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Sonderausstellung "Das Glück fliegt in der Luft"
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Das Glück fliegt in der Luft. Zur Geschichte des Brieftaubensports in Westfalen 20. Februar bis 24. April 2005
Westfalen ist seit 1880 ein Zentrum des Brieftaubensports in Deutschland. Mit dem rasanten Wachstum der industriellen Ballungszentren breitete sich der ursprünglich aus Belgien stammende Sport im Rheinland und in Westfalen aus. Als „Rennpferd des kleinen Mannes“ versprachen die Brieftauben ein schnelles Glück. Die Preisgelder der Wettflüge konnten bei erfolgreichen Züchtern sogar den Lohn für die harte Industriearbeit übertreffen. Heute sind die Rennpferde des kleinen Mannes vielerorts verschwunden. Im Textilmuseum Bocholt hatte der Brieftaubensport zwischenzeitlich für zwei Monate jetzt eine „neue-alte“ Heimat gefunden: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) präsentierte in seinem Westfälischen Industriemuseum unter dem Titel „Das Glück fliegt in der Luft“ vom 20. Februar bis 24. April eine kleine Kulturgeschichte des Brieftaubensports in Westfalen.
Die Schau zeigte historische Fotos, Filme und zahlreiche Leihgaben aus Vereinen. Interviews mit Züchtern vermittelten lebendige Einblicke in den aktuellen Taubensport: Im Ruhrgebiet und im Münsterland hegen und pflegen heute noch 25.000 Züchter rund drei Millionen Tiere.
Kenner lockte die Ausstellung unter anderem mit einer hochkarätigen Sammlung von Konstatieruhren. Die komplexen Messgeräte waren jahrzehntelang die einzig gültige Instanz der Zeitermittlung bei Wettflügen. Heute erfolgt die Auswertung mit Hilfe von Computern und Satellitennavigation.
Das Spektrum der Themen reichte aber vor allem in die Zeit zurück, als Tauben die Rolle von Botschaftern, Nachrichtenübermittlern oder sogar Spionen spielten. Wer weiß heute noch, dass die Nachrichtenagentur „Reuters“ einst mit einem Brieftauben-Depeschendienst begann? Außerdem erfuhr der Besucher, wie der einmalige Orientierungssinn der Vögel funktioniert oder warum Liebe und Leidenschaft eine wichtige Rolle für die geflügelten Heimkehrer spielen.
Eine besondere Attraktion war der „Stammtisch“ als Mittelpunkt des Züchteruniversums: Dort fand der Besucher historische Fotos, Siegertafeln und Trophäen. Er erinnerte daran, dass das Vereinslokal stets eine besondere Bedeutung hatte: Die Züchter fieberten dort den Ergebnissen der Wettflüge entgegen, fachsimpelten über Zuchtgeheimnisse und Trainingsmethoden.
Bereits seit den 1880er Jahren ist Westfalen ein Zentrum des Brieftaubensports in Deutschland. Der Gründung des ersten Vereins in Bocholt im Jahre 1900 folgt der Zusammenschluss mehrerer Vereine im Jahre 1912 zur Reisevereinigung mit Sitz in Bocholt. Seinen Höhepunkt erlebte der Volkssport in den 1960er Jahren mit mehr als 100.000 aktiven Züchtern in Deutschland. Den rasanten Aufschwung hat der Brieftaubensport vor allem zwei Faktoren zu verdanken: In den Arbeiterkolonien boten Gärten und Dachböden ideale Voraussetzungen für Taubenschläge. Auf der anderen Seiten hatte so mancher junge Industriearbeiter die Hoffnung, bei den Wettflügen das schnell Glück zu machen. Denn die Preisgelder konnten bei erfolgreichen Züchtern durchaus den hart verdienten Wochenlohn übersteigen.
Zur Ausstellung „Das Glück liegt in der Luft“ bot das LWL-Textilmuseum ein umfangreiches Programm an:
So, 6.3.05, 14-17 Uhr: Spiel und Spaß rund um die Brieftaube. Aktionstag für Kinder ab fünf Jahren
So, 20.3.05, 11-14 Uhr: Vom Ei zur Taube. Reisevereinigung Bocholt
So, 10.4.05, 10.30 / 11 Uhr Uhr: Einsetzen der Tauben / Taubenauflass unter Wettflugbedingungen,Reisevereinigung Bocholt. 11.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung
Sa, 23.4.05, 11-18 Uhr: Einsetzen der Tauben zur Vortour, Reisevereinigung Bocholt
Das Glück fliegt in der Luft.
Zur Geschichte des Brieftaubensports in Westfalen
20. Februar bis 24. April 2005
Westfälisches Industriemuseum Textilmuseum Bocholt
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