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Mutters Küchenschürze
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Für Schülerinnen und Schüler der Primarstufe Klassen 2 – 4
Gruppenstärke: max. 25 Kinder
Dauer: 1,5 Std.
Kosten: 40 €
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Mutters Küchenschürze
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„Mutters Küchenschürze“ veranschaulicht in diesem Programm die hohe Belastung der Arbeiterfrau um 1920 durch die Hausarbeit. In den Arbeiterhäusern des Museums können die Schülerinnen und Schüler hierzu genügend Hinweise entdecken. Für den damaligen Umgang mit Textilien bietet die Küchenschürze ein Schlüsselobjekt, dessen Funktion und Nutzung die Schüler nachvollziehen. Mit der großen Wäsche und dem Ausbessern von Kleidung lernen sie zwei Bereiche intensiver kennen und führen diese Arbeiten selbst aus. Im Vergleich mit der Gegenwart werden die Unterschiede in Arbeitsbelastung und Rollenverständnis deutlich. Im dritten Abschnitt gehen die Schülerinnen und Schüler in der Weberei des Museums der Frage nach, wie Stoff entsteht.
Am Beispiel von Mutters Küchenschürze erkennen die Schülerinnen und Schüler, das Kleidung und deren Funktion einem starken Wandel unterworfen ist.
Vorbemerkung
Die Struktur dieses Programms macht die Teilnahme im Klassenverband möglich. Dazu ist es aber erforderlich, dass eine Lehrkraft die Anleitung einer Arbeitsgruppe übernimmt. Hierzu erhält sie vorab schriftliche Informationen sowie eine Einweisung vor Ort. Wegen des höheren Aufwands kostet dieses Programm 40 €.
Programmverlauf
Einführung:
Mit einer Küchenschürze über dem Arm begrüßt die Museumspädagogin Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte. Im Gespräch werden Gedanken zum Objekt Küchenschürze und seinem historischen Umfeld gesammelt und damit eine Einführung zur Trägerin, der Hausfrau, und ihrem Lebensumfeld in solch einem Arbeiterhaus erörtert. Nach dem individuellen Erkunden des Hauses und seiner Einrichtung werden die gewonnenen Eindrücke zusammengetragen.
1. Die Küchenschürze:
Spielerisch rekonstruieren die Kinder den Tagesablauf einer Familie und beschreiben auch die Aufgaben der Mutter:
- Feuer machen
- Wasser pumpen
- Wasser warm machen
- Kaffee kochen
- Frühstück machen
- Mann und Kinder wecken
- Betten machen
- Geschirr abwaschen
- Wohnung aufräumen
- Tiere füttern
- Küche fegen
- Mittagessen vorbereiten
- (Einkaufen)
- Gartenarbeit
- (Große Wäsche)
- Abendessen machen
- Kleidung nähen und ausbessern
Durch die gemeinsame Betrachtung von drei historischen Schürzen werden das unterschiedliche Aussehen und ihre jeweilige Funktion deutlich:
- gute Schürze (Sonntagsschürze)
- Gartenschürze (Tiere füttern, im Garten arbeiten für grobe Arbeiten)
- Küchenschürze (kochen, putzen und alles, was im Haus anfiel)
Die Schürzen verschmutzten durch ihren Gebrauch. Waren sie verschlissen, mussten sie geflickt werden. Um die Tätigkeiten waschen und flicken selbst ausprobieren zu können, ziehen sich die Schülerinnen und Schüler alle eine Arbeitsschürze über und tragen damit Holz zum Ofen.
2. Große Wäsche und Knopf annähen
In zwei kleinen Gruppen probieren die Schülerinnen und Schüler zwei wichtige Tätigkeiten im Zusammenhang mit Kleidung selbst aus. Dazu werden zwei Gruppen gebildet, die nach einiger Zeit tauschen, so dass alle Kinder beide Tätigkeiten ausgeführt haben.
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Gruppe 1: Große Wäsche (Betreuung durch die Lehrkraft)
Vor den aufgestellten Waschwannen beschreiben die Schülerinnen und Schüler, wie heute gewaschen wird und welche Geräte man dazu benutzt. Sie überlegen, welche Dinge früher zum Waschen benötigt wurden: Wannen, Seife, Bürste, Waschbrett, Wäscheleine und Klammern, um die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen.
Im ersten Schritt sortiert die Lehrkraft mit den Kindern die Wäsche nach Farben und Art. Im Anschluss weichen sie vorbereitete Wäschestücke im vorbereiteten Wasser ein und versuchen sie, mittels Seife, Waschbrett und Bürste vom Schmutz zu befreien. Sie wringen die Wäsche aus und hängen sie anschließend zum Trocknen auf. Zur Betreuung dieser Gruppe wird die Lehrkraft durch die Museumspädagogin kurz eingewiesen und erhält eine schriftliche Arbeitsunterlage.
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Gruppe 2: Wäsche ausbessern (Betreuung durch die Museumspädagogin)
Im Einführungsgespräch erörtert sie mit den Kindern Aspekte von Kleidung und Nähen und insbesondere auch die Frage, was man unternimmt, wenn Kleidung Schäden aufweist. Von Mutters Küchenschürze ausgehend wird deutlich, dass man sich früher nicht jedes Mal eine neue Schürze kaufen konnte, da das Geld nicht reichte. Man stopfte und flickte sie sowie man es mit allen Kleidungsstücken tun musste. Das Nähen soll im Folgenden jedes Kind am Beispiel des Annähens eines Knopfes selbst ausprobieren. Die Museumspädagogin erklärt jeden einzelnen Arbeitsschritt und lässt ihn die Kinder selbst ausführen.
Nachdem beide Gruppen getauscht haben, berichten die Schülerinnen und Schüler in der großen Gruppe von ihren Erfahrungen mit dem Waschen und Nähen, unter anderem wird auch die Frage nach der Herkunft von Stoffen aufgeworfen.
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3. Websaal und Kontor
Am Pädagogikwebstuhl erkunden die Schülerinnen und Schüler die Technik des Webens und übertragen ihre Erkenntnisse im Anschluss auf die mechanischen Webstühle, die ihnen vom Weber des Museums vorgeführt und erklärt werden. Solche Stoffe konnten Fabrikarbeiter auch im eigenen Betrieb erwerben. Beispiele hierfür werden im Museumskontor gezeigt und von den Kindern begutachtet.
Im Abschlussgespräch wird die Frage erörtert, ob die Mütter der Schülerinnen und Schüler auch Schürzen aus solchen Stoffen tragen oder was sie sonst bei der Hausarbeit anziehen. Es wird deutlich, dass Kleidung heute ganz andere Aufgaben übernimmt und schützende Schürzen nur noch in Ausnahmefällen getragen werden. Erst jetzt legen die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsschürzen ab und kehren in die Gegenwart zurück.
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© LWL-Industriemuseum, Textilmuseum in Bocholt
Susanne Geuchen, Angela Huster
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