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  Kaffeehistorische
Sammlungen "Tchibo"
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Um Kaffeekultur und Kaffeekonsum dreht sich ab 1. Mai alles im Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte.
Wir haben den Kaffee auf

Jederzeit Kaffeezeit.
Porzellan, Mühlen und Maschinen

1. Mai bis 21. August


„Wir haben den Kaffee auf“, heißt es ab 1. Mai im Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte. Der Museumsstandort des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zeigt in der Ausstellung „Jederzeit Kaffeezeit“ Porzellan, Mühlen, Maschinen und was es sonst noch zu bestaunen gibt rund um des Deutschen liebstes Getränk. Dank des Europäischen Industriemuseums für Porzellan in Selb, den Kaffeehistorischen Sammlungen Tchibo sowie dem Museum der Porzellanmanufaktur Fürstenberg hat das Hattinger Museum noch bis zum 21. August für Sie „alle Tassen im Schrank“.

„Jederzeit Kaffeezeit“ – zumindest in den letzten 390 Jahren gehörte das köstlich-bittere Gebräu zur europäischen Kultur. Dabei war der Ursprung des „Türkentranks“ überaus obskur. Religiöse Fanatiker zogen gegen das „Gebräu des Satans“ zu Felde – bis Papst Clemens VIII. mit lebensfrohen Argumen-ten der Hatz ein Ende setzte: Das Getränk sei so köstlich, „dass es eine Sünde sei, es nur Ungläubi-gen zu überlassen“. In der Folge breitete sich das Aroma in Kaffeehäusern und somit im europäi-schen Geld- und Geistes-Adel aus. Und das, obschon die Zubereitung des Kaffees eine mühselige Angelegenheit war, die nicht unter zwei Stunden zu haben war. Doch die Mühe lohnte sich, schenkt man Talleyrand Glauben: „Heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe“, all das hat eine wohl bereitete Tasse Kaffee zu bieten.
 
War Kaffee früher also ein seltener Luxus, so ist er heute ein alltägliches 24-Stunden-Getränk. Auch Sie haben Ihre Erinnerung an schöne Stunden, an Arbeits-Hektik mit Koffein-Antrieb, an gesellige Treffs in der Tchibo-Bude. Kaffee gehört nicht nur zum „life-style“, heute produziert der Kaffee selbst Lebensgefühle und bietet an, was dazu gehört: „Jede Woche eine neue Welt!“

Zwischen „Türken-Trunk“ und „Tchibo-Welt“ liegt eine steile und schillernde Karriere des Heißgetränkes. Die Ausstellung zeichnet in elf Inszenierungen Stationen dieser Karriere nach. Zahlreiche Leihgeber aus ganz Deutschland haben sich zusammengetan, um ihre Porzellane und Kaffeemaschinen in ihrem ursprünglichen sozialen Gebrauchszusammenhang und der fortschreitenden Mechanisierung des Alltags zu zeigen. Themen sind u.a. „Kaffee auf der Reise“, „Die Erfindung der Kaffeepause“ oder „Kaffee beim Militär“. Deutlich wird: Die Kaffeemühle fristet ihr Dasein über die Jahrhunderte hinweg ausschließlich in der Küche. In der königlichen Hofküche wird dasselbe Kaffeemühlen-Modell benutzt wie im proletarischen Milieu. Hingegen avanciert die Kaffeemaschine seit dem frühen 18. Jahrhundert zum Repräsentationsstück und mausert sich zum Mittelpunkt der Tischkultur. Wie beim Porzellan findet man im Kaffeemaschinen-Bereich edelste Luxusausführungen in zum Teil phantastisch anmuten-den Formen als Urne, Fass oder Amphore. Die chromblitzende hochmoderne Haushaltsespresso-Maschine der Gegenwart markiert die fließende Grenze zwischen Küchen- und Wohnbereich und rückt seit etwa zehn Jahren zum modernen Statussymbol auf. Genügten früher zwei Kaffeetassengrößen – eine für Mokka, eine für normalen Kaffee – so benötigt der koffeinfreudige und modebewusste Kaffeetrinker heute acht Modelle ...
 
Von einer winzigen Thermos-Espressotasse über handbetriebene und elektrische Kaffeemühlen, von einfachen Filterkannen bis hin zu italienischen Designer-Espressomaschinen reicht das Spektrum der über 200 Exponate, die verblüffende Einblicke in die Veränderung der Kaffeetrinkgewohnheiten aller sozialen Schichten und den Fortschritt der Kaffee-Haushaltstechnik geben.

Natürlich gibt’s zur Kaffeeausstellung ein abwechslungsreiches Begleitpro-gramm. Vom „Café Olé“ am Muttertag über „Kaffee-Klatsch“ (22. Mai) und „Coffeum wirft die Jungfrau um“ (27. Juni) reicht das Angebot. Und sollten auch Sie noch alle Tassen im Schrank haben, können wir das ändern: Wir suchen noch bis zum 21. August Ihre „Kaffee-Reliquie“: Eine Tasse, eine Kanne, eine Maschine ... und natürlich wollen wir wissen, warum das gute Stück für Sie so wichtig ist. Unter allen Leihgebern und Geschichten-Erzählern verlosen wir einen Kaffee-Automaten von Tchibo. Wir freuen uns auf Ihr altes Schätzchen. Und jetzt ab in die Küche: „Wo war denn noch ...?“
Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 1. Mai, um 15 Uhr.
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Rahmenprogramm
8. Mai, 14 Uhr
„Café Olé"

Ein etwas anderer Muttertag: Die „lieben Kleinen“ werden sich köstlich in der Schau-Gießerei amüsieren (Achtung! Keine Sonntags-Klamotten anziehen!). Die Väter werden vor der Formel 1 (Großer Preis von Spanien – olé!) geparkt ... und die Damen haben Zeit für eine Frauen-Führung über das Hüttengelände und einen Kaffee-Plausch in der Ausstellung ..: Café? Olé!
12 € pro Familie

22. Mai, 15 Uhr
„Kaffee-Klatsch“

Noch eine alte Kaffeemühle zu Hause? Sie können Sie mitbringen und nachschauen, ob eine gleiche in der Ausstellung steht. Thema des unterhaltsamen Nachmittags ist die Mechanisierung des Kaffee-Alltags. Über alte und neue Kaffeemühlen, über ganze oder kaputte Maschinen oder altenglische Kaffeeverfälschungsautomaten plaudern Ulla Heise (Kuratorin Kaffeehistorische Sammlungen Tchibo) und Hardy Eidam (Direktor Stadtmuseum Erfurt). Am Klavier „swingt“ Thomas Klein. Im Anschluss Führung durch die Ausstellung.
Museumseintritt Museumseintritt

4. Juni 18- 2 Uhr
„Wir haben den Kaffee auf!“

In der langen Nacht der Industriekultur erwarten Sie Chansons mit Helga Wolf und Michael Mikolaschek, schmissige Rhythmen mit dem Newa-Quartett aus St. Petersburg sowie eine „Modenschau“ der besonderen Art: Historische Kostüme, geschneidert aus Kaffee-Umverpackungen, sorgen für gute Laune um den „Catwalk“
Nur mit gültigen Tickets der „Extraschicht“.
Infos unter www.extraschicht.de

27. Juni, 20 Uhr
„Coffeum wirft die Jungfrau um“

Macht Kaffee süchtig? Und wenn ja: wonach? Weckt das bittere Gebräu die Lust auf Mehr oder gar auf Anderes? Ulla Heise (Kuratorin Kaffeehistorische Sammlungen Tchibo) erzählt uns Geschichten von Kaffee und Erotik, mitunter amüsant, immer spannend. Musikalisch begleiten uns Karin Zimny und Niclas Floer mit ihren Chanson-Programm „Kann denn Liebe Sünde sein?“
Eintritt frei

10. Juli, 11 Uhr – 17 Uhr
„Noch alle Tassen im Schrank?“

Ab 11 Uhr zeigt Porzellanmalerin Dagmar Kleine ihre Kunst. Haben Sie noch „alte Schätzchen“? Einfach mitbringen! Thomas Krueger (Leiter des Museums im Schloss, Porzellanmanufaktur Fürstenberg) unterhält sich gerne mit Ihnen über deren inneren und äußeren Werte. Ab 15 Uhr plaudert Porzellan-Experte Krueger über das „weiße Gold“.
Museumseintritt

21. August, 15 Uhr
„Der Kaffee ist fertig ...“ – Geschichten vom Trinken

Wer feiert sie nicht, diese kostbaren Minuten am frühen Morgen: der Kaffee und ich und sonst nichts! Wer wartet nicht auf die kurze „Auszeit“ am Arbeitsplatz. Das Gespräch mit den Kollegen, mit einer schönen Tasse Kaffee dabei ... Natürlich haben diese Prozeduren ihre Rituale. Rituale und Reliquien. Geschichten von Büro-Tassen, Thermoskannen, kleinen Unglücken und großen Schweinereien, von Gastlichkeit und geweckten Lebensgeistern. Geschichten vom Durst, Geschichten vom Trinken. Geschichten von Kaffee, Wasser, Bier, Schnaps ...
Schreiben Sie uns Ihre Geschichte auf. Besonders „scharf“ sind wir natürlich auf Ihre Geschichte, wenn sie auf unserer Henrichshütte spielt (muss aber nicht). Und besonders freuen wir uns, wenn wir zur Geschichte auch ihr persönliches Kultobjekt (natürlich nur geliehen) bekommen. Die zeigen wir in einer Extra-Vitrine.
Die Aktion läuft bis zum letzten Ausstellungstag am 21.August. Zur Finissage laden wir um 15 Uhr zu „türkischem Kaffee“ in die Ausstellung ein und bringen ihre „Geschichten vom Trinken“ zu Gehör. Unter allen Teilnehmern wird ein Kaffee-Automat der Firma Tchibo verlost. Und für unsere kleinen Gäste gibt’s Kaffee-Geschichten aus Tausendundeiner Nacht ...
Museumseintritt

 
Katalog
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit dem Titel "Kaffee privat. Porzellan, Mühlen und Maschinen" erschienen (110 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen). Er ist für 9,90 EUR im Museums-Shop erhältlich.
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