Bibliothek Westfalica

Max Bruns

 

Geboren am 13. Juli 1876 in Minden als Sohn eines Verlegers. Besuch des altsprachlichen Gymnasiums in Minden bis zur Obersekundarreife. Für kurze Zeit Ausbildung zum Buchdrucker in Hannover, obwohl er gern Musiker geworden wäre. Er trat als Lehrling in die Buchdruckerei seines Vaters ein und sammelte praktische Erfahrungen als Buchdrucker in Hannover. Nach der Lehrzeit wurde er technischer Leiter im väterlichen Betrieb. 1889 Promotion zum Dr. phil. Von 1895 bis 1901 erste Phase eigener literarischer Produktivität. 1896 Übernahme des Verlags, der ab 1898 eine Blütezeit erlebte. 1899 Heirat mit Margarete Bruns, geb. Sieckmann, die seine literarische Partnerin wurde. Vermutlich 1899 in Berlin Bekanntschaft mit Paul Scheerbarth, dem Bruns sein Werk Zwei-Einheit widmete. Ab 1902 trat das eigene literarische Schaffen hinter seiner Tätigkeit als Übersetzer und Herausgeber zurück. Von 1910 bis 1922 Intensivierung seines eigenen dichterischen Schaffens. Trotz verlegerischer Erfolge sah er sich Ende der 20er Jahre aus finanziellen Gründen gezwungen, seine Buchbestände und Verlagsrechte an andere Verlage abzutreten. Er beschränkte sich fortan auf die Leitung der zum Verlag gehörenden Druckerei. Keine größeren Reisen. Als Gegner des Antisemitismus wie des Krieges fast völlige Enthaltung von öffentlichen Bekundungen zum nationalsozialistischen Regime. Wenige Tage nach Kapitulation Deutschlands Opfer eines Raubüberfalls. Er starb nach zweimonatigem Krankenhausaufenthalt am 23. Juli 1945 in Minden.
Max Bruns gehört zum Typus des rein literarischen Verlegers, der in den Auseinandersetzungen um die neuen Normen am Ausgang des 19. Jahrhunderts erst entsteht [...]. Herausgabe der führenden Zeitschrift des Naturalismus, Gesellschaft. Publikation der Werke von Autoren wie Johannes Schlaf, Karl Henckell sowie der Gedichte Dautheneys und Alfred Momberts. Druck bedeutender Werke der Weltliteratur; Dichtungen, z.T. sogar autorisierte Ausgaben von Dostojewski, Edgar Allan Poe, Oskar Wilde, H.G. Wells, Flaubert, Baudelaire und André Gide. Zahlreiche Verbindungen zu Schriftstellern, Künstlern und Verlegern, u.a. zu Alfred Momberg, Richard Dehmel, Johannes Schlaf, Ludwig Jacobowski, Michael Georg Conrad, Stefan Zweig, Hermann Hesse, Heinrich Vogeler und Eugen Diederichs. Bruns vertrat die Position der Erhabenheit des Dichterberufs. Formal anspruchsvolle, stark von Musikalität geprägte Lyrik, Vergleich mit Stefan George. Abneigung gegen alles Konkrete und Zweckbestimmte [...], Vorliebe für Reflexionen über Liebe, Schönheit und Tod oder über Motive aus Religion und Mythologie.