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Postillion d'Amour, Meißen, um 1900.
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Liebe.komm – Botschaften des Herzens
30.9.2007 bis 20.1.2008
"Mausilein" und "Schnurzelputz", "Augenstern" und "Bärchen" - Liebende sprechen ihre eigene Sprache. Liebe gesagt, geschrieben, gemailt ... um Botschaften des Herzens dreht sich die Sonderausstellung im LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen. Die Wege, die diese "Botschaften des Herzens" nehmen, haben sich in den letzten 250 Jahren dramatisch verändert. Ob von Angesicht zu Angesicht oder über Medien aller Art - mit viel Phantasie und Leidenschaft versuchen Liebende auf verschiedene Weise ihre Gefühle in eine mitteilbare Form zu bringen. Die vom Museum für Kommunikation in Frankfurt entwickelte Ausstellung wurde bereits in Frankfurt, Nürnberg, Hamburg und Berlin gezeigt. Hattingen ist die einzige Station im Ruhrgebiet.
Thema Liebe in einem Hütten-Museum? "Das passt durchaus zusammen", meint Museumsleiter Robert Laube. Bis heute sei der Arbeitsplatz das erfolgversprechendste Revier für die Partnersuche. Das habe insbesondere auch für die Henrichshütte gegolten, wo einst 10.000 Männer und Frauen arbeiteten. "Hier wurde nicht nur Stahl, sondern auch so mancher Bund fürs Leben geschmiedet", weiß Laube. Die Ausstellung soll ein Medium sein, um an diese Hüttenliebe-Geschichten heran zu kommen.
Szene 1: Liebesbilder - Von Herz und Schmerz
Zu Beginn der Ausstellung begrüßt Liebesgott Amor den Besucher. Getroffen von seinem Pfeil beginnt die Liebe und lässt zugleich spüren, dass zur ihr oft auch der Schmerz gehört. Eine Auswahl an Liebesgaben, überwiegend in Herzform, führt die Bedeutung der Liebe im alltäglichen Leben einst und jetzt vor Augen.
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Gesellschaftsspiel "Amor und die Herzen", um 1920.
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Szene 2: Liebeschemie - Im Dschungel des Unbewussten
Für die Beziehung zweier Menschen sind oft die ersten Sekunden einer Begegnung entscheidend. Die Kommunikation läuft zuerst über unsere Sinnesorgane. Drei Installationen zu den Themen "Sehen", "Hören" und "Riechen" regen den Besucher an zu testen, wie er sich ein Bild von einer Person macht, bei wem er "ganz Ohr" ist oder ob er jemand womöglich "nicht riechen kann".
Szene 3: Liebessehnsucht - Begehren und Bekommen
Die große Liebe zu finden, ist wohl einer der sehnlichsten Wünsche eines jeden Menschen. Doch wie an den richtigen Partner kommen? Die erste Kontaktanzeige Deutschlands erschien 1738 und bereits seit 1750 kann man in Büchern Rat zum Verfassen von Liebesbriefen suchen. Heutzutage lässt sich das bequem vom heimischen Computer per Chat im Internet erledigen.
Szene 4: Liebesglück - Im siebten Himmel
Zwei Verliebte, die einander gefunden haben, möchten sich richtig kennen lernen. Kafkas Briefwechsel mit seiner Verlobten Felice Bauer ist berühmt geworden und hat andere Briefschreiber inspiriert. Die heute so beliebten SMS vermitteln das Gefühl von sprichwörtlicher Verbundenheit ohne jedoch den Wunsch nach wirklicher Nähe stillen zu können.
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Ein fernmündlicher Kuss", Postkarte aus Leder, USA um 1907.
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Szene 5: Liebesbande - Wir sind ein Paar
Irgendwann folgt der Schritt in die Öffentlichkeit: Wir lieben uns und alle sollen es wissen. Exemplarisch symbolisieren verschiedene Paare Wege, eine Liebesbeziehung in die Öffentlichkeit zu tragen: durch Freundschaftsbändchen und Tattoos als moderne Variante oder über die Medien wie Rudolf Scharping und die Gräfin Pilati-Borggreve.
Szene 6: Liebesalltag - oft nah und doch fern
Liebe bedarf der Kommunikation, um die gegenseitige Nähe und Intimität zu erhalten. Ein Konvolut von Kühlschrankzetteln zeugt davon, wie Paare durch eine Unzahl von Notizen ihre innige Beziehung ausdrücken. Kodierte Postkarten aus der Zeit um 1900 vermitteln einen Eindruck, wie ein Liebespaar trotz dieses öffentlichen Mediums eine sehr intime Verständigung pflegen konnte.
Szene 7: Liebesleid - Happy End oder Neuanfang?
Kaum eine Liebe ist krisenfrei. "Du kannst mich einfach nicht verstehen!", ein häufig gehörter Ausspruch, der es sogar schon auf einen Buchtitel geschafft hat. Therapeuten, gedruckte Ratgeber, Briefkastentanten bieten mehr oder weniger seriöse Abhilfe. Und doch bleibt am Ende oft nicht mehr übrig als ein Abschiedsbrief, ein Häufchen zerrissene Liebesbriefe und manchmal ein Scheidungsurteil. Die Ausstellung überlässt es der Phantasie des Besucher, was nach dem Wechselbad der Gefühle folgt: Der Rundgang endet im Happy-End oder führt ihn wieder zum Beginn zurück.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der zum Preis von 19,80 € im Museum erhältlich ist. (Buchhandel und Versand 34,80 €)
Ausstellungskuratorin Andrea Hubert hat zur Ausstellung ein "liebevolles" Begleitprogramm zusammen gestellt.
Eröffnung: 30.9.2007, 15 Uhr
Ausstellungsort: LWL-Industriemuseum Henrichshütte in Hattingen Werksstraße 31-33, 45527 Hattingen
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