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Das Glück fliegt in der Luft - Zur Geschichte des Brieftaubensports in Westfalen
So, 1.8.- So, 31.10.2004
Zu fast jedem Zechenhaus gehörte früher ein Taubenschlag. Heute sind die Rennpferde des kleinen Mannes aus den Siedlungen vielerorts verschwunden. Auf der Zeche Hannover in Bochum hatte der Brieftaubensport für drei Monate eine neue-alte Heimat gefunden: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentierte unter dem Motto „Das Glück fliegt in der Luft“ eine kleine Kulturgeschichte des Brieftaubensports in Westfalen.
Die Schau zeigte historische Fotos, Filme und zahlreiche Leihgaben aus Vereinen. Interviews mit Züchtern vermittelten lebendige Einblicke in den aktuellen Taubensport: Im Ruhrgebiet hegen und pflegen heute noch 25.000 Züchter rund drei Millionen Tiere.
Eine hochkarätigen Sammlung von Konstatieruhren, unter anderem aus dem Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen, lockte ins besondere Kenner in die Ausstellung. Die komplexen Messgeräte waren jahrzehntelang die einzig gültige Instanz der Zeitermittlung bei Wettflügen. Heute erfolgt die Auswertung mit Hilfe von Computern und Satellitennavigation.
Das Spektrum der Themen reichte in die Zeit zurück, als Tauben die Rolle von Botschaftern, Nachrichtenübermittlern oder sogar Spionen spielten. Wer weiß heute noch, dass die Nachrichtenagentur „Reuters“ einst mit einem Brieftauben-Depeschendienst begann? Außerdem erfuhr der Besucher, wie der einmalige Orientierungssinn der Vögel funktioniert oder warum Liebe und Leidenschaft eine wichtige Rolle für die geflügelten Heimkehrer spielen.
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Eine besondere Attraktion war der „Stammtisch“ als Mittelpunkt des Züchteruniversums: Dort fand der Besucher historische Fotos, Siegertafeln und Trophäen der Bochumer Reisevereinigungen. Er sollte daran erinnern, dass das Vereinslokal stets eine besondere Bedeutung hatte: Die Züchter fieberten dort den Ergebnissen der Wettflüge entgegen, fachsimpelten über Zuchtgeheimnisse und Trainingsmethoden. „Brieftaubensport war und ist eben immer noch eine gesellige Angelegenheit“, so der Museumsleiter.
Bereits seit den 1880er Jahren ist Westfalen ein Zentrum des Brieftaubensports in Deutschland. Seinen Höhepunkt erlebte der Volkssport in den 1960er Jahren mit mehr als 100.000 aktiven Züchtern in Deutschland. Den rasanten Aufschwung hat der Brieftaubensport vor allem zwei Faktoren zu verdanken: In den Arbeiterkolonien boten Gärten und Dachböden ideale Voraussetzungen für Taubenschläge. Auf der anderen Seiten hatte so mancher junge Industriearbeiter die Hoffnung, bei den Wettflügen das schnell Glück zu machen. Denn die Preisgelder konnten bei erfolgreichen Züchtern durchaus den hart verdienten Wochenlohn übersteigen.
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Begleitprogramm
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So, 8.8. 11-13 Uhr |
Rund um den Brieftaubensport: Züchter des Bochumer Brieftauben-vereins „Zum Krampenhof Linden“ berichten aus der Praxis |
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So, 22.8. 11-13 Uhr |
Brieftauben – ein Hobby nur für Männer? Aktive Frauen aus der Reisevereinigung Bochum-Nord klären auf. |
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Sa, 4.9. 14-18 Uhr |
1. Zeche Hannover Wettflug. Vorbereitung und Einsatz der Brieftauben am Vereinsheim der Reisevereinigung Bochum-Nord, Sechs-Brüder-Str. 70, in Bochum-Hordel |
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So, 5.9. 12-18 Uhr |
1. Zeche Hannover Wettflug. Auswertung des Wettflugs |
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So, 5.9. 12-18 Uhr |
Brieftaubensport in der Gemeinschaft. Aus der Praxis der Reiseverei-nigung Bochum-Nord |
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So, 26.9. 11-13 Uhr |
Taubenversteigerung zu Gunsten der „Aktion Mensch“ und Auszeichnung der Preisträger des 1. Zeche Hannover Wettflugs |
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So, 10.10. 11-13 Uhr |
Brieftaubensport – beliebt bei jung und alt. Der Jugendarbeitskreis der Brieftaubenzüchter stellt sich vor |
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So, 24.10. 11-13 Uhr |
Das Geheimnis des Erfolgs. Tipps und Tricks von erfahrenen Brieftaubenzüchtern |
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Literatur
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Osses, Dietmar: Das Glück fliegt in der Luft. Zur Geschichte des Brieftaubensports, in: Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher, Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur (Hg.): Forum Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Bd. 2/2004, S. 74ff.
Osses, Dietmar: Das Glück fliegt in der Luft.
Zur Geschichte des Brieftaubensports in Westfalen, in: Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e.V. (Hg.): Der Emscherbrücher. Tauben, Texte und Altäre. Sozialgeschicht-
liche Streifzüge durch Wanne-Eickel und
Herne, Bd. 13/2005-06, S. 69ff.
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