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Der Holzvorbau am ehemaligen Hinterausgang des Stollens, heute Eingang auf der Museumsseite.
Der Luftschutzstollen der Henrichshütte
Das Westfälische Industriemuseum öffnet die Panzertüren zu einem einzigartigen Bauwerk: einem Luftschutzstollen aus dem Zweiten Weltkrieg.

Der Stollen ist komplett auf 120 Metern begehbar und offenbart deutlich die Spuren seiner Entstehungsgeschichte und seiner Nutzung. Nach den schweren Luftangriffen im Frühjahr 1943 ergriff die Werksleitung Maßnahmen zum Schutz der in der Nachbarschaft angesiedelten leitenden Mitarbeiter und ihrer Familien. Der Schießmeister der Henrichshütte legte Bohrungen an und sprengte Höhlen in das massive Ruhrsandsteingebirge. Zwangsarbeiter, denen allerdings der Zugang bei Gefahr verwehrt wurde, räumten Schutt und Steine beiseite und arbeiteten ebenso wie deutsche Werksangehörige und "ausgeliehene" Bergleute am Innenausbau.
 
Der mächtige Splitterschutz am Haupteingang
Der Stollen ist für etwa 200 bis 250 Menschen ausgelegt – bis zu 500 Menschen sollen nach Zeitzeugenberichten hier tatsächlich Schutz vor Bombardierungen gesucht (und gefunden) haben.
Die technischen Sicherheitsmerkmale, besonders die Luftschleusen und Lüfter, sind nach Expertenmeinung in solcher Dichte einmalig und von keinem zweiten Bauwerk dieser Art bisher bekannt. Sie zeigen eindrucksvoll, wie viel Sorgfalt hier auf die Rettung der Schutzsuchenden verwendet wurde. Dies ist vor dem Hintergrund der Einberufungen nicht verwunderlich: im Laufe des Zweiten Weltkriegs schickte das Reich die Hälfte der Hüttenbelegschaft an die verschiedenen Fronten – jeder der noch verfügbaren Mitarbeiter wurde zur Aufrechterhaltung der Produktion dringend benötigt.
 
Die bergmännisch ausgebaute untere Sprengkammer.
Wichtiger Hinweis:

Aufgrund der baulichen Besonderheiten empfehlen wir den Durchgang in kleineren Gruppen mit bis zu acht Personen. Es lohnt sich, die nächste Führung abzuwarten, wenn bereits mehr als acht Besucher am Treffpunkt warten.

Im Rahmen der Museums-Öffnungszeiten können Gruppen nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter
Tel. 02324 9247-140 (von 10 bis 18 Uhr) eine Führung buchen.
Sonntags zwischen 12 und 16 Uhr und jeden 1. Samstag im Monat zwischen 14 und 16 Uhr für etwa 1 Stunde eine Führung in den Untergrund. Treffpunkt ist der Eckturm gegenüber dem Stollenausgang, wo die Besucher mit Schutzhelmen ausgestattet werden.