Die Glashütte Gernheim wurde 1812 von den Bremer Kaufleuten Schrader und Lampe gegründet. Für den Betrieb warb man Fachleute aus Thüringen und Böhmen an und baute für deren Familien kleine Reihenhäuser. In der Expansionsphase der Hütte in den 1820er Jahren errichteten die Fabrikherren, nach englischem Vorbild, den markanten Glasturm für die Produktion von Fensterglas. Ihre Waren exportierte die Hütte über die Weser in die ganze Welt. Auch die Kohle für die Schmelzöfen kam über den Fluss. Ihr Transport war am Ende so teuer, dass die Produktion unwirtschaftlich wurde. 1877 erlosch das Feuer in Gernheim. Über 100 Jahre lag die Glashütte im Dornröschenschlaf, bis der LWL das Gebäudeensemble in sein Industriemuseum übernahm. Nach umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen an dem Baudenkmal wurde das Museum 1998 eröffnet.