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Ausstellungsplakat Henrichs Hütte. Gestaltung: Anne Schäfer
Eine ungewöhnliche Biografie: Das Leben des Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode in Form einer "begehbaren Illustrierten".
Grafik: Anne Schäfer (WIM).
Sonderausstellung:
Henrichs Hütte. Der Graf und sein Werk
Das Leben des europäischen Hochadels kennen die meisten nur aus Illustrierten. Vor 150 Jahren, als ein Adeliger aus dem Harz in Hattingen an der Ruhr ein Hüttenwerk gründete, gab es die Hochglanz-Blätter noch nicht, ihre Themen aber wohl: Ob Liebesheirat, rauschende Ballnacht oder politische Karriere – das Leben des Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode bietet ein breites Themenspektrum für die „begehbare Illustrierte“, die das Westfälische Industriemuseum anlässlich des Hüttenjubiläums aufblättert. „Henrichs Hütte. Der Graf und sein Werk“ hieß vom 15. Oktober 2004 bis 31. Januar 2005 die Sonderausstellung im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Die Ausstellung informiert über Herkunft, Ausbildung und Unternehmensführung des Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode, streift seine politische Laufbahn zwischen Ancien Régime und Modernisierung und erlaubt Einblicke in sein Privatleben, wie etwa die Liebesheirat mit Prinzessin Jenny.
 
Babyschuhe Graf Henrich
Die Kinderschühchen der gräflichen Familie.
Foto: Annette Hudemann (WIM)
Die übergroßen Zeitungsseiten sind kombiniert mit kostbaren Exponaten: von einer Locke des jungen Grafen über Babyschühchen der Adelsfamilie bis hin zu hochkarätigen Gemälden. Die Ausstellungsstücke stammen aus den Beständen der Stiftung Schlösser, Burgen und Gärten des Landes Sachsen-Anhalt und dem Privatbesitz der Grafen und Fürsten zu Stolberg-Wernigerode und erlauben spannende und unterhaltsame Einblicke in das Leben des adeligen Unternehmers. Zeitlich spannt die Jubiläumsschau den Bogen von Graf Henrichs Geburt 1772 bis zu dessen Tod 1854 und dem Verkauf der Henrichshütte 1857. Die Familie des Grafen gehörte zu den Großgrundbesitzern der preußischen Provinz Sachsen. Seit 1800 betrieb sie im Harz eigene Eisenhütten auf Holzkohlebasis, Gießereien und Maschinenfabriken. „Die Hüttengründung im fernen Ruhrgebiet zeugt vom wirtschaftlichem Weitblick, aber auch der Risikobereitschaft des Unternehmers“, erklärt Historikerin Anja Kuhn vom Westfälischen Industriemuseum, die die Ausstellung konzipiert hat.
 
Aufgeschlagene Seite der begehbaren Illustrierten
Eine aufgeschlagene Seite im Promi-Leben des Grafen. Foto: Annette Hudemann (WIM)
Am 13. Oktober 1854 wurde die Konzession zum Bau der Hattinger Hütte erteilt. Mit diesem Schritt gab „der Herr eines kleinen Ländgens“ und Pionier des Einhüttenwesens den ent-scheidenden Impuls zur Industrialisierung von Hattingen und der Region, die bis dahin vor allem vom heimischen Textilgewerbe gelebt hatte und sich zunehmend von der Konkurrenz aus England oder dem Westmünsterland gefährdet sah. Ein „Fenster nach Hattingen“ und schlaglichtartige Informationen zur europäischen Geschichte ordnen die Lebensgeschichte des Hochadeligen in den regionalen Kontext ein.
Aus Anlass des 150-jährigen Hüttenjubiläums gibt die Sparkasse zudem eine Sondermünze heraus. Auf der Vorderseite befindet sich ein Porträt des Grafen Henrich zu Stolberg-Wernigerode, auf der Rückseite ist die Henrichshütte eingeprägt. Die Silbermünze kann zum Preis von 25 Euro im Museumsshop erworben werden.

Sonderausstellung zum 150-jährigen Bestehen der Henrichshütte:
„Henrichs Hütte. Der Graf und sein Werk“
15. Oktober 2004 bis 30. Januar 2005
Eröffnung: Freitag, 15. Oktober 2004, 20 Uhr

Westfälisches Industriemuseum Henrichshütte Hattingen (Foyer)
Werksstraße 31-33
45527 Hattingen
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