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Auf dem Bild ist die Kokerei Victoria zu sehen.
Kokerei Victoria in Walbrzych/Waldenburg: Foto: Muzeum Przemyslu i Techniki Walbrzych
Zechen und andere Industrieanlagen aus dem Waldenburger Bergland


Die Gastausstellung des Industrie- und Technikmuseums Walbrzych/Waldenburg (Polen/Niederschlesien) war vom
5. März bis zum 28. Mai 2006
in der GALERIEINDUSTRIEKULTUR zu sehen.

Mit Fotos aus einer wenig bekannten Industrieregion Polens startete das Westfälische Industriemuseum einen neuen Ausstellungszyklus im Rahmen der Reihe "Galerie Industriearbeit" auf der Zeche Zollern II/IV. Unter dem Titel „Zechen und andere Industrieanlagen aus dem Waldenburger Bergland“ zeigte das Museum 50 Fotografien aus der ehemaligen Bergbauregion in Niederschlesien, ca. 100 km westlich von Breslau.
Die Schau aus dem Industrie- und Technikmuseum Walbrzych (Waldenburg) lief auf Zollern zunächst im Rahmenprogramm der aktuellen Sonderausstellung „Aufbau West“.
Gleichzeitig bildete sie den Auftakt zu einem „Polenjahr“ im Westfälischen Industriemuseum.

Die Fotoausstellung auf Zollern zeigte die dynamische Entwicklung der Region Waldenburg im 19. und 20. Jahrhundert.

Die Stadt Wałbrzych liegt im zentralen Teil der Mittelsudeten in Niederschlesien. Die reichen Steinkohlenflöze gaben hier im 19. Jahrhundert den Anstoß zur Industrialisierung, die mit dem Bergbau begann und schnell weitere Zweige nach sich zog. So zeigen die Fotos neben Zechen auch Kokereien und Kraftwerke sowie Fabrikbauten der Keramik- und Glasbranche, des Maschinenbaus und der Textilherstellung – vor allem letztere entwickelte sich schon früh zu einem bedeutenden Industriezweig der Region: Die erste mechanische Spinnerei wurde 1818 gegründet; Kaufmann Alberti nutzt dabei die Energie der benachbarten Zechen.

Nach 1989, infolge des Umbaus des Wirtschaftssystems in Polen, verlor die Wałbrzych-Industrie an Bedeutung. Die unrentablen Zechen und Betriebe wurden stillgelegt; ein Teil der Produktion auf „Marktbedarf“ eingeschränkt. Wie im Ruhrgebiet wurden alte Fabrikanlagen abgerissen oder für andere Zwecke umgebaut, z.B. als Lager, Handels- oder Kulturstätten.
Gleichzeitig gibt es Bestrebungen, das Bergbauerbe wachzuhalten. Vor einiger Zeit haben ehemalige Mitarbeiter der Waldenburger Kohlegruben einen Förderverein gegründet, um ein Denkmal für das Waldenburger Bergbauwesen zu errichten. Ausstellungsbesucher konnten dieses Projekt mit Spenden unterstützen.
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