Willy Kramp

Lesebuch

Zusammengestellt und mit einem Nachwort von Heinrich Peuckmann
Köln: Nyland Stiftung 2016.

Geboren am 18. Juni 1909 in Mülhausen/Elsaß als Sohn eines ostpreußischen Eisenbahnbeamten. Als das Elsaß 1918 französisch wurde, zog die Mutter mit ihren neun Kindern nach Pommern. Schulbesuch zunächst in Stolp. Nach dem Abitur Arbeit auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein. Studium (ein Semester) an der Hochschule für Leibesübung in Berlin-Spandau. Studium der Philosophie, Psychologie, Germanistik und Anglistik als Stipendiat der Deutschen Studienstiftung in Bonn, Berlin und Königsberg. 1934 Dr. phil. 1935 Staatsexamen für das Höhere Lehramt. Wohnsitz in Ostpreußen. Von 1936 bis 1939 Lehrer an einer privaten Mädchenschule im Samland und Assistent an der Universität Königsberg. 1939 Einberufung als Heerespsychologe. 1942 Studienrat an der Heeresfachschule. 1943 Soldat. Von 1945 bis 1950 in sowjetischer Gefangenschaft. Von 1950 bis 1957 Leiter des Evangelischen Studienwerkes in Villigst/Schwerte. War in dieser Zeit Mitbegründer des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Gleichzeitig wurde er Mitarbeiter an der Monatsschrift Die neue Furche. Seit 1957 freier Schriftsteller. Er starb am 19. August 1986 in Villigst.

Schlagartig war er 1939 mit seinem Ostpreußen-Roman „Die Fischer von Lissau” bekannt geworden. Aber seine literarische Karriere begann erst 1950 in Villigst, nachdem er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war. Über 20 Bücher hat er hier geschrieben, Romane, Erzählungen und Essays. (Hans Schulz-Fielbrandt)

Im Zentrum von K.s Werk steht das Thema des religiösen Menschen als eines Außenseiters. Dostojewskis Einfluß ist spürbar vor allem in K.s erfolgreichstem Roman „Die Fischer von Lissau“. Eine Vermittlung zwischen christ. Weltbild und Realismus sucht K. im religiösen Entwicklungsroman („Die Jünglinge“ Berlin 1943. Göttingen 1952), im gleichnishaften („Die Prophezeiung“ Göttingen 1950) und im autobiograph. Erzählen („Brüder und Knechte.“ Verkehrte Welten. Zur imaginären Ethnographie des 19. Jahrhunderts. Ebd. 1977, 1981 –. München 1965). (Killy-Literaturlexikon)

Weitere Informationen zu Leben und Werk Willy Kramps im Westfälischen Autorenlexikon