Zeche Zollern II/IV
Zeche Hannover
Zeche Nachtigall Witten
Altes Schiffshebewerk Henrichenburg
Henrichshütte Hattingen
Textilmuseum in Bocholt
Ziegelei Lage
Glashütte Gernheim
Angebote
Termine
Öffnungszeiten und Preise
Kontakt und
Anfahrt
Kultur --> Westf. Industriemuseum --> Textilmuseum Bocholt --> Angebote --> Angebote für Schulklassen und Kindergruppen --> Hermanns Abenteuer in der Textilfabrik
 
zur Startseite WIM Zeche Zollern Zeche Hannover Zeche Nachtigall Witten Altes Schiffshebewerk Henrichenburg Henrichshuette Hattingen Textilmuseum Bocholt Ziegelei Lage Glashuette Gernheim Zur Startseite
 Home | Suche 
 
 
zurück   zurück
 
Hermanns Abenteuer in der Textilfabrik
Für Kindergarten, Schülerinnen und Schüler der
Primarstufe Klasse 1 und 2
Gruppenstärke: max. 12 Kinder
Dauer: ca. 1 Std.

1. Kurzbeschreibung des Programms

Im Mittelpunkt dieses museumspädagogischen Programms steht die spannende Geschichte des 6-jährigen Hermann, der seinem Vater zum ersten Mal das Mittagessen in die Fabrik bringen darf. In der Fabrik lernt er Arbeiter kennen, die unterschiedliche Aufgaben haben.

Gemeinsam erkunden die Kinder die Situationen der Bildergeschichte in der "Museumsfabrik". In spielerischer Form entdecken die Kinder das Museum als Erlebnisraum und werden für die zeitlichen Veränderungen in der Gegenüberstellung früher und heute sensibilisiert. Die damaligen Arbeitsstätten und Berufe des Heimatraumes können in entdeckenden Formen von den Kindern erfahren werden.

2. Vorüberlegungen

Das Programm ermöglicht den Kindern ein spielerisches Kennenlernen des Museums. Die abenteuerliche Geschichte eines kleinen Jungen bildet den Leitfaden des Programms. An verschiedenen Standorten des Museums entdecken die Kinder Szenen der Geschichte, spielen Situationen nach.

Das Programm fördert die aktive Wahrnehmung der Museumsgegenstände/der musealen Inszenierungen. Eine arbeitende Dampfmaschine, der Lärm laufender Webstühle oder der Geruch von Kohle und Schlacke im Kesselhaus ermöglichen den Kindern eine Wahrnehmung mit allen Sinnen.

Gemeinsam mit dem Museumspädagogen entwickeln die Kinder die Geschichte mit Hilfe der Bilder. Die Abenteuer des 6-jährigen Jungen bieten den Kindern die Möglichkeit zur Identifikation und regen die Phantasie an.

An einem Handwebrahmen erproben die Kinder selbständig den Webvorgang.

Der Museumsbesuch soll den Kindern Spaß machen, zum Erlebnis werden und zum Wiederkommen anregen.

3. Beschreibung des Programmverlaufs

Situation in der Wohnküche des Arbeiterhauses
In einer szenischen Rekonstruktion soll ein Ausschnitt aus dem Alltag in einer Wohnküche dargestellt werden. Eingeleitet wird diese Situation vor dem Arbeiterhaus. Zunächst wird den Kindern die Hauptperson der Bildergeschichte vorgestellt (Zeichnung der Figur ohne Bildhintergrund): "Hermann lebte damals in einem Haus, das so ähnlich aussah wie dieses Haus hier im Museum. In dem Haus findet ihr auch Hermanns Lieblingsspielzeug."
Die Kinder entdecken das Dreirad in der Wohnküche des Arbeiterhauses, ggf. können die Kinder das Dreirad ausprobieren. Anschließend führt der Museumspädagoge mit Bild 1 in die Geschichte ein.
 
Bildergeschichte: Bild 1
Hier ist es gemütlich! Die großen Geschwister sind in der Schule, die Großmutter kocht gerade Suppe für das Mittagessen, und Mutter ist in der Waschküche. Hermann spielt mit dem Dreirad, das Vater ihm zum 6. Geburtstag geschenkt hat. Immer rund um den Küchenstuhl - Luisas Puppe sitzt auf dem Sattel.
Es ist zwölf! Hermann kann zwar noch nicht die Uhr lesen, aber er weiß genau, wann es Mittag ist, denn dann hört man die Dampfpfeife aus der Weberei, in der Papa arbeitet.

Bereits hier werden die Kinder aktiv in das Museumsgespräch einbezogen. Sie beschreiben das Bild, erkennen Ähnlichkeiten zwischen dem Bildhintergrund und der Wohnküche. „In welchem Raum des Hauses beginnt die Geschichte? Findet ihr Bekanntes, Ungewöhnliches...?"
Bei der Beschreibung der Kochmaschine wird die Geschichte mit Bild 2 fortgesetzt. Die Kinder erzählen bzw. spielen diese Situation in der Wohnküche nach.
 
Bild 2:
Oma dreht sich am Herd um: "Wo Johann nur bleibt? Er muß dem Vater doch den Henkelmann mit der Suppe in die Weberei bringen! Es hat doch schon zur Pause gepfiffen! Papa hat Hunger!
Hermanns Augen leuchten: "Darf ich Papa das Essen bringen? Ich bin doch schon groß! Ich frag dann einfach die Arbeiter, wo Papa ist!"
Oma: "Meinst du denn, du schaffst es, an dem Pförtner vorbeizukommen?"
Hermann: "Na klar, ich hab' doch schon oft gesehen, wie Johann das macht!"
 
Situation vor dem Pförtnerhäuschen
In dieser Situation wird deutlich, dass der Pförtner einer Fabrik Kontrollaufgaben hatte und "Unbefugten" das Betreten des Geländes verboten war. Die Kinder beschreiben Bild 3 und suchen nach Möglichkeiten, vom Pförtner unbemerkt das Fabrikgelände zu betreten. Gemeinsam werden Lösungen erprobt.

Situation vor der Eingangstür der Fabrik

In der Geschichte wird in Verbindung mit dem Bild 3 deutlich, dass der Junge das Fabrikgebäude als beängstigend groß empfindet. Die Situation erhöht die Spannung der Geschichte und macht neugierig auf die "Geheimnisse", die hinter der Tür warten.
 
Bild 4:
So groß hat Hermann sich die Fabrik nicht vorgestellt! Vor der großen Eingangstür stehen vornehme Männer mit steifen Kragen und unterhalten sich angeregt. Er schlüpft hinter ihnen hindurch. Keiner hat ihn gesehen. Hermann läuft nach links, öffnet eine schwere Tür und erschrickt!

Situation im Kesselhaus

Im Kesselhaus lernen die Kinder den Arbeitsplatz des Heizers kennen. Mit Hilfe einer Tonaufnahme werden Arbeitsgeräusche aus einem Kesselhaus eingespielt. Die Kinder haben zunächst Zeit, um sich in diesem Raum des Museums umzuschauen. Mit Bild 5 wird die Geschichte weitergeführt. Die Kinder vermuten Aufgaben und Arbeitsbedingungen eines Heizers. (Befeuerung des Kessels / Arbeit in Hitze und Staub).
 
Bild 5:
Es ist stickig heiß hier: Vor einem großen runden Loch in der Wand, in dem ein Feuer lodert, arbeitet ein schwarzer Mann. Mit einer Schaufel legt er Kohle nach. "Also doch!" denkt Hermann "Der schwarze Mann." Wenn er manchmal unartig ist, hat die Großmutter gesagt, dass er die Kinder holt, die nicht hören können. Er versteckt sich schnell hinter einem Kohleberg. Doch dann traut er seinen Ohren nicht. Der schwarze Mann stützt sich auf seine Schaufel, sieht dem Feuer zu und summt. Tatsächlich - er summt. Die Stimme kommt Hermann bekannt vor. Vorsichtig lugt er hinter dem Kohleberg hervor.
"Papa?" Der Mann dreht sich um. Lustige Augen funkeln Hermann aus dem schwarzen Gesicht entgegen. "Ja, wen haben wir denn hier?"
Nein, das ist nicht Papa. Aber Angst hat Hermann jetzt auch nicht mehr! Er kriecht hervor.
"Ich bin Hermann und suche meinen Papa. Der arbeitet hier in der Fabrik und wartet auf seine Suppe."
"Ich glaube, mein Junge, da kann ich dir nicht viel helfen, denn ich bin neu hier. Frag doch mal den Karl, den Maschinisten, der kennt alle Leute. Aber in das Maschinenhaus darfst du nicht hinein! Ich sag' dem Karl Bescheid." Der Mann öffnet eine schwere Tür.
 
Situation im Maschinenhaus
Eingeleitet wird die Situation mit Bild 6 bereits im Kesselhaus. Die Kinder beschreiben das Bild, lernen eine wichtige Aufgabe des Maschinisten kennen (Ölen der Dampfmaschine). Anschließend betreten die Kinder in Abweichung zur Geschichte das Maschinenhaus und sehen die Dampfmaschine in Funktion.

Bild 6:
Hermann sieht einen großen hellen Raum. Der sieht aus wie ein Festsaal. Mittendrin steht eine funkelnde Maschine. Riesengroße Räder drehen sich. Das ist bestimmt die Dampfmaschine, von der Papa erzählt hat. "Na, kleiner Mann, wen suchst du denn?"
"Ich suche den Hubert Schulte, der arbeitet hier." "Ja, den Hubert, den kenne ich gut. Aber der ist doch Weber, da bist du ja ganz falsch gelaufen. Der Websaal ist hinter der Eingangstür rechts. Du hast wohl die linke Tür genommen. Na, dann lauf aber mal ganz schnell, sonst ist das Essen gleich kalt!"
Daraufhin erhalten sie das Bild 7 mit dem Auftrag, den dargestellten Arbeitsplatz selbständig zu suchen.
 
Situation im Websaal
Zunächst werden einige Webstühle in Funktion vorgeführt. Die Kinder erhalten dazu die Aufgabe, herauszufinden, welche Aufgaben ein Weber hatte. Antworten liefert hier die genaue Beobachtung der Tätigkeiten des Maschinenvorführers im Websaal.
Um herauszufinden, wie Stoff entsteht, erproben die Kinder den Webvorgang an einem Handwebrahmen. Mit dieser Erprobung schließt das Programm.











Landschaftsverband Westfalen-Lippe
Landesbildstelle Westfalen
Referat für Museumspädagogik
Text und Idee: Marita Finkenberg
Redaktion: Hans-Jürgen Schürenkamp