Zeche Zollern II/IV
Zeche Hannover
Zeche Nachtigall Witten
Altes Schiffshebewerk Henrichenburg
Henrichshütte Hattingen
Textilmuseum in Bocholt
Ziegelei Lage
Glashütte Gernheim
Angebote
Termine
Öffnungszeiten und Preise
Kontakt und
Anfahrt
Kultur --> Westf. Industriemuseum --> Textilmuseum Bocholt --> Sonderausstellungen --> Frühere Ausstellungen --> Schätze der Seidenstraße
 
zur Startseite WIM Zeche Zollern Zeche Hannover Zeche Nachtigall Witten Altes Schiffshebewerk Henrichenburg Henrichshuette Hattingen Textilmuseum Bocholt Ziegelei Lage Glashuette Gernheim Zur Startseite
 Home | Suche 
 
 
zurück   zurück
 
Farbenfroh sind die typischen Wandbehänge der Turkmenen. Foto: privat
Schätze der Seidenstraße
Textilien und Schmuck der Turkmenen

3. September bis 12. November 2006

Samarkand und Taschkent – da denkt man an Silber und Seide, schillernde Basare, teure Teppiche, wilde Reiter und fremde Völker. Am bekanntesten darunter die Turkmenen. Das Westfälische Industriemuseum trägt die Kultur dieses Völkerstamms in einer neuen Ausstellung 2.500 Kilometer nach Westen: Unter dem Titel „Schätze der Seidenstraße. Textilien und Schmuck der Turkmenen in Zentralasien“ zeigt das Textilmuseum in Bocholt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vom 3. September bis 12. November einzigartige Exponate aus Privatsammlung von Günther und Ursula Hartmann (Berlin).

Die Stücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert geben vielfältige Eindrücke aus der Welt der Turkmenen. Zu sehen sind farbenprächtige Kleider, kunstvoll bestickte Decken und Objekte wie Satteltaschen, Wasserpfeifen und Peitschen. Die wertvollsten Exponate sind aus Silber: Der Schmuck der Turkmenen zählt zu den schönsten und eindrucksvollsten Schmucktypen der Welt.
 
Die Festtagskleidung der Turkmenen zeichnet sich durch kunstvolle Stickereien aus.
Das ehemalige Nomadenvolk lebt heute nicht nur in der Republik Turkmenistan, sondern auch im Norden Afghanistans sowie den Republiken Usbekistan und Tadschikistan. Diese Region Zentralasiens ist seit Jahrhunderten ein Schmelztiegel unterschiedlicher Völker und Kulturen. Denn über wichtige Handelswege – am bekanntesten darunter die Seidenstraße – wurden nicht nur Waren transportiert, auch Kunststile, religiöses Gedankengut, handwerkli-che Techniken und Informationen breiteten sich so aus. Im 16. Jahrhundert drangen Turkmenenstämme in dieses Gebiet vor - ursprünglich Vollnomaden, die sich teilweise als Bauern niederließen.

Ob umherziehend oder sesshaft: „Textilien spielen im Leben der Turkmenen eine zentrale Rolle“, weiß Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp. So zeigt das LWL-Industriemuseum einige der typischen Susanis – bestickte Decken, die ursprünglich als Ü-berwurf des Brautbettes dienten und später als prunkvolle Wandbekleidung in den transpor-tablen Jurten oder festen Lehmhäusern den Wohlstand der Familie bekundeten. Schon bei der Geburt eines Mädchens wurde mit der feinen Stickerei begonnen. Schön und nützlich auch die Einschlagtücher, Abdeckborten und Taschen, mit denen die Nomaden abgelegte Stapel, Wäsche und Gegenstände jeder Art in ihren Jurten abdeckten. „Die Turkmenen können als regelrechte Verpackungskünstler bezeichnet werden“, so Stenkamp.
 
Schmuck gilt als Symbol für den Wohlstand turkmenischer Familien.
Kleidung, Wandbehänge, Überwürfe, Decken aber auch Schmuck und Alltagsgegenstände, Sättel, Schabracken und Babywiegen wurden in der turkmenischen Kultur mit vielen Symbo-len geschmückt. Stenkamp: „Sie drückten Wünsche aus, hatten Schutzfunktionen und gleichzeitig eine soziale Aufgabe. Mit ihren vielfältigen Ausprägungen stifteten sie in Famili-en, Sippen und Stämmen Identität und Tradition.“ Das Tulpenmotiv beispielsweise stellte ein wichtiges Symbol der Jungfräulichkeit und der Fruchtbarkeit dar. Abgeleitet wurde es von Wildtulpen, die zu den ersten Frühlingsblühern in den Steppengebieten Zentralasiens gehö-ren. Mit ihnen erwacht die Natur zu neuem Leben.
 
Schätze der Seidenstraße
Textilien und Schmuck der Turkmenen
3.9. bis 29.10.2006
Geöffnet Di - So 10 – 18 Uhr

Begleitprogramm:
Führung und museumspädagogische Aktion für Kinder:
So, 10.9., und So, 12.11., jeweils von 14-17 Uhr: "Perlenschätze weben". Kosten pro Nachmittag: Eintrittsgeld 1,50 € zzgl. Materialkosten 3 €