Was für ein Zirkus!
Am Anfang standen viele Fragezeichen. Während der Arbeit gewann zunehmend die Zuversicht Oberhand. Und am Ende sind es nicht mehr beliebige Arbeitsergebnisse, sondern viele kleine und größere Mosaikstücke, die zusammen zur Aufführung des Zirkus Trommelwirbel verschmelzen. Erst am Tag zuvor hatten die angehenden Zirkusdirektorinnen, Clowns, Artisten, Jongleure, Fakire, Zirkusmusiker und Löwen sich in das Wagnis gestürzt, eine aufführungsreife Präsentation zu entwickeln und mit Leben zu füllen.
Drei Arbeitsgruppen waren im Vorfeld dazu geplant und vorbereitet worden:
- Fliegende Bälle und begnadete Körper (Jonglieren und Artistik)
- Clowns und Direktoren (Komödiantische Szenen und Moderationen)
- Stoffe – Farben – Requisiten (Ausstattung für Bühne und Akteure)
Da einige Teilnehmer eine Musikanlage einschl. Schlagzeug und E-Gitarren mitgebracht hatten, entstand eine vierte Arbeitsgruppe „Zirkusmusik“ in Eigenregie.
Auch das Jonglieren mit Kettensägen und Kleinwagen aus ostdeutscher Produktion beginnt immer ganz klein und fein und filigran mit Tüchern. Diese sind deutlich langsamer als Jonglierbälle und lassen dem Anfänger mehr Zeit, sich auf die Bewegungsabläufe zu konzentrieren. Später kann der geübte Jongleur dann auf Keulen, Fackeln oder Obst umsteigen. Der Grundablauf (die sog. „3-Ball-Kaskade“) erinnert dabei immer an eine liegende Acht. Darstellungen der Bewegungsabläufe finden sich im Internet unter nebenstehenden Links.
Zum Einstieg baute Hanno mit den Teilnehmern Jonglierbälle mit einer Reisfüllung aus Damenstrümpfen selber. Diese Bälle fallen etwas „sackiger“ in die Hand, als feste, glatte, vorgefertigte Bälle. (Alternativ kann man auch Luftballons nehmen, mit Reis oder Sand füllen, den Zipfel abschneiden und ein bis zwei weitere Ballons darüberziehen.) Neben dem Jonglieren übten sich die Teilnehmer auf dem Einrad und dem Nagelbrett. Außerdem kamen Diabolos, Devilsticks, Teller und ein Rolla Bolla zum Einsatz. Und als krönende Gemeinschaftsleistung übten Kinder und Erwachsene gemeinsam eine Menschenpyramide ein!
In der Gruppe „Clowns und Direktoren“ entstanden die Figuren der beiden Zirkusdirektorinnen, zwei Clownsnummern und die Demonstration von hellseherischen Fähigkeiten.
Ausgangspunkt für die Clownsnummern waren Improvisationen, bei denen zwei Clowns in einen Streit um einen Luftballon geraten. Beide stellen dabei unterschiedliche Typen dar: der tollpatschige und naive Clown muß sich gegen den arroganten Kollegen, der sich einbildet das Sagen zu haben, durchsetzen. Aufgrund seiner Pfiffigkeit und Respektlosigkeit gelingt ihm dies dann auch.
Die Arbeit der Gruppe Dekoration gliederte sich hauptsächlich in drei Bereiche: Bühne, Kostüme und Schminken.Unseren Bühnenraum (quasi das Zirkuszelt) gestaltete die Gruppe - unter der Anleitung von Wigi Casper und Ute Kleinelümern - mit Hilfe eines in den Raum gehängten Schwungtuches. Als Bühnenhintergrund dienten zwei mit Samt abgehängte Stellwände. Luftballons, handgemalte Plakate und Girlanden vervollständigten den Eindruck.
Für die Bühnenkostüme standen alte Jacken und Hemden sowie eine bunte Sammlung aus Tüchern, Decken, Stoffen, Krawatten zur Verfügung. Nicht zu vergessen: jede Menge Sicherheitsnadeln! Und ein paar Sachen wurden ruckzuck selber genäht (z.B. die großen Säcke um die Direktorinnen von der Bühne zu entführen).
Das i-Tüpfelchen für alle, war das abschließende Schminken der Akteure (das typische Clownsgesicht, der Löwe, der bärtige Fakir, die schöne Frau…). Ergänzt wurde die Arbeit durch die selbst organisierte Gruppe mit Zirkusmusik, die mit rockig orientierten Stücken den Soundtrack zum Zirkus Trommelwirbel (auch ganz wörtlich zu verstehen) abgab.
Und als kleine Draufgabe, gab es dann noch eine Riesentüte Popcorn - lecker und natürlich selber hergestellt!
Knapp 20 Nummern umfasste die abschließende Aufführung am Sonntagmorgen. Abwechslungsreich, spannend, spontan und mit viel Spielfreude zeigten die Akteure ihre frisch erworbenen Fertigkeiten. Es zeigte sich, daß es egal ist, ob die Teilnehmer Vorkenntnisse haben, ob sie eher sportlich, schauspielerisch, musikalisch oder handwerklich begabt und interessiert sind, ob sie jünger oder älter sind. Alle zusammen haben ein überzeugendes Projekt gestaltet! Ein Vorbild und eine Anregung für jeden Heimatverein, dies auch zu probieren.
Referenten:
Casper, Wigi
Focke, Hanno
Kleinelümern, Ute
Sprenger, Ulrich
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Jugendhof Vlotho und der LAG Kunst und Medien unter der Leitung von Werner Gessner-Krone.