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  Robert Schneider
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Das Bild zeigt eine Industriebrache in grauen, tristen Farben.
Slask - Oberschlesien

16.2. - 15.4.2007

„Slask - Oberschlesien“ hat Robert Schneider seinen Bilderzyklus genannt, der ab dem 16. Februar in der Henrichshütte Hattingen gezeigt wird. Die großformatigen Kohlezeichnungen und Acrylbilder beeindrucken durch ihre Akribie, aber auch durch die Gewalt, die in ihnen steckt. "Ich male was ich suche", fasst Schneider seine Methode zusammen. Tatsächlich begegnen ihm seine Bilderwelten nicht zufällig. Er sucht die Macht des Motivs dort, wo das Finden hochwahrscheinlich ist. Im KZ Auschwitz, in den Schützengräben Verduns, im Chemiedreieck Bitterfeld, in den Ölfeldern Aserbaidschans.

Und hier nun: Oberschlesien. „Von Osten nach Westen - zu Hause am besten“ schrieb Goethe 1790 von dort seiner Christiane. Auch ohne dass Kokereien, Zechen, Hütten, Kamine den Horizont verstellt, den Himmel geschwärzt hätten hielt ihn hier nichts. Und doch stand der Dichterfürst hier an der Wiege der europäischen Industrialisierung. Er bewunderte die erste Dampfmaschine auf dem Kontinent. Auch der erste industrielle Hochofen stand in Oberschlesien.
 
Das Bild zeigt Hochöfen und Rohrleitungen in dunklen Farben vor einem weißen Himmel.
Heute trägt das oberschlesische Revier den Stempel der Industrialisierung, ebenso wie das weit jüngere Ruhrgebiet. "Manches erinnert an den Kohlenpott, als wäre er nach Osten verrutscht“, bemerkte Heinrich Böll. „Aber zutreffender wäre wohl, den Kohlenpott als ein nach Westen verrutschtes Oberschlesien zu bezeichnen." Mehr als im Ruhrgebiet zeugen heute brachfallende Landschaften vom Strukturwandel. Robert Schneider hält diesen Wandel, der hier mehr ein Struktur-Ende ist, in seinen gefundenen Bilderwelten fest.

Der Ausstellung "Oberschlesien" wird im Mai das Projekt "Ruhrgebiet" des Fotografen Manfred Vollmer folgen, dessen Bilderwelten mehr vom Wandel denn vom Ende berichten. Oberschlesien und Ruhrgebiet haben nicht nur eine vergleichbare Entwicklung hinter sich, sondern auch enge Verbindungen, nicht zuletzt durch die Zuwanderung von Menschen und Technologien aus dem traditionsreicheren schlesischen Revier in das Ruhrgebiet. Mit der Geschichte von Wanderungen und Migration soll sich in Zukunft das LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum intensiv beschäftigen. Die Entscheidung über den Ausbau fällt vermutlich noch in diesem Jahr.

Robert Schneiders Bilderwelten bauen eine Brücke zwischen den Revieren. Sie scheinen zusammengesetzt aus dem auch an der Ruhr wohlbekannten Inventar: Der Kamin, die Leitung, der Ofen, das Fördergerüst, die Halle, der Betonklotz … Und doch bleiben die mit äußerster Präzision erfassten menschenleeren Landschaften fremd, kalt, ja beängstigend, wie ein Todesstreifen zwischen boomender Vergangenheit und ungewisser Zukunft. „Slask - Oberschlesien“ ist keine leicht verdauliche Ausstellung. Aber auch das gehört zu dem, was an ihr zu faszinieren weiß.

Mehr Informationen zum Werk und zur Person Robert Schneiders hier!