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Die Spinnerei Herding wird Museum
 
Spinnerei Herding um 1930. Foto: Stadtarchiv Bocholt
Es ist der richtige Schritt, nach den erfolgreichen Anfangsjahren nun die Erweiterung des Textilmuseums um den Gebäudekomplex der Spinnerei und Weberei Herding anzugehen.Eine solch deutliche Erweiterung entspricht den aktuellen Anforderungen des Textilmuseums in Bocholt, den gewachsenen Erwartungen des Publikums und schließlich auch dem Konzept des Westfälischen Industriemuseums, an authentischem Ort Industriegeschichte zu vermitteln.
 
Spinnerei Herding heute
Zielsetzung ist, in ein gewachsenes Gebäudeensemble ein Museum zu integrieren, das gestalterisch, didaktisch und denkmalpflegerisch heutigem nationalen wie internationalen Standard genügt. Dabei gilt es, durchaus auch neue Wege zu gehen, die in der Gestaltung wie auch in den gesellschaftlichen Funktionen von Museen neue Alternativen öffnen und das Prozesshafte von Museum thematisieren.
 
Umlagerung von Exponaten.
Der Grundstock dieses Museums wird die Sammlung an Textilmaschinen sein, die in den letzten 25 Jahren zusammengetragen wurden und heute den vermutlich größten Bestand Europas verkörpert. Hier wird es wesentlich darum gehen, eine sinnfällige Auswahl für Ausstellungszwecke und Produktion zu treffen, aber auch durch gezielte Sammlungserweiterung in den nächsten Jahren das Thema Textil entsprechend aktueller Fragen zu komplettieren. Das Museum wie seine Ausstellung werden die Thematik in einer Bandbreite abdecken, die von den unterschiedlichen Maschinen und Produktionsformen, über die Produkte, über Mode und Design bis hin zur Bedeutung für die Menschen reicht. Wichtig wird sein, dass darüber hinaus die Verbindung in die Gegenwart und den Alltag der Bocholter Einwohner wie des nationalen und übernationalen Publikums gelingt: Warum sollten nicht Schneider- oder Designateliers hier ihren Platz finden? Schauspieler, Literaten und Textilkünstler die Aktionsflächen besetzen? Aber auch Radfahrer im Museumscafé pausieren oder die Jazz-Matinee im Kesselhaus stattfinden? Wo einst Garn und Stoffe produziert wurden entsteht morgen Kultur. Kulturfabrik.
 
Aktuelle Informationen
 
Ortstermin am 9.2.2005 (v.l.): Landrat Gerd Wiesmann, Bocholts Sparkassenchef Aloys Eiting, LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe, Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo, Museumsleiter Dr. Hermann Josef Stenkamp
Im Dezember 2004 erwirbt der LWL das Spinnereigebäude der ehemaligen Spinnerei- und Weberei Herding mit Unterstützung von der Sparkassenstiftung Bocholt, dem Kreis Borken, der Stadt Bocholt und dem Land Nordrhein-Westfalen.

In der Pressemitteilung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe vom 9.2.2005 heißt es:
LWL baut sein Textilmuseum Bocholt aus als Raum für das „Gedächtnis eines ganzen Industriezweiges“. Mehr dazu hier!
 
Die geräumte Shedhalle bei der Schlüsselübergabe Anfang Juli 2006
Nach ersten vorbereitenden Arbeiten in dem seit Jahrzehnten leerstehenden Gebäude werden bis Juni 2006 zwei Außendepots geräumt und die Exponate bei Herding eingelagert.
 
Erste Arbeiten in der neuen Werkstatt
Seit November 2006 wird der Gebäudekomplex wieder mit elektrischem Strom, fließend Wasser und Heizung versorgt.
Im Dezember 2006 wird, nach Innenanstrich, Heizungs- und Elektroinstallationen, die neue Restaurierungswerkstatt im Werkstattgebäude von 1951 bezogen.