkenntnisprozesse auszulösen. Für seine Arbeiten erhielt er bereits zahlreiche Preise. Biographisches Korbinian Stöckle absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Glasmacher, darauf aufbauend studierte er an der Staatlichen Akademie für bildende Künste Stuttgart Glasgestaltung und Bildhauerei. Im Rahmen einer stetigen Kooperation mit dem Bild Werk Frauenau leitet er seit den 1990er Jahren Workshops und wird als Dozent an zahlreiche Hochschulen berufen. Auslandsaufenthalte führten ihn nach Japan, Schweden und in die USA. Seine Werke waren bereits in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. Für die Glashütte Gernheim ist er seit 1998 tätig. Heikko Schulze Höing ist ausgebildeter Glasgraveur. Im Laufe seiner Tätigkeit für das Bild Werk Frauenau wandet er sich auch der heißen Glasbearbeitung zu Dort begründete er gemeinsam mit anderen Künstlern das ‚Atelier Männerhaut’. Er arbeitet in Hannover zunächst als freischaffender Glaskünstler, bevor er 1998 gemeinsam mit Korbinian Stöckle die Werkstätten der Glashütte Gernheim aufbaute. Er beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen und erhielt zuletzt den Internationalen Uelzer Glaskunstpreis. Zu der Ausstellung wird ein Katalog erscheinen.
Albert Renger-Patzsch
Industriefotografien für SCHOTT
4.4.–3.6.2012
Eröffnung: Mi, 4.4. 18 Uhr
Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Schaffen des Fotografen Albert Renger-Patzsch bei dem Glasproduzenten Schott in Jena und Mainz zwischen 1930 und 1950. Gezeigt werden Vintage Prints und Glasplattennegative aus dem Bestand Albert Renger-Patzsch der SCHOTT AG. Die Fotografien sind zum großen Teil noch unveröffentlicht. Sie wurden im Auftrag der Firmenleitung angefertigt und zeigen charakteristische Stationen der Spezialglasfertigung. Albert Renger-Patzsch gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Fotografie der Neuen Sachlichkeit.
4.4.–20.5.2012
Foto Forum Minden: Plakativ
Die Jahresausstellung des Foto Forum Minden zeigt Fotografien freier Themenwahl, die jedoch eine Gemeinsamkeit aufweisen: Sie sind grell, bunt, extravagant und ein wenig herausfordernd.
10.6.–4.11.2012
ROTATION SiO2
200 Jahre Glashütte Gernheim
Eröffnung: So, 10.6., 11 Uhr
Zum dritten Mal stellt die Glaskünstlervereinigung NRW in der Glashütte Gernheim aus, diesmal zum 200-jährigen Jubiläum. Nach einem Heißglasworkshop mit den Gernheimer Glasmachern, die ebenfalls an der Ausstellung teilnehmen und anschließender weiterer Arbeit bei den Künstlerinnen und Künstlern im Atelier, wird das Ergebnis der künstlerischen Arbeit in der Ausstellung „ROTATION SiO2“ zu sehen sein. Alle Arbeiten wurden speziell für diese Ausstellung und das Herrenhaus als Ausstellungsgebäude geschaffen und nehmen Bezug auf die Geschichte des Ortes und der Glashütte.