Carl Arnold Kortum

Lesebuch

Zusammengestellt und mit einem Nachwort von Hans H. Hanke
Köln: Nyland Stiftung 2013.

Geboren am 5. Juli 1745 in Mülheim/R. als Sohn eines Apothekers. Unterricht durch einen geistlichen Hauslehrer und auf der örtlichen „Lutherischen Schule“, auf der er Sprachkenntnisse in Latein, Französisch und Hebräisch erwarb. 1760 Wechsel zum Archigymnasiums in Dortmund, wo er bei einem Onkel wohnte. 1763 Beginn des Medizinstudiums in Duisburg. Praktizierte anschließend als Arzt in Mülheim im elterlichen Haus. 1766/67 Besuch eines anatomischen Kurses in Berlin (seine einzige größere Reise). Ablehnung von vorteilhaften Stellenangeboten aus Lennep und Hagen. Promotion zum Dr. med. Ab 1770 für 54 Jahre praktischer Arzt in Bochum. Ablehnung weiterer Berufungen nach Rees (1782) und Wesel (1786). Seit 1792 bis zu einem Unfall 1807 nebenamtlich Bergarzt im preußischen Oberbergamt Wetter. Anläßlich seines 50jährigen Doktorjubiläums Ehrendoktor der Universität Duisburg. 1816 Ernennung zum Königlichen Hofrat. Verstarb am 15. August 1824 in Bochum.

Kortum war vielbeschäftigter Arzt, Botaniker, Naturwissenschaftler, Altertumskundler, Alchimist und begabter Zeichner. Er veröffentlichte auf all diesen Gebieten und war Verfasser einer Bochumer Stadtgeschichte und unzähliger historischer Darstellungen und praktischer Ratgeber über die Volksgesundheit (so von Büchern über den Kaffee und den Tee), wobei das Dichten für ihn immer nur eine flüchtige und bloß gelegentliche, oft unzeitige Beschäftigung war (Kleff). Er erklärte in späteren Jahren fast alle Gedichte aus jüngeren Jahren für sehr schlecht (ebd.). Kortum schrieb ferner kleinere Humoresken und Satiren. 1796 gründete er mit – Johann Christoph Friedrich Bährens die alchimistische Hermetische Gesellschaft, die nur aus diesen beiden Mitgliedern bestand. Seit 1769 regelmäßiger Mitarbeiter an westfälischen Unterhaltungs- und Intelligenzblättern, zumeist mit kleineren Artikeln über Alltäglichkeiten und historischen Skizzen.

Wurde vor allem durch seine Jobsiade bekannt, ein langes Knittelversgedicht voller Spott auf die Spießigkeit und feuchtfröhlichen Aventiuren des Studenten Hieronimus Jobs. Die Jobsiade, die zu den Klassikern des deutschen Humors zählt, wurde u.a. von Johann Peter Hasenclever und Wilhelm Busch illustriert. In der Buchfassung wurde sie vielfach neuaufgelegt und erreichte eine Auflage von ca. 100 000 Exemplaren. Eine Quelle der Jobsiade war – Johann Moritz Schwagers Roman Leben und Schicksale des Martin Dickius. Literarisch von sich reden machte Kortum weiterhin als Herausgeber des satirischen Wochenmagazins Allerhand macht dies Blatt bekannt, in dem erste Auszüge aus der Jobsiade erschienen.

Pseudonym: C.A.C.

Weitere Informationen zu Leben und Werk Carl Arnold Kortums im Westfälischen Autorenlexikon