Gegenstand der Arbeit der Fachstelle Niederdeutsche Sprachpflege ist die Auseinandersetzung mit den niederdeutschen Mundarten Westfalens und den darin überlieferten Texten.
Seit dem 17. Jahrhundert war die Sprachsituation in Westfalen durch das Nebeneinander von Hochdeutsch und Plattdeutsch gekennzeichnet, wobei dem Hochdeutschen die Funktion der Schrift-, dem Plattdeutschen die der Umgangssprache des überwiegenden Teils der Bevölkerung zukam. In den letzten Jahrzehnten hat sich diese Situation grundlegend geändert. Der Gebrauch des Plattdeutschen ist - regional unterschiedlich - stark rückläufig. Plattdeutsch ist dort, wo es noch gesprochen wird, eher Verständigungsmittel der ländlichen als der städtischen Bevölkerung und dabei eher der älteren als der jüngeren Generation.
Seit dem 19. Jahrhundert existiert in Westfalen wie im gesamten niederdeutschen Raum eine ernstzunehmende Literatur in plattdeutscher Mundart. Das Plattdeutsche gehört zur Vergangenheit Westfalens wie zur heutigen sprachlichen Umwelt, und es hat eine literatursprachliche Funktion. Das Plattdeutsche sowie die Inhalte, die in dieser Sprache vermittelt wurden und werden, sind ein wichtiges kulturelles Erbe, das es zu erforschen, zu bewahren und zu fördern gilt.
Aufgabe der Fachstelle für Niederdeutsche Sprachpflege ist es, die vielfältige Arbeit der örtlichen Sprach- und Heimatvereine sowie der plattdeutschen Bühnen zu unterstützen. Auf Wunsch ist sie planerisch und beratend tätig. Da das Plattdeutsche eine örtliche bzw. regional gebundene Sprachform ist, muss das sprachliche Erbe jedoch in erster Linie vor Ort gesammelt und bewahrt werden.
Aufgabe der Fachstelle ist es ferner, durch Tagungen und Veröffentlichungen den Interessierten Hilfsmittel an die Hand zu geben, d. h. wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Hilfe umzusetzen. Entsprechende Publikationen finden Sie in der Veröffentlichungsliste des Westfälischen Heimatbundes, die Sie bei der Geschäftsstelle anfordern können.
Leiter der Fachstelle:
Ulrich Backmann
Südwall 5
45721 Haltern am See
Telefon 02364 4450
E-Mail: uli.backmann[at]freenet.de
Stellvertretende Fachstellenleitung:
Christel Homann
Schlaunstraße 15
59387 Ascheberg-Herbern
Telefon 02599 740810
Dr. Klaus-Werner Kahl
Bornholtstraße 20
48477 Hörstel
Telefon: 05454 7619
E-Mail: kwkahl[at]plattdeutsch.net
Dr. Wilhelm Bleicher
Martin-Luther-King-Str. 19
58638 Iserlohn
Telefon 02371 41573
www.plattdeutsch.net
Eine Unterabteilung der Fachstelle Niederdeutsche Sprachpflege bildet der Schriewerkring. In ihm sind die plattdeutsch schreibenden Autoren Westfalens zum Zwecke des Erfahrungsaustausches, der Beratung und der Kritik eigener Texte in plattdeutscher Mundart zusammengeschlossen. Darüber hinaus diskutieren die Mitglieder des Schriewerkrings die Situation der plattdeutschen Sprache in den Medien, den Schulen und im Alltagsbereich. Im November 2002 erschien eine grenzüberschreitende Anthologie plattdeutscher Gedichte und Erzählungen von westfälischen und niederländischen Autoren. Die Anthologie aus Achterhoek en Liemers, Grafschaft Bentheim, Twente und Westfalen wurde zusammengestellt und herausgegeben von André Hottenhuis, Henk Kosenbrink, Henk Lettink, Richard Schmieding, Tim Sodmann und Hans Taubken.
Erschienen ist das Buch im Achterland-Verlag Bredevoort/Vreden 2002.
Leiterin des Schriewerkrings:
Ingrid Kröner