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Omas Schätze aus der Wäschetruhe
1. Kurzbeschreibung des Programms

Die siebenjährige Anna hilft ihrer Oma beim Beziehen der Betten. Voller Bewunderung betrachtet sie die schön bedruckte Wäsche. Wie die bunten Muster auf den Stoff kommen, erfährt Anna in ihrer Entdeckungsreise durch die Museumsfabrik.
Mit dieser Bildergeschichte der kleinen Anna lernen die Schüler verschiedene Arbeiten und Arbeitsplätze in der Museumsfabrik kennen. Vom Spulen und Weben führt der Weg zum Drucken, das alle Kinder zum Abschluss ausprobieren. Mittels Holzmodeln und vieler verschiedener Farben können sie die Technik auf Stoffstücken umsetzen und das Ergebnis mit nach Hause nehmen.

2. Vorüberlegungen

Das Programm ermöglicht den Kindern ein spielerisches Kennenlernen des Museums. Die Entdeckungsreise des kleinen Mädchens führt an verschiedene Standorte im Museum. Dort werden Situationen nachvollzogen und nachgespielt.

Das Programm fördert die aktive Wahrnehmung der Museumsgegenstände. Die Möbel und Textilien im Arbeiterhaus, der Lärm der Spulmaschinen und Webstühle und die Farbe zum Drucken ermöglicht den Kindern eine Wahrnehmung mit allen Sinnen.

Einblick in die Verarbeitung von Fäden zu Stoffen und dessen Veredlung.

Mittels völlig ungiftiger Farbe und Holzmodeln erproben die Kinder selbstständig das Drucken.

Der Museumsbesuch soll den Kindern Spaß machen, zum Erlebnis werden und zum Wiederkommen anregen.

3. Programmverlauf

Einführung: Was ist ein Museum? Was meinen die Kinder, was es hier zu sehen gibt? (Museumsfabrik um 1900). Im Arbeiterhaus lebte eine Familie, nebenan in der Fabrik haben die Eltern und auch die Kinder ihr Geld verdient.

Die Geschichte der kleinen Anna:
Sie ist sieben Jahre alt, besucht die Klasse 1 der Schule und wohnt mit ihren Eltern, der Oma und sechs Geschwistern in diesem Haus.
 
Bild 1: Im Arbeiterhaus
Anna mit Wäschekorb
Anna kommt aus der Schule nach Hause. Nachdem sie ihre Hausaufgaben gemacht hat, muss sie im Haushalt helfen. Heute sollen die Betten frisch bezogen werden. Die saubere Bettwäsche befindet sich im Obergeschoss.
Die Kinder schauen sich nun die Schlafräume an und suchen nach Unterschieden bei den Betten und bei den Bettbezügen.

Die Kinder beschreiben ihre Eindrücke und schildern die festgestellten Unterschiede. In der Wäschetruhe im Flur schauen sie gemeinsam nach sauberer Bettwäsche und nehmen diese mit in die Wohnküche.
Vor dem Schlafzimmer der Großmutter (In der Wohnküche)
 
Bild 2: Oma vor ihrem Bett
Beschreibung von der Einrichtung in Omas Schlafzimmer
 
Bild 3: Oma und Anna in der Wohnküche
Anna ist ganz begeistert von Omas Bettbezügen. Sie sind bunt bedruckt, und Oma ist sehr stolz auf ihre schöne Wäsche. Sie berichtet, dass sie früher selbst in einer Fabrik gearbeitet hat, wo solche Bettwäsche hergestellt worden ist.
Anna ist sehr neugierig und möchte erfahren, wie denn solcher Stoff hergestellt wird und wie die farbigen Muster aufgedruckt werden. Auf diese Fragestellung baut der gemeinsame Museumsrundgang auf.
Erklärung: Da die Großmutter selbst sehr lange in der Fabrik nebenan gearbeitet hat und daher noch gute Kontakte zum Pförtner und auch zu den übrigen Beschäftigten hat, dürfte es möglich sein, mit der kleinen Anna einmal dort hinzugehen. Annas Tante Maria, ihr Papa und auch Paul, der große Bruder von Anna arbeiten dort.
Oma: „Zuerst müssen wir unsere Arbeit fertig machen, dann gehe ich mit Dir in die Fabrik."
 
Bild 4: Vor der Museumsfabrik
Denkanstöße: Erkennt Ihr das Gebäude wieder? Was fällt Euch daran auf?
 
Bild 5: Tante Maria an der Spulmaschine
Tante Maria arbeitet an der Kreuzspulmaschine. Sie spult das Garn auf dicke Spulen, knotet die Fäden aneinander und steckt Garncopse nach.
 
Bild 6: Papa am mechanischen Webstuhl
Hier entdeckt Anna die Fäden wieder. Aus ihnen entsteht der fertige Stoff. Sie ist allerdings enttäuscht, weil dieser Stoff weiß ist und überhaupt nicht schön bedruckt. Sie fragt sich, wie die schönen Muster auf Omas Bettwäsche kommen. Die Webstühle werden angestellt, und die Kinder erhalten einen Eindruck von der Arbeit und der Lärmbelastung, mit der Annas Vater täglich zu tun hat. Annas Ungeduld begegnet Oma mit dem Hinweis, dass sie ja noch weiter zu Annas großem Bruder gehen können, der an der Druckmaschine arbeitet.
 
Bild 7: Im Pädagogikraum
Paul an der Druckmaschine.
Anna entdeckt hier viele Farben, die mit dieser riesigen Maschine auf den Stoff gedruckt werden. Anna beobachtet, wie aus dem einfarbigen Stoff bunte Ware entsteht. Sie ist ganz begeistert. Muster von dem buntbedruckten Stoff werden den Kindern gezeigt. Sie haben Gelegenheit, an verschiedenen Mustern den rohweißen Stoff, buntgewebten Stoff, gefärbten Stoff und auch bunt bedruckten Stoff zu ertasten und genauer zu betrachten. Anna hat nun gesehen, wie aus einzelnen Fäden bunter Stoff entsteht. Begeistert sagt sie zur Oma, dass sie das all ihren Freunden erzählen wird. Damit auch die Schüler ihren Freunden viel berichten können, sollen sie das Drucken jetzt selbst ausprobieren. Material wie Druckmodeln, Farbe, Stoff zum Bedrucken werden an die Kinder verteilt.
Nach Erläuterung durch die Pädagogin/den Pädagogen und Probedrucken auf Papier setzen die Kinder nun eigene Entwürfe um.

Abschluss:
Im Gespräch werden noch einmal die Stationen und Annas Erlebnisse zusammengetragen. Die Kinder dürfen nun ihre bedruckten Stoffstücke, die zu Hause noch durch Bügeln fixiert werden müssen, mitnehmen.


Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Landesbildstelle
Referat für Museumspädagogik
Text und Idee: Elfriede Heitkamp, Agnes Schilderink
Zeichnung: Tania Mairitsch