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Kaffeehistorische Sammlungen Tchibo
Ein Kurzporträt

Kaffee - das zweitwichtigste Welthandelsprodukt nach Erdöl - wird in 70 Ländern rund um den Äquator angebaut und in über 100 Ländern getrunken. Kaffee ist der Deutschen liebstes Getränk. Vor über 500 Jahren begann der Siegeszug des Kaffees als "Primadonna" der Kulturpflanzen und Getränke im Orient. Ab 1650 erreichte er die europäischen Handelsstädte. So auch die „Kaffeestädte“ Bremen und Hamburg, in denen 1673 und 1677 die ersten Kaffeehäuser in Deutschland gegründet wurden.

Die Kaffeemühlensammlung Tchibo Hamburg und die Grafiksammlung Eduscho Bremen (1988 gegründet, seit 1997 zum Tchibo Konzern gehörend) wurden vor drei Jahren unter dem Namen Kaffeehistorische Sammlungen Tchibo zusammengeführt. Mit weit über 2.000 Sammlungsstücken, die in firmeneigenen Magazinen lagern bzw. gerade ausgestellt sind, zählen sie zu den bedeutendsten Spezialkollektionen in Europa, die sich öffentlichkeitswirksam mit der Geschichte des Heißgetränkes Kaffee befassen. Einige Exponate befinden sich als Dauerleihgaben im Leipziger Museum Zum Arabischen Coffe Baum.
 
Kaffee-Kulturgeschichte – sie reicht von der Anpflanzung rund um den Globus über Kolonialgeschichte, Rohkaffeehandel und -transport, Kaffeezubereitung (Rösten/Kühlen/ Mahlen), Steuern und Schmuggel, Mode- und Alltagsgetränk, Hauptnahrungsmittel von Fabrik- und Landarbeitern, Kaffeeschenke und Luxuscafé als Treffpunkt der armen oder feinen Leute, Kaffeeporzellane, Veränderung der Besuchskultur bis hin zu den modernen Trends von Coffee Shops, Coffee to Go und Internet-Cafés.

Alle Kaffeethemen wurden ab 1700 von der jeweils zeitgenössischen Grafik und Malerei widergespiegelt. Da eine systematische Kollektion dieser internationalen "Kaffee-Bildwelt" (vor der Fotografie) in Deutschland nicht existierte, wurde 1988 die Sammlung Eduscho mit dem Ziel gegründet, das Bildphänomen "Kaffeekultur" zusammenzutragen, zu dokumentieren und in Zusammenarbeit mit Museen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die grafische Sammlung verfügt heute u.a. über einen Bildbestand von knapp 400 Kupferstichen, Lithografien und Holzstichen aus dem Zeitraum 1650-1900.

Seit 1990 wurde bei Tchibo in Hamburg eine umfangreiche Kollektion von historischen Kaffeemühlen und -maschinen aus Europa und Übersee zusammengetragen (über 1500 Exponate). Aus diesem Bestand, der einen nahezu lückenlosen Überblick über die Methoden der Kaffeezubereitung vom 17. bis 20. Jahrhundert erlaubt, wird in der Ausstellung „Jederzeit Kaffeezeit“ erstmals eine größere Anzahl (80 Exponate) öffentlich gezeigt. Darunter sind einige sehr seltene Stücke: Zum Beispiel eine mit Münzeinwurf funktionierende Kaffeemühle für Hafenarbeiter aus der Nachkriegszeit, die in den 1950er Jahren in Mode kommende Auto-Kaffeemaschine oder die originelle italienische Espressomaschine aus den 1980er Jahren in Form eines Rennfahrerschutzhelmes.

Unter Mitwirkung unserer historischen Sammlungen fanden seit 1990 in Deutschland und Österreich alljährlich zwei bis drei Ausstellungen in gemeinsamer Zusammenarbeit mit Museen statt, die aufgrund der Kompetenz auf dem Gebiet innovativ und populär vermittelter Kaffee-Kultur hohe Medienaufmerksamkeit fanden und insgesamt über 1 Million Besucher zählten.
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