Programm für lern- und geistig behinderte Schülerinnen und Schüler der Mittel- bis Werkstufen.
I. Kurzbeschreibung des Programms
Dieses Programm soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, durch Beobachten, Ausprobieren und Gestalten die Museumsfabrik kennen zu lernen.
Zentrale Aspekte sind:
- Wie funktioniert ein Handwebstuhl?
- Wie funktioniert ein mechanischer Webstuhl?
- Aufgabenverteilung und Arbeitsbedingungen der Arbeiter in der Fabrik
Durch das eigenständige Arbeiten am Handwebstuhl können die Schülerinnen und Schüler den Vorgang des Webens nachvollziehen. So erfahren sie, welche Bewegungsabläufe und Handgriffe nötig sind, um aus Fäden einen Stoff zu weben.
Eingesetzte Materialien:
- Luftfoto vom Textilmuseum
- Webstuhl mit Schnelllade im Foyer zum Erkunden und Kennenlernen
- Handwebstuhl zur praktischen Erprobung des Webens
- ein Musterbuch, in das sechs verschiedene Stoffmuster eingeordnet und eingeklebt werden müssen
- Modelle der Dampfmaschine und des Heizkessels
II. Verlauf
1.) Standort Foyer: Textilien – Stoffe – Kleidung
- Betrachten des Fotos vom Museum: das Textilmuseum als „alte Fabrik“
- Einstieg in das Programm anhand eines Jutestückchens, das jeder Schüler bekommt. Der Stoff soll sie dazu anregen, Vermutungen darüber anzustellen, wie der Stoff hergestellt wurde. Was passiert wenn sie einzelne Fäden aus dem Stoff herausziehen?
Wie nennt man das Verbinden der Fäden?
Welche Hilfsmittel benötigt man, um Stoff weben zu können?
Der Webstuhl im Foyer:
Die SchülerInnen dürfen den Webstuhl erforschen. Die Funktionsweise und die verschiedenen Teile des Webstuhls werden erklärt. Einige SchülerInnen können selbst den Versuch unternehmen, den Faden im Webschützen durch die Kette zu schießen
2.) Standort Websaal: Handwebstuhl – Mechanischer Webstuhl
- der Handwebstuhl im Websaal und der Webstuhl aus dem Foyer werden verglichen
- der Webvorgang wird an dem Handwebstuhl vorgeführt und erklärt
- jeder Schüler soll im Anschluss selbst tätig werden und einige Schuss weben
- die Schüler können beobachten, wie aus den einzelnen Fäden der Stoff entsteht und welche Handgriffe erforderlich sind
Wie schafft man es, Stoffe schneller herzustellen, um alle Textilien anfertigen zu können, die wir benötigen?
Wie funktioniert ein mechanischer Webstuhl und welche Aufgaben hat der Weber, der ihn bedient? Welche Folgen haben die schlechten Arbeitsbedingungen für den Weber?
Der Weber stellt sich vor und setzt einen Webstuhl in Betrieb, der den Stoff für Grubentücher webt
Am Muster des Stoffes lässt sich gut erkennen, wie schnell die Maschine webt. Der Weber zeigt seine verschiedenen Aufgaben.
Auf dem Weg zur Webstuhlreihe werden verschiedene Stoffmuster an den Webstühlen angeschaut und deren Verwendung überlegt. Die Schüler kennen diese Stoffe zum Teil aus ihrem Alltag: Frottier, Jute, Grubentuch...
Acht Webstühle werden gleichzeitig in Betrieb genommen: die Schüler können so die Arbeitsbedingungen des Webers erleben: Lärm, Staub, gebückte Haltung (Taubheit, Atemnot, Rückenschmerzen).
Musterbuch:
Jeder Teilnehmer erstellt sein eigenes Musterbuch. Die besprochenen Stoffe müssen richtig geordnet und eingeklebt werden
3.) Standort Maschinenhaus:
- die Schüler folgen den laufenden Antriebsriemen vom Webstuhl bis zur Dampfmaschine
- die Dampfmaschine und die Bewegung ihrer Räder und Seile wird beobachtet
Was sind die Aufgaben des Maschinisten?
Warum muss die Maschine geölt werden?
Welche Werkzeuge benötigt man?
Durch Händereiben wird den Schülern gezeigt, dass Reibung Wärme erzeugt. Damit die Maschine durch die Reibung nicht zu heiß wird, muss sie geölt werden.
Die Schüler dürfen die Werkzeuge erkunden und hochheben, um das Gewicht
zu testen
4.) Standort Kesselhaus:
Die Dampfmaschinen im Maschinenhaus benötigen Dampf. Mit Hilfe eines Modells wird gezeigt, wie und womit man Dampf erzeugen kann: Wasserkessel, Wasser, Kohle und Feuer
Was sind die Arbeiten des Heizers?
Wie ist sein Arbeitsplatz? (sehr heiß, schmutzig)
Hinweis: Je nach Aufnahmefähigkeit der Schüler kann der Bereich Maschinenhaus und Kesselhaus sehr verkürzt gezeigt werden.
5) Abschlussrunde
Das Gesehene und gemeinsam Erarbeitete wird noch einmal kurz zusammengefasst. Jeder zeigt sein Musterbuch, das er mit nach Hause nehmen darf.
Text und Idee: Agnes Schilderink