Kaspar: Halt so geht das nicht!
Bevor hier auf der Bühne irgendetwas gespielt wird, müssen doch erstmal die Puppen gebaut werden. Und die Bühne hier, ist doch auch nicht vom Himmel gefallen!
Liebe HEIMAT-MACHER, beschreibt doch bitte zuerst mal, was alles passieren musste, damit jetzt hier überhaupt irgendwas gespielt werden kann!
H-Macher: Wird gemacht, also...
Kaspar: Ja und wie geht es weiter? Sollen wir etwa nackig auf die Bühne?
Ja, wer will denn das sehen
H-Macher: Stimmt, sicher will das niemand, also...
Kaspar: Und was ist mit der Bühne? Was ist mit den Brettern, die die Welt bedeuten? Ihr könnt uns doch nicht in der Luft hängen lassen...!
H-Macher: Klar, was jetzt noch fehlt ist die Puppenbühne! Und die bauen wir so...
Am Ende des Seminars steht die Präsentation der Arbeitsergebnisse – in diesem Fall die Uraufführung eines von den Teilnehmern selbstverfassten Puppenspieles
Zwei Handpuppen, ein paar Requisiten, eine Bühne
Das Lampenfieber der Kinder bleibt den Zuschauern hinter der blickdichten Bühnenbespannung zum Glück verborgen. Handfiguren, Requisiten und Textblätter (es muß nicht unbedingt auswendig gespielt werden!) liegen und hängen hinter der Puppenbühne. Eng ist es hier. Die Moderation hebt den Daumen.
und schon geht es los!
Kasper: Halt – so geht das nicht!
Bevor hier auf der Bühne irgendetwas gespielt wird, müssen doch erstmal die Puppen gebaut werden. Und die Bühne hier, ist doch auch nicht vom Himmel gefallen! Liebe HEIMAT-MACHER, beschreibt doch bitte zuerst mal, was alles passieren musste, damit jetzt hier überhaupt irgendwas gespielt werden kann!
Ausgangspunkt für die meisten gebauten Handpuppen ist eine Styroporkugel, die auf einen Holzstab gesteckt wird. Hierauf wird mit Pappmaché (kann als Pulver zum Anrühren gekauft werden) der Kopf aufgebaut. Puristen können Pappmaché aber auch aus Zeitungspapier selber herstellen. Die Köpfe können als (menschliche) Gesichter naturalistisch oder fantasievoll und übertrieben gestaltet werden. Auch Tierköpfe sind natürlich möglich. Der linke Kopf wurde auf einer Styroporkugel (ca. 8 cm Durchmesser) aufgebaut. Der rechte Kopf besteht aus geknüllten Einweghandtüchern, die mit Klebestreifen fixiert wurden.
Wichtig ist eine eindeutige, klare Gestaltung, die später auch auf Distanz bühnenwirksam ist. Größere Formen (lange Nase, markantes Kinn, große Ohren) können auf einen Unterbau aus Pappe, Draht oder aufgeklebtem Kleinmaterial aufgebaut werden. Die Masse muß nach Fertigstellung 2-3 Tage trocknen. Danach ist sie hart, kann geschliffen, geschnitzt und überlackiert werden. Für unser Seminar bedeutete dies, dass die Figuren zuhause bemalt werden mussten. Bitte unbedingt matte Acrylfarben benutzen (glänzende Lacke überstrahlen später unter der Bühnenbeleuchtung)!
Vergesst auch nicht den Hals anzufügen. Eine kleine Wulst hilft später die Kleidung zu halten.
Nach der Gestaltung des Gesichtes geht man noch daran, zusätzliche Assesoires anzubringen: Haare aus Filz, Wolle oder Fell, Brillen aus Draht, Schmuck aus Perlenresten, Hüte aus Pappe oder Filz. Gerade für diese Kleinigkeiten ist es gut, einen Fundus mit unterschiedlichen Materialien anzulegen. Holzstücke, Verpackungsreste, alte Knöpfe, Perlen, Reste aus der Weihnachtsdeko oder der übliche Plastik-Schnickschnack, der sich in den Schubladen ansammelt – vom Ü-Ei bis zum Werbegeschenk aus China bzw. Plastik - eignen sich hierfür besonders gut. Kleine Requisiten ergänzen den Puppenkopf und machen ihn unverwechselbar.
Die geformten Köpfe müssen ca. 2-3 Tage trocknen. Gut zu sehen: die Wulst am Hals verhindert ein leichtes Abrutschen des Kleides. Wenn der Puppenkopf fertig ist, kann er vom Holzstab abgenommen werden. Das entstehende Loch dient zur Aufnahme des Zeigefingers (der Holzstab muß also eine passende Dicke, ca. 15-18 mm, haben).
Grundsätzlich gilt: Puppen müssen auf Distanz wirken! Deshalb besser auf Klarheit achten und keine verwirrenden, verspielten Kleinigkeiten anhäufen.
Nach der Gestaltung der Köpfe wenden wir uns nun der Bekleidung zu.
Grundlage ist am besten ein Hemdchen. Der Grundschnitt kann für alle Puppen gleich sein (s. Zeichnung). Es werden zwei Stoffstücke geschnitten, die dann zusammengenäht werden. Der Halsausschnitt muss so bemessen sein, dass er fest über den Wulst am Puppenkopf gezogen werden kann und dann hält. Zwei Hände vervollständigen das Kostüm.
Den Grundschnitt für alle Puppenkleider zeigt das untenstehende Foto. Eine Schablone aus Zeitungspapier hilft beim Vorzeichnen des Schnittmusters. Je nach Verwendung kann dieses "Hemd" modifiziert und ergänzt werden.
Eine weitere Arbeitsgruppe in Vlotho baute die dazu gehörige Puppenbühne. Wir entschieden uns hier für ein klappbares Modell:
Spielhöhe ca. 1,80 m, Transportgröße ca. 0,95 x 0,90 x 0,15 m (plus 2 Bretter, Stoffverkleidung und etwas Montagekleinkram).
Grundelement für die Bühnen sind 6 Quadrate 90 x 95 cm aus gehobelten Holzlatten (ca. 20 x 40 mm). Durch raffiniertes Anbringen der Scharniere kann das Gerüst auf die Fläche eines Quadrates zusammengeklappt werden.
Das Klappprinzip kann man sich an einem Blatt Papier gut durch Klappen und Schneiden verdeutlichen
Für die Bespannung entschieden wir uns für einen dunkelblauen Baumwollstoff (blickdicht!), der mit Klettband am Gerüst befestigt wird.
Verstärkt und fixiert wird das Gerüst durch zwei Spielbretter und zwei Winkel.
Oben und in der Mitte wird je ein Spielbrett befestigt. Wir entschlossen uns mit einem Holzbohrer durch Brett und Rahmen zu bohren und dicke Nägel in diese Löcher zu stecken. Alternativ können die Teile aber auch durch Schrauben oder Holzdübel verbunden werden.
Die Spielbretter werden etwas angeschrägt zugesägt. So stehen Seitenteile und Vorderseite etwa in einem Winkel von 100-110 Grad zueinander. Unten fixieren zwei Winkel zusätzlich Seiten- und Vorderteil.
Später werden die notwendigen Requisiten und Puppen an den Spielbrettern befestigt, damit sie während es Spiels schnell zur Hand sind.
Am Ende des Seminars steht die Präsentation der Arbeitsergebnisse – in diesem Fall die Uraufführung eines von den Teilnehmern selbstverfassten Puppenspieles.
( -"Das Lampenfieber der Kinder bleibt den Zuschauern hinter der blickdichten Bühnenbespannung zum Glück verborgen. Handfiguren, Requisiten und Textblätter (es muß nicht unbedingt auswendig gespielt werden!) liegen und hängen hinter Puppenbühne. Eng ist es hier. Die Moderation hebt den Daumen."- )
…und schon geht es los!.....
Ulrich Sprenger
Gerhard Schöll
LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho
Udo Klose
LAG-Bild-und-Medien
Werner Gessner-Krone
Westfaelischer Heimatbund
Ulrich Sprenger (freier Mitarbeiter WHB)
Nicola Jüssen (Puppenspielerin)
Literaturhinweis: SCHLAMP, Reiner: „Rot und blau ist dem Kasper sei Frau“, Don Bosco Verlag