Alter: Klassen 10-13
Dauer: 2 Stunden
Teilnehmerzahlen: max. 15 Schüler/innen und 1 Begleitperson
Kosten: 45 € plus Eintritt, Begleitperson frei
Inhalt: Ein Baumwoll-T-Shirt kostet heute oft nicht mehr als 4,95 €. Ist der Kauf ein billiges Schnäppchen oder ein Verbrechen – eine Verletzung der natürlichen Lebensgrund-lagen der Menschen und Menschenrechte? Billiglöhne, Kinderarbeit, schlechte Arbeits-bedingungen in den sogenannten Entwick- lungsländern, enorme Wasserverschwen-dung und hoher CO2-Ausstoß begleiten oft die Produktion eines Kleidungsstückes. Das museumspädagogische Programm für die Oberstufe geht der Frage Schnäppchen oder Verbrechen nach. Der Titel „der Prozess“ nimmt zum einen Bezug auf den Entstehungs-prozess des T-Shirts und beschreibt auch die Methode: ein Rollenspiel in Form eines Gerichtsverfahrens. Die Schüler schlüpfen in die Rolle von Anklage, Verteidigern, Richtern und Jury. In der Ausstellung recherchieren sie an den „Tatorten“ Fakten für Ihre jeweilige Rolle. Sie sammeln Fakten zu den ökologischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Ursachen und Folgen der Baumwollverarbeitung. Die abschließende Gerichts-verhandlung macht auch deutlich, wie dieselben Daten und Fakten je nach Interessens-lage und Position unterschiedlich interpretiert werden können.
Curriculare Ausrichtung: In Anlehnung an die Unterrichtsfächer Geschichte, Politik, Geografie und Deutsch beschäftigt sich das museumspädagogische Programm mit den Themenblöcken Umwelt, Globalisierung und öko-soziale Marktwirtschaft.
Lernziele: Auseinandersetzung mit der Entwicklung und Struktur politischer, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Phänomene und ihrer Deutung; Verknüpfung der Lebenswirklichkeit junger Menschen (Kleidung, Mode, soziale Identität) mit Schlüsselproblemen der Gesellschaft in globaler Verflechtung (Globalisierung, Umwelt) als Beitrag zur Orientierung und Lebensbewältigung
Kompetenzen: Erweiterung der Erfahrungs- und Handlungskompetenz, z.B. im Hinblick auf Dispositionen zu elitärem und egalitären Denken, egozentrischer Definition der eigenen Interessen, Solidarität mit Schwachen; Erfahrung von Dilemmata beim bewusst ökologischen Handeln; Unterstützung der Gegenwarts- und Zukunftsorientierung, z.B. im Hinblick auf Ausgleich von Benachteiligungen von Menschen, Gesellschaften und Völkern, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Gestaltung der Beziehungen zwischen Menschen, Gruppen und Völkern