|
|
|
Die Menschen am Kanal stehen im Mittelpunkt der Foto-Ausstellung von Brigitte Kraemer. Foto: Kraemer
|
„Am Kanal“ - Fotografien von Brigitte Kraemer
Auf seinem historischen Schleppkahn „Ostara“ präsentiert das Westfälische Industriemuseum Altes Schiffshebewerk Henrichenburg ab Sonntag, 7. Mai (Eröffnung 11 Uhr), die Ausstellung „Am Kanal“ mit Fotografien von Brigitte Kraemer. Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zeigt die Schau bis zum 30. September an Bord des fast 80 Jahre Schiffs.
Die 50 Großfotos von Brigitte Kraemer zeigen Momentaufnahmen aus dem Kanaluferkosmos Ruhrgebiet, der früher einmal Kumpel-Riviera hieß. Eins ist allen Bildern gemeinsam: das phantasievolle Abstandnehmen vom Alltag. So stimmungsvoll wie die Bilder ist auch der Ausstellungsraum des Museums: der Laderaum des letzten noch erhaltenen Dortmund-Ems-Kanal-Schleppkahns „Ostara“.
Brigitte Kraemer, in Hamm/Westfalen geboren, studierte an der Folkwangschule in Essen Fotografie und Gestaltung. 1982 schloss sie diese Ausbildung mit einer ersten Auszeichnung ab. Weitere Auszeichnungen für ihre fotografischen Dokumentationsprojekte folgten. Ihre Themen in über 60 Ausstellungen kreisen immer wieder um bestimmte Gruppen von Menschen im Schmelztiegel Ruhrgebiet. Frauen im Frauenhaus Herne, Frauen fotografieren Männer, Ausländer im Ruhrgebiet, Altern in der Migration; Dokumentationen über das Ober-hausener Friedensdorf und über „Pommesbuden“ im Ruhrgebiet. Seit 1992 arbeitet Brigitte Kraemer an dem Projekt „Am Kanal“. Das Ruhrgebiet und seine Kanäle - der Rhein-Herne-, Dortmund-Ems-, Wesel-Datteln- und Datteln-Hamm-Kanal - sind ihre Leidenschaft.
|
|
|
|
Ein Kanalspringer vor dem Sprung. Foto: Kraemer
|
Im Westfälischen Industriemuseum, am Bochumer Standort Zeche Hannover, zeigte sie im Jahre 2000 die Ausstellung „So nah, so fern“. „Dieser Titel ist zugleich eine Selbstverortung und Positionsbestimmung der Fotografin“, so Dr. Eckhard Schinkel vom Westfälischen In-dustriemuseum. Sie beobachte und fotografiere das Ruhrgebiet liebevoll als Heimat, der sie immer nahe geblieben sei. Ferne in der Fotografie zeige sich als Takt und Respekt den Menschen gegenüber, zu denen sie hingeht, mit denen sie spricht, die sie erst dann fotografiert. Schinkel: „Diese Menschen und ihr Lebensgefühl sind ihr Thema. Mit einem sicheren Gespür für den richtigen Rahmen setzt sie sie auf unverwechselbare Weise ins Bild: So nah – so fern; ein ‚Ja’ zum schönen Leben im Ruhrgebiet.“
Das Buch „Am Kanal“ ist im Klartextverlag erschienen und wird während der Ausstellung im Museum verkauft.
|