Wie Wattebäusche stecken die kugeligen Samen der Baumwollpflanze in ihren Kapseln. Sie wirken unscheinbar, und doch gehören die weißen Fasern zu den wichtigsten und profitträchtigsten Rohstoffen der Welt - noch. Das „weiße Gold“ steht im Mittelpunkt der neuen Spinnerei-Saison, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag, 28. April, in seinem TextilWerk Bocholt eröffnet. In der ehemaligen Spinnerei Herding, in der über Jahrzehnte Baumwolle zu Fäden versponnen wurde, beleuchten mehrere Ausstellungen unterschiedliche Facetten aus Anbau und Nutzung der Kulturpflanze:
Vom Produzenten zum Konsumenten ging die Baumwolle schon zu Kolonialzeiten um die Welt. Heute haben sich lediglich ihre Routen verändert. Der Fotograf Hans Peter Jost und die Journalistin Christina Kleineidam bereisten zwischen 2006 und 2010 die wichtigsten Anbauregionen. In Indien, China, Brasilien, Amerika, Usbekistan, Mali und Tansania portraitierten sie die Lebensbedingungen, die die Baumwolle „geschaffen“ hat. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Menschen, die in Anbau, Ernte, Verarbeitung und Vermarktung der Baumwolle involviert sind. Ihre Fotos und Berichte zeigt die Ausstellung „Cotton Worldwide“.
Das LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt öffnet die Schatzkammer seiner Musterbücher. In der Ausstellung machen über 100 dieser kostbaren Objekte deutlich, welche unterschiedlichen Gewebe in den letzten 150 Jahren (auch) aus Baumwolle hergestellt wurden. Dabei widmet sich das Textilwerk vor allem den Beständen an jüngeren Textilien aus Betrieben der Region. Aufwändige Entwürfe, Patronen, Musterzeichnungen, Gewebeproben und Stoffmuster veranschaulichen die Fülle der Gestaltungsmöglichkeiten und Herstellungsweisen. Qualitätsvolle, industriell gefertigte Massenware wurde für veiel erschwinglich und ermöglichte die Umsetzung eines stimmigen textilen Interieurs im eigenen Heim. Dabei zeigt sich neben dem Wunsch der Behaglichkeit und Repräsentation auch die Suche nach neuen Raumgestaltungsmöglichkeiten durch Textilien.
Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie auf der Ausstellungsseite!
Die Ausstellung „pieced up contrasts“ rückt die spannende Schönheit von Kontrasten in Kreationen wundervoller Abendkleider in den Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit einigen Ausstellern der „Heimtextil“ 2013 entstanden an der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode unter Leitung von Ina Franzmann und Rita Krampe-Balzer skulpturale bis avantgardistische Modelle, die Wirkung und Einsatzmöglichkeit innovativer Textilien in ungewohnter Perspektive beleuchten.
Weitere Informationen zu der Aussetllung finden Sie auf der Ausstellungsseite!
„Zwischen-Räume 2.0“ bietet neue Einblicke in die Arbeit zur künftigen Dauerausstellung und zum Gebäude der ehemaligen Spinnerei Herding: Design meets Technik, Unternehmer-Geschichten treffen auf Lebenswelten von Fabrikarbeitern.
Weitere Informationen finden Sie auf der Ausstellungsseite!
Was haben wir Endverbraucher mit den Produktionsbedingungen in Fernost und Südamerika zu tun? Die Ausstellung, die in Kooperation mit dem Studiengang Textiles Gestalten der Universität Osnabrück entstand, präsentiert wissenswerte und überraschende Einblicke in die Herstellungswege und den alltäglichen Umgang mit Bekleidung. Sie beleuchtet, wo das T-Shirt nach dem Tragen bleibt, wie Kleidung verwertet wird und macht die ökologischen und sozialen Hintergründe deutlich und zeigt Alternativen und neue Trends.
Weitere Informationen auf der Ausstellungsseite!
Fotografische Impressionen vom Sammeln und Bewahren. Die analogen Schwarz-weiß Fotografien von Anke Hochgartz und Berthold Socha eröffnen ungewöhnliche Perspektiven auf die Entstehung des Museums in der Spinnerei und das dort bewahrte Erbe (Wiederaufnahme aus 2012).
Weitere Informationen findne Sie auf der Ausstellungsseite!
Eine Übersicht über bereits gezeigte Ausstellungen im LWL-Industriemuseum TextilWerk Bocholt finden Sie hier!
Vorschau
Ellen Korth
Utilité
2.6. – 29.9.2013
Die Künstlerin Ellen Korth ist fasziniert von der Leidenschaft, die Menschen den Handarbeiten entgegenbringen. Sie reiste ein Jahr lang durch die Niederlande, interviewte und fotografierte mehr als 40 Personen, die häkeln, stricken, sticken, nähen, weben ...
Die Ausstellung zeigt Fotos, Videoinstallationen und die Interviews aus dem umfangreichen Kunstprojekts „Utilité“. Ort: Spinnerei