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Künstlerin: Sandra de Clerck
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20+1 Jahr Glaskunst aus Belgien. Das “Instituut voor Kunst en Ambacht“ (IKA)
24. September 2006 bis 14. Januar 2007
Die Ausstellung „20 Jahre Glaskunst aus Belgien” bietet einen Überblick über die Arbeiten heutiger und früherer Lehrer, Studenten und Absolventen der Glasabteilung des „Instituut voor Kunst en Ambacht“ (IKA) in Mechelen aus den vergangenen einundzwanzig Jahren. Mit einer großen Retrospektive im Kulturzentrum von Mechelen hat das Institut im vergangenen Jahr sein zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert, eine kleinere Fassung war im Gorcum Museum in den Niederlanden zu sehen und wird nun hier in der Glashütte Gernheim gezeigt. Das IKA wurde im Jahr 1958 gegründet. Es verfügt heute über Abteilungen für Schmuckgestaltung, Buchbindertechnik, Keramik, Glas, Photographie sowie Film und Video.
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Künstlerin: Rini Ronckers
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Die Glasabteilung, der jüngste Zweig, wurde 1985 auf Initiative des damaligen Direktors des IKA, Georges Beckers, in Zusammenarbeit mit Jan Lenssens vom Ministerium für Soziales, Wasserverwaltung und Erziehung gegründet. 1984 wurde die tschechisch-belgische Glaskünstlerin Miloslava Svobodova (1936-2005) als Dozentin mit dem Auftrag verpflichtet, die Glasabteilung aufzubauen. Svobodovas pädagogischer Ansatz konzentrierte sich auf die künstlerische Entwicklung der Studenten. Sie wollte, dass alle Disziplinen der Glasgestaltung gelehrt werden sollten, d.h. nicht allein die Herstellung und Bearbeitung, das Glasblasen, Gießen, Pate de Verre, Fusing, Slumping etc., sondern auch die kalten Techniken wie Gravur, Polieren, Schleifen, Schneiden, Kleben und Sandstrahlen. Ihr Grundgedanke war, dass die Studenten durchaus verschiedene Techniken mischen und bei einem einzigen Objekt miteinander verbinden sollten.
Es war ihr Bemühen, das Beste aus jedem Studenten herauszuholen, sein/ihr Talent zu entdecken und dieses nach Möglichkeit zu entwickeln. Ein weiteres Element ihres pädagogischen Wirkens war, dass sie die Studenten mit deren eigenem Wissen und Können einbezog und sie aufforderte, den anderen bei der Entwicklung ihrer Arbeiten und Konzepte zu helfen. Die Studenten kamen ja aus einem breiten Spektrum künstlerischer Fachrichtungen - oder hatten manchmal auch gar keine künstlerische Vorbildung. Dieser unterschiedliche Hintergrund erlaubt es ihnen aber, ihre je besonderen Fähigkeiten miteinander zu teilen.
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Künstlerin: Josephine Hoefkens
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Außerdem lud Svobodova Gastdozenten ein, die über besondere Fähigkeiten und Erfahrungen verfügten, darunter Sybren Valkema, Edward Leibovitz, Giampaolo Amoruso, Willem und Bernhard Heesen. Sie sollten den Studenten so viele Aspekte wie eben möglich aus der Welt des Glases nahe bringen. In Workshops wurden zudem besondere Techniken vermittelt. Als Miloslava Svobodova 2001 in den Ruhetand ging, hatte sie einen vollgültigen Studiengang „Glaskunst in Flandern“ aufgebaut.
Ihr Nachfolger Koen Van der Stukken (*1964) war von 1986 bis 1992 zunächst Student an der Glasabteilung, von 1992 bis 2000 und von 2002 bis 2004 lehrte er selbst dort. Seine Gusstechniken wurden von vielen Studenten für die eigenen Arbeiten übernommen. Nach der Pensionier-ung Svobodovas war Jelena Popadic (*1964) bis 2002 künstlerische Direktorin. Sie machte sich sehr um den internationalen Austausch der Abteilung verdient. Ihr folgte Sandra de Clerck (*1966), die sich heute die künstlerische Leitung mit Eric Pipien (*1965) teilt, der dort seit zehn Jahren lehrt. Die Anregung und Entwicklung des je einzigartigen Potentials jedes Studenten steht nach wie vor im Mittelpunkt der pädagogischen Bemühungen.
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Künstler: Bo De Baets
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Die Glasabteilung war zunächst in einem Gebäude des IKA in der Goswin de Stassartstraat in Mechelen untergebracht. Der ganze Heißglasbereich und die Kaltbe-arbeitung befanden sich dort. Zwei Jahre nach Gründung der Abteilung wurde der erste Ofen aufgestellt. 2001 zog das IKA an den Veemarkt um und die Glasabteilung wurde vergrößert und bekam eine bessere technische Ausstattung. Die einzelnen Arbeitsbereiche erhielten eigene Räume, ein Unterrichtsraum für die theoretische Ausbildung kam hinzu. Der gegenwärtige Direktor, Erik Ruts, fördert die Entwicklung und den Ausbau des Studiengangs nachhaltig, um dessen nationales und internationales Ansehen zu heben.
Das IKA ist eine Einrichtung, die Teilzeit-Ausbildung anbietet, die jedem über achtzehn Jahren offen steht, selbst wenn sie/er über keine Vorbildung verfügt. Nach fünf Jahren macht man einen Abschluß, dem noch zwei Jahre der Spezialisierung folgen. Jährliche und Abschlussexamina finden am Ende eines jeden Jahres statt. Die Abschlussexamina finden aber nur im letzten Jahr der fünfjährigen Ausbildung oder im zweiten der Spezialisierung statt. Die Ausbildung besteht aus praktischen, theoretischen, technischen und ästhetischen Elementen, die alle Bereiche des Themas Glas berühren. Unterricht findet nur am Abend oder an Samstagen statt.
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Künstlerin: Carine Neutjens
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Derzeit gibt es in der Glasabteilung rund siebzig Studenten, hauptsächlich aus den flämischen oder französischsprachigen Landesteilen Belgiens, aus Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland. Die Auswahl der Studenten erfolgt auf der Grundlage einer schriftlichen Bewerbung, die Zahl der Plätze ist begrenzt.
In langfristiger Perspektive möchte sich das IKA zu dem Glaszentrum Belgiens mit internationaler Strahlkraft entwickeln. Betrachtet man das vorhandene Potential, so erscheint dieses Ziel keine eitle Hoffnung zu sein. Das Niveau der Absolventen wurde über Jahre hinaus als hoch bewertet, aber das hohe Ansehen des Instituts, der Dozenten und der Künstler reichen noch darüber hinaus. „Das Fehlen einer hochentwickelten Glastradition oder einer Studioglas-Bewegung in Flandern erlaubte den Künstlern einen freieren und souveräneren Umgang mit Glas als künstlerischem Material“, so Koen Vanderstukken (damals Dozent) anlässlich des zehnjährigen Jubiläums 1995. Und das gilt im Grunde auch noch heute.
Piet Agustijn
Gorcums Museum, Gorinchem
Konservator für Gegenwartskunst
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