Hans Josef Degenhardt

Lesebuch

Zusammengestellt und mit einem Nachwort von Walter Gödden
Köln: Nyland Stiftung 2017.

Geboren am 3. Dezember 1931 in Schwelm. Volksschule und Gymnasium ebd. 1952 Abitur. Von 1952 bis 1956 Studium der Rechtswissenschaft in Freiburg/Br. und Köln. 1956 Erstes, 1960 Zweites Staatsexamen. Von 1961 bis 1969 Assistent am Institut für Europäisches Recht an der Universität Saarbrücken. Bereits in dieser Zeit Anwaltstätigkeit. 1963 Debüt mit Liedern bei RB und beim WDR. Erste öffentliche Auftritte. Regelmäßig Rundfunkbeiträge (Hörspiele, Features). 1966 Dr. jur. Wachsende Politisierung, gefördert durch freundschaftliche Kontakte zu Wolfgang Neuss, Wolf Biermann und Rudi Dutschke. Zum Jahresende 1968 zunehmende Anwaltstätigkeit in den anlaufenden Demonstrationsprozessen gegen die APO, zu deren öffentlichen Repräsentanten er zählte. 1969 Anwalt in Hamburg. 1971 Ausschluß aus der SPD, u.a. aufgrund seiner Nähe zur DKP. 1972 erreichte seine „Befragung eines Kriegsdienstverweigerers“ den 1. Platz in der WDR-Hitparade; der Roman „Zündschnüre“ belegte 1973 monatelang vordere Plätze der Spiegel-Bestseller-Liste, wurde 1974 verfilmt und 1975 Taschenbuch des Monats; auch der Roman „Brandstellen“ wurde 1977 verfilmt. 1978 hat Degenhardt 150.000 Romanbände, 600.000 Platten und 300.000 Lyrikbände (Textbände) verkauft [...]. (KLG) Durch Zensureingriffe gegen ihn wuchs seine Popularität weiter. Er wurde zu einer Leitfigur der Protestbewegung in der BRD. In den Folgejahren zahlreiche Tourneen, die oft in politische Initiativen eingebunden waren. Er lebte als freier Schriftsteller und Liedermacher in Quickborn und starb dort am 14. November 2011.

Weitere Informationen zu Leben und Werk Franz Josef Degenhardts im Westfälischen Autorenlexikon