Zeche Zollern II/IV
Zeche Hannover
Zeche Nachtigall Witten
Altes Schiffshebewerk Henrichenburg
Henrichshütte Hattingen
Textilmuseum in Bocholt
Ziegelei Lage
Glashütte Gernheim
Angebote
Termine
Öffnungszeiten und Preise
Kontakt und
Anfahrt
Kultur --> Westf. Industriemuseum --> Textilmuseum Bocholt --> Sonderausstellungen --> Frühere Ausstellungen --> Hut & Co.
 
zur Startseite WIM Zeche Zollern Zeche Hannover Zeche Nachtigall Witten Altes Schiffshebewerk Henrichenburg Henrichshuette Hattingen Textilmuseum Bocholt Ziegelei Lage Glashuette Gernheim Zur Startseite
 Home | Suche 
 
 
zurück   zurück
 
Das Foto zeigt drei verschiedene Hüte auf Ständern: Strohhut, schwarzer Federhut und rote Lederkappe
Ob Lederkappe, Kreissäge oder Federhut - in der Ausstellung sind die unterschiedlichsten Modelle zu sehen. Foto: LVR
Hut & Co.
18.3. bis 17.6.2007

Eine Ausstellung zur Geschichte und Bedeutung der Kopfbedeckungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Kooperation mit dem Schauplatz Ratingen des Rheinischen Industriemuseums.

„Alte Hüte gesucht“ – Mit dieser Pressemeldung rief das Industriemuseum im Januar diesen Jahres die Bevölkerung auf, ihre alten Hüte samt den damit verbundenen Erinnerungen und Anekdoten dem Museum für die Ausstellung „Hut & Co.“ zur Verfügung zu stellen. Die Ausstellungsmacher interessieren besonders die Geschichten, die mit den Hüten in Verbindung stehen. War es vielleicht der Hut, mit dem die Angetraute beim ersten Rendezvous Eindruck machte, die Arbeitskappe des Urgroßvaters oder der Sonntagshut, der in einer Schachtel im Keller den Krieg überdauerte?
 
Besucher der Ausstellung begutachten die alten Hutraritäten.
Annähernd 200 Exemplare ermöglichen dem Ausstellungsbesucher in Bocholt einen Streifzug durch die Modegeschichte. Um 1900 etwa trug die „Dame von Welt“ einen breitrandigen Hut, der üppig mit Federn oder gar präparierten Vögeln besetzt war. Glocken- und Topfhüte, verziert mit Nadeln aus Jade, Strass oder Galalith, waren in den 1920er Jahren modern. Vielfalt kennzeichnet auch die Geschichte des Männerhutes – ob Zylinder, Bowler, Panamahut oder Canotier (auch als Kreissäge bekannt), Eden oder Schirmkappe – das Repertoire ist breit gefächert.

Aber Hüte können mehr erzählen als über die modischen Vorlieben ihrer Trägerinnen und Träger. „In der Ausstellung in Szene gesetzt, geben die Hüte einiges von sich preis“, verspricht Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp. Beim Kaffeeklatsch zum Beispiel verharrten Hüte aus gutem Grund auf den Köpfen der Damen, schließlich war der Frisörbesuch lange Zeit ein teures Unterfangen. Und der Zylinder, uns bekannt allenfalls noch als Accessoire, das zum Ball oder zur Beerdigung getragen wird, war im 18. Jahrhundert ein Symbol für eine freiheitliche Gesinnung. Der „Homburg“ begleitete den Unternehmer zum wichtigen Geschäftstermin, während die Schiebermütze die Arbeiter vor dem allgegenwärtigen Staub und Schmutz z.B. in der Weberei schützte. Der breitrandige Strohhut bewahrte die elegante Dame des 19. Jahrhunderts vor einer unerwünschten Bräunung des Teints.

 
Das historische Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen Mann beim Formziehen eines Hutes in der Hutfabrik.
Das Formziehen in der Hutfabrik, Foto: Lorenz Kienzle
Hüte sind aber nicht nur Modeartikel und bieten Schutz vor Wind und Wetter, sie haben ihre eigene Symbolik und Zeichenhaftigkeit. Museumsleiter Stenkamp: „Ob es um soziale Unterschiede oder um das Spiel der Geschlechter geht, um Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsständen oder unterschiedlichen Jugendszenen – immer wieder sind es Kopfbedeckungen, die unmissverständlich Zeichen setzen. Hüte sind eingebunden in gesellschaftliche Umgangsformen und Rituale. Das betrifft vor allem den Männerhut: eine Geste der Höflichkeit, wenn der Herr zum Gruß den Hut lüpft.“ Zahlreiche Redensarten zeugen noch heute von seiner bedeutsamen Rolle: „Hut ab“ – wird immer noch als Ausdruck von Respekt und Hochachtung verstanden, auch von demjenigen, der noch nie einen Hut getragen hat.

Neben Mode- und Symbolfragen geht es in der Bocholter Ausstellung auch um die Hut-Herstellung. Zahlreiche Exponate aus der Produktion wie unterschiedliche Hutformen und -dämpfer sowie eine Fotostrecke von Lorenz Kienzle aus einer Hutfabrik in Guben – einst ein Zentrum der deutschen Hutindustrie – geben Einblicke in den Fertigungsprozess. Seidenbänder in allen farblichen Schattierungen, Federn, Vögel, Blumen und Hutnadeln aus 150 Jahren lassen die Kunst der Putzmacherin lebendig werden. Manche Kopfbedeckung dürfen Besucher auch selbst aufsetzen. Stenkamp: „Wer selbst einmal ausprobieren möchte, wie ihm zum Beispiel ein Zweispitz im Stil Napoleons steht, hat bei uns Gelegenheit dazu.“
 
Christine Krogull (mitte) übergibt den Samt-Hut von Marilyn Monroe samt Originalhutschachtel, den sie in den USA ersteigert hat, an LWL-Museumsleiter Hermann-Josef Stenkamp (rechts) und Claudia Gottfried (links) vom Rheinischen Industriemuseum Ratingen. Foto: LWL
Das Highlight der Ausstellung:
Ein Samthut von Marilyn Monroe

Ganz besonders freut sich das LWL-Industriemuseum um ein erst kürzlich hinzugekommenes Exponat: einen dunkelblauen Samthut mit dazugehöriger Hutschachtel der Filmdiva Marilyn Monroe. Diese Raritäten werden in Bocholt zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. Dr. Hermann Josef Stenkamp nahm die Raritäten am 14.3. (s. Foto) aus den Händen der Leihgeberin Christine Krogull entgegen. Sie stellt ihre Schätze aus zwei großen Nachlass-Auktionen in New York und Los Angeles für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung.