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Kurzbiografien ehemaliger Zwangsarbeiter
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Im Rahmen des Ausstellunsprojektes führten Wissenschaftler ausführliche Interviews mit insgesamt 20 ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, die zwischen 1942 und 1945 in Hattingen gearbeitet haben. Die größte Gruppe bilden Frauen und Männer aus dem Gebiet Donezk in der Ukraine. Befragt wurden außerdem zwei ehemalige Zwangsarbeiter aus den Niederlanden sowie ein Italiener.
Auszüge aus den Erinnerungen können Besucher in der Ausstellung lesen und zum Teil auch hören - im Original-O-Ton und in der Übersetzung. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die Menschen, um die es in der Ausstellung geht, jeweils mit einem aktuellen Foto und Kurzbiografien vor. |
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Wiktor Dankow* wurde 1925 geboren, träumte als Kind davon wie sein Vater Lokomotivführer zu werden, dann kamen der Krieg und die deutsche Besetzung. Er wurde 1942 nach Hattingen deportiert. Als 16jähriger Zwangsarbeiter rangierte er Züge auf der Henrichshütte. Nach 3 Monaten kam er in ein Lager nach Essen. Er ist mit Iwan Shurujew, ebenfalls ehemaliger Zwangsarbeiter, befreundet und lebt heute in Donezk/Ukraine. *Name wurde auf Wunsch geändert |
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Galina Halina, 1925 geboren, wurde als 17jährige schon zu Hause in Kramatorsk/Ukraine von den deutschen Besatzern zu Zwangsarbeiten herangezogen. Eine der Anwerbekommissionen des Reicharbeitsministeriums in den besetzten Gebieten hatte sie zwangsrekrutiert. Zunächst kam sie 1942 nach Bochum Langendreer und 1944 schließlich nach Hattingen. Dort arbeitete sie bis 1945 als Putzfrau im Arbeitserziehungslager (Auffanglager) der Gestapo. Galina Halina ist mit der ehemaligen Zwangsarbeiterin Ljubow G. Sachartschenko befreundet und lebt heute in Kramartorsk. |
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Von 1942 bis 1945 war Maria Hoptinez, geboren 1922, als Zwangsarbeiterin in Deutschland. Sie wurde der Maschinenfabrik und Metallgießerei Pleiger in Buchholz zugewiesen und dort im betriebseigenen Barackenlager untergebracht. Sie lebt in Wolnowacha in der Region Donezk. |
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Anfang 1942 wurde Wladimir Jerjomin, geboren 1926, in der Ukraine für die deutsche Rüstungsindustrie zwangsrekrutiert. Zunächst kam er wie viele seiner Landsleute in ein Durchgangslager, wurde von dort in ein deutsches Verteilerlager verschleppt und in ein Lager der Henrichshütte Hattingen gebracht. Für die Henrichshütte arbeitete er 1942 ein halbes Jahr lang in der Gießerei. Wladimir Jerjomin war nach dem Krieg 42 Jahre in einem Maschinenbauwerk in der Region Donezk/Ukraine beschäftigt, wo er heute noch lebt. |
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Maria Kawalenko wurde wie viele andere in den Jahren 1924 und 1925 geborenen jungen Ukrainer 1942 in einem Viehwaggon der Eisenbahn nach Deutschland verschleppt. 1942 bis 44 war sie in einem Arbeitslager der Henrichshütte untergebracht und wurde zu verschiedenen Arbeiten abgeordnet. Anschließend war sie in einem Gasthaus beschäftigt und wurde schließlich einem Bauern zur Feldarbeit zugewiesen. Maria Kawalenkos erster Sohn wurde 1943 in Hattingen geboren. Sie hat 3 Kinder, lebt heute in Lugansk/Ukraine. |
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Warwara Kawyrschina, 1925 geboren, wurde 1942 nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt und kam ins Barackenlager der Firma Pleiger. Sie arbeitete als Hilfsarbeiterin an Werkzeugmaschinen. Sie lebt in der Region Donezk/Ukraine. |
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Nadescha Kowalenko, geboren 1926, war von 1942 bis 1945 als Zwangsarbeiterin in der Gießerei der Henrichshütte mit verschiedenen Tätigkeiten beschäftigt. Sie lebt heute in der Ukraine. |
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Nikolaj Lesnjak, geboren 1925, war 1942 bis 1945 zur Zwangsarbeit in Deutschland. Für die Rüstungsproduktion der Henrichshütte Hattingen bediente er Press- und Schneidemaschinen. Er lebt in der Region Donezk/Ukraine. |
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Wladimir Oskolkow*, 1916 geboren, kam 1942 über Dortmund nach Hattingen. In der Henrichshütte wurde ihm schwere Arbeit am Gasofen abverlangt. Im August 1945 wurde er von Amerikanern dem russischen Militär übergeben und als sogenannter Repatriierter zu Aufbauarbeiten und Arbeitseinsätzen nach Weißrussland geschickt. Erst 1947 konnte er nach Hause in die Ukraine zurück. *Name wurde auf Wunsch geändert. |
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Iwan Shurujew wurde 1927 geboren. 1942 kam er zur Zwangsarbeit nach Duisburg. Nach einem Fluchtversuch wurde er Ende 1944 nach Hattingen ins Arbeitserziehungslager (Auffanglager) der Gestapo auf dem Gelände der Henrichshütte gebracht und streng bewacht, musste er beim Bau neuer Wehranlagen und eines Luftschutzstollens helfen. Vor Kriegsende kam er wieder nach Duisburg. Er fertigte aus der Erinnerung eine Zeichnung des Lagers. Er lebt in der Ukraine, in der Region Donezk. |
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Von 1942 bis 45 war Warwara Taranenko, geboren 1923, als Zwangsarbeiterin im Lager der Machinenfabrik und Metallgießerei Pleiger untergebracht. Sie fertigte als Dreherin Kriegsmunition. Sie lebt heute in der Region Donezk/Ukraine. |
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Sergej Tesik, geboren 1927, wurde 1942 nach Deutschland verschleppt. Am Anfang seiner Zwangsarbeit arbeitete er an Werzeugmaschinen für die Kriegsproduktion. Nach einem Fluchtversuch wurde er in eine Chemiefabrik versetzt. Nach erneuter Flucht arbeitete er bis Kriegsende bei einem Bauern. Er lebt heute in der Ukraine. |
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Dino Toncelli wurde 1921 in der Toskana geboren. Von 1941 bis 1943 diente er als Soldat in Russland. Zurück in Italien arbeitete er in einem Krankenhaus. Nach einem Putschversuch 1943 konnte sich Mussolini nur noch mit deutscher Hilfe halten. Infolge verweigerte Dino Toncelli wie viele Soldaten die Gefolgschaft und wurden als „Verräter“ nach Deutschland deportiert. Der Transport im Güterzug dauerte drei Tage, unterwegs gab es nichts zu essen. Er arbeitete von 1943 bis 1945 in der Henrichshütte Hattingen in der Schlacke-Steinfabrik. Rückblickend bezeichnet er seine Jahre als Zwangsarbeiter als verlorene Zeit. Er lebt heute in Mailand. |
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Adrian J. Liebregts wurde 1921 inTilburg/Niederlande geboren. Ab seinem 14. Lebensjahr arbeitete er in der heimischen Textilindustrie als Weber und Textilschlosser. Unter der Androhung verhaftet zu werden, zwang das deutsche Ortskommando niederländische Arbeitsfähige zur „freiwilligen“ Meldung beim Arbeitsamt. So kam er 1943 in die Henrichshütte Hattingen. Als Ofenmann erhitzte er 350 kg schwere Stahlblöcke, bevor diese zu Blechen gewalzt wurden. Zudem war er der Werksfeuerwehr bei Bombenalarm zugeteilt. Er lebt heute in seiner Heimat Tilburg. |
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Leonhard van der Wal*, 1921 in Tilburg/Niederlande geboren, war in seiner Heimat in der Textilindustrie tätig. Er kam 1942 infolge der Arbeitsrekrutierungen für die deutsche Kriegsproduktion nach Hattingen. Er lud im Blocklager Stahlblöcke, die für das Walz- und Hammerwerk bestimmt waren, ab. Eine Arbeitsschicht dauerte dort 12 Stunden. 1944 nutzte er eine günstige Gelegenheit zur Flucht. Das elterliche Haus fand er bei seiner Rückkehr zerstört. Er lebt heute in seiner Heimat. *Name wurde auf Wunsch geändert |
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