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Siegfried J. Schmidt

Geboren am 28. Oktober 1940 in Jülich. 1960 Abitur. Von 1960 bis 1965 Studium der Philosophie, Germanistik, Linguistik und Kunstgeschichte in Freiburg, Göttingen und Münster. 1965 Assistent am Philosophischen Seminar der TH Karlsruhe. 1966 Promotion. 1968 Habilitation für Philosophie an der Universität Karlsruhe. Von 1968 bis 1971 Wissenschaftlicher Rat der Universität Karlsruhe. 1971 Professor für Texttheorie an der Universität Bielefeld. 1973 dort Professor für Theorie der Literatur. Seit 1979 Professor für Germanistik/Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität-GH Siegen. Ab 1984 Direktor des Instituts für Empirische Literatur- und Medienforschung (LUMIS) der Universität Siegen. 1986/87 Forschungsstipendium in Wassenaar/Den Haag. 1997 Professor für Kommunikationstheorie und Medienkultur an der Universität Münster sowie Direktor des Instituts für Publizistik und Medienwissenschaft.

Pseudonym: Sibi Kanz.

Beeinflußt von den Arbeiten der konkreten Poesie und der Konzeptkunst, verfaßte S. literar. Texte, in denen er versuchte, Theorie und Kunst in ihren Erkenntnispotentialen aufeinander zu beziehen. [...] Bis Mitte der 70er Jahre bleibt er dem Konzept der konkreten Poesie verpflichtet. Neben Eugen Gomringer und Max Bense zählt er zu deren wichtigsten Theoretikern. [...] Eine zunehmend krit. Haltung gegenüber den einseitig rationalistischen Prämissen der konkreten Poesie führt zur Einbeziehung metaphor. und assoziativer Sprechweisen sowie zu einer Auseinandersetzung mit tradierten literar. Formen [...]. Dem entspricht die von S. in den 80er Jahren entwickelte Theorie eines „Radikalen Konstruktivismus“, für den „Wirklichkeiten“ Konstrukte der Erkenntnis sind. (Killy-Literaturlexikon)

Auszeichnungen: Nordrhein-Westf. Autorentreffen (Preis in der Gruppe Experimentelle Literatur, 1981) – Erster Preis der Literaturzeitschrift Dichtungsring (1986).

Selbständige Veröffentlichungen: Die Beschreibung des Zusammenhangs von Sprache und Denken in der Sprachphilosophie von Locke bis Wittgenstein. Münster 1966 – Philosophisch-linguistische Beiträge zu einer Grammatik von „Bedeutung“ und „Begriff“. Karlsruhe 1968 – Bedeutung und Begriff. Zur Fundierung einer sprachphilosophischen Semantik. Braunschweig: Vieweg 1969 – Clovek Stroj a básen. Racionáliní Strategie V Esperientální Poezii. Prelozila Bohumila Grögerová, doslov napsal Josef Hirsal. Sveroceské Nakladatelsví 1969 – Ästhetische Prozesse. Ein Beitrag zur Konzeption einer nach-konkreten Kunst. Karlsruhe: Sema 1970 – Visuelle Poesie. Thesen und Textzyklus. AVA-Manifest 1. Hg. von F. Werf. Andernach: Atelier 1970 – Ästhetische Prozesse. Beitrag zu einer Theorie der nicht-mimetischen Kunst und Literatur. Köln: Kiepenheuer & Witsch 1971 – Ästhetizität. Philosophischer Beitrag zu einer Theorie des Ästhetischen. München: Bayer. Schulbuch 1971 – Zeit-Zyklus. Karlsruhe: Sema 1971 – traktat über das wort natürlich. Bielefeld, Karlsruhe: Sema 1972 – Textlinguistik. Kommentierte Bibliographie. München: Fink 1973 [mit W.U. Dressler] – Texttheorie. Probleme einer Linguistik der sprachlichen Kommunikation. Ebd. 1973, 1976 – elemente einer textpoetik. theorie und anwendung. München: Bayer. Schulbuch-Verlag 1974 – Wissenschaftstheoretische Probleme einer theoretisch-empirischen Literaturwissenschaft. Bielefeld: Univ. Fak. für Linguistik und Literaturwiss. 1974 – arbeit breitenbrunn 1974. mappenbuch mit 17 konzeptionellen texten. Werkstatt Breitenbrunn/Burgenland 1975 – Die Schnelligkeit bei der Kunstproduktion nicht unterschätzen. Bielefeld: Sema 1975 – Literaturwissenschaft als argumentierende Wissenschaft. Zur Grundlegung einer rationalen Literaturwissenschaft. München: Fink 1975 – Transformationen 1968. Ein Roman. Karlsruhe, Bielefeld: Sema 1975 – Zum Dogma der prinzipiellen Differenz zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. Öffentlicher Vortrag der Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften, gehalten am 10. Juni 1975 in Hamburg. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1975 – Volumina I, ein Buch 1968-70. Bielefeld: Sema 1975; Edition Marzona o.J.; Breitenbrunn: Werkstatt Breitenbrunn [1977] – volumina II 1971/volumina III 1972. Bielefeld: Sema 1976 – volumina IV 1975-75. die mechanik des S. ein roman. Bielefeld: Edition Marzona 1976 – volumina V. musterbücher und deklarationen. Breitenbrunn 1976 – einsal oder die stammrolle. Münster: VMS 1980 – Generative Phonologie und generative Metrik. Rekonstruktive Untersuchung auf der Grenze zwischen Linguistik und Literaturwissenschaft. Opladen: Westdt. Verlag 1981 [mit A. Barsch] – Zum Literaturbegriff in der Bundesrepublik Deutschland. Braunschweig: Vieweg 1981 [mit D. Hintzenberg und R. Zobel] – Foundations for the Empirical Study of Literature. The Components of a Basic Theory. Hamburg: Buske 1982 – Das Voraussetzungssystem Georg Trakls. Braunschweig: Vieweg 1983 [mit G. Rusch] – Empirische Untersuchungen zu Persönlichkeitsvariablen von Literaturproduzenten. In Zusammenarbeit mit F. Popp und R. Viehoff. Braunschweig: Vieweg 1983 [mit R. Zobel] – Vom Text zum Literatursystem. Skizze einer konstruktivistischen empirischen Literaturwissenschaft. [Hg.: LUMIS. Inst. für Empir. Literatur- und Medienforschung]. Siegen: LUMIS 1984 – Einführung in die empirische Literaturwissenschaft. Braunschweig: Vieweg 1985 [mit H. Hauptmeier] – sechs schritte nach ausserhalb. Bielefeld: Edition Jesse 1986 – sechs & schatten. Siegen: K. Riha 1986 (= experimentelle texte No. 7, hg. von S.J. Schmidt und K. Riha) – Selbstorganisation, Wirklichkeit, Verantwortung. Der wissenschaftliche Konstruktivismus als Erkenntnistheorie und Lebensentwurf. [Festvortrag im Rahmen der Feiern zum 200-jährigen Bestehen des Verlags Vieweg am 25. April 1986 in der Techn. Univ. Braunschweig]. Braunschweig: Vieweg 1986; Siegen: LUMIS 1986 – KUNST: Pluralismus, Revolten. Bern: Benteli 1987 – luftschiffahrt. eine briefpartitur. Bielefeld: Ed. Jesse 1988 – Die Selbstorganisation des Sozialsystems Literatur im 18. Jahrhundert. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1989; ebd. [1992] – Das Latemar-Projekt. Bozen: Edition Sturzflüge 1989; Innsbruck: Studien-Verlag 1998 – Fuszstapfen des Kopfes. Friederike Mayröckers Prosa aus konstruktivistischer Sicht. Münster: Kleinheinrich 1989 – LATEMAR. Ebd. 1990 – why literature is not enough or: literature studies as media studies. [Hg.: LUMIS (s.o.)]. Siegen: LUMIS 1990 – Grundriß der empirischen Literaturwissenschaft. Braunschweig: Vieweg o.J.; Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 – Literaturwissenschaft als interdisziplinäres Vorhaben. [Hg.: LUMIS (s.o.)]. Siegen: LUMIS 1991 – Der Kopf, die Welt, die Kunst. Konstruktivismus als Theorie und Praxis. Wien: Böhlau 1992 – Medien = Kultur? [Vortrag im Kunstmuseum Bern am 31. Okt. 1993; Gespräch im Alten Casino Luzern am 29. Okt. 1993]. Bern: Benteli 1994 – system and observer. two key concepts in (future) literary studies. [Hg.: LUMIS (s.o.)]. Siegen: LUMIS 1994 – Die Geburt der schönen Bilder. Fernsehwerbung aus der Sicht der Kreativen. Opladen: Westdt. Verlag. 1994 [mit B. Spiess] – Kognitive Autonomie und soziale Orientierung. Konstruktivistische Bemerkungen zum Zusammenhang von Kognition, Kommunikation, Medien und Kultur. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1994, 1996, 2003 – alles, was sie schon immer über poesie wissen wollten. (dreißig + dreißig Zustandsberichte). Klagenfurt: Ritter 1996 – Die Welten der Medien. Grundlagen und Perspektiven der Medienbeobachtung. Braunschweig: Vieweg 1996 – Sprache. Kultur und Wirklichkeitskonstruktion. Vortrag 1992. Heidelberg: Carl-Auer-Systeme Verlag und Verlags-Buchh. [1996] – Die Kommerzialisierung der Kommunikation. Fernsehwerbung und sozialer Wandel 1956-1989. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1996 [mit B. Spiess] – Die Zähmung des Blicks. Konstruktivismus, Empirie, Wissenschaft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998 – Kalte Faszination. Medien, Kultur, Wissenschaft in der Mediengesellschaft. Weilerswist: Velbrück Wiss. 2000 – Orientierung Kommunikationswissenschaft. Was sie kann, was sie will. Reinbek: Rowohlt 2000 [mit G. Zurstiege] – Design-Theorie. Beiträge zu einer Disziplin. Frankfurt a. M.: Anabas-Verl. 2001 [mit C. Meier] – Erfahrungen. Österreichische Texte beobachtend. Klagenfurt: Ritter 2002 – Geschichten & Diskurse. Abschied vom Konstruktivismus. Reinbek: Rowohlt 2003 – Zwiespältige Begierden. Aspekte der Medienkultur. Freiburg im Breisgau: Rombach Druck- und Verlagshaus 2004 – Handbuch Werbung. Unter Mitarb. von M. Gizinski. Münster: Lit 2004 – Unternehmenskultur. Die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Weilerswist: Velbrück Wiss. 2004 – Lernen, Wissen, Kompetenz. Vorschläge zur Bestimmung von vier Unbekannten. Heidelberg: Carl Auer 2005 – Jonas. Hamburg: Rabenstark Spielzeug 2007 [mit J. Kruk] – Kommunikationswissenschaft: Systematik und Ziele. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verl. 2007 [mit G. Zurstiege] – Systemflirts: Ausflüge in die Medienkulturgesellschaft. Weilerswist: Velbrück Wiss. 2008.

Herausgabe: text – bedeutung – ästhetik. München: Bayer. Schulbuch-Verlag 1970, [1972] – konkrete dichtung. texte und theorien. Ebd. 1972 – zur grundlegung der literaturwissenschaft. Ebd. 1972 – Schön. Zur Diskussion eines umstrittenen Begriffs. München: Fink 1976 – Das Experiment in Literatur und Kunst. Ebd. 1978 – Empirie in Literatur- und Kunstwissenschaft. Ebd. 1979 – Literatur und Kunst – wozu? Heidelberg: Winter 1983 – Friederike Mayröcker. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984 – Der Diskurs des Radikalen Konstruktivismus. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1987 – Gedächtnis. Probleme und Perspektiven der interdisziplinären Gedächtnisforschung. Ebd. 1991, 1992, 1996 – Kognition und Gesellschaft. Ebd. 1991, 1992, [1994] – Heinz von Foerster: Wissen und Gewissen. Versuch einer Brücke. Ebd. 1993, 1994, 1996 – Literaturwissenschaft und Systemtheorie. Positionen, Kontroversen, Perspektiven. Opladen: Westdt. Verlag 1993 – Empirische Literatur- und Medienforschung. Beobachtet aus Anlass des 10jährigen Bestehens des LUMIS-Insituts 1994. Siegen: LUMIS 1995 – Werbung, Medien und Kultur. Opladen: Westdt. Verlag 1995 [mit B. Spiess] – „Ersichtlichkeiten“. Internationale visuelle Texte der 90er. Siegen: Univ. 1996 – Konstruktivismus in Psychiatrie und Psychologie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2000 [mit G. Rusch] – Advertising and entertainment. Amsterdam: Elsevier 2001 – Werbung, Mode und Design. Wiesbaden: Westdt. Verl. 2001 [mit G. Zurstiege] – Lernen im Zeitalter des Internets. Grundlagen, Probleme, Perspektiven. Bozen: Pädagogisches Institut für die deutsche Sprachgruppe 2001 – Affektive Kommunikation: Unterhaltung und Werbung. Münster: Lit 2001, 2003 – Zwischen Platon und Mondrian: Heinz Gappmayrs konzeptuelle Poetik. Klagenfurt, Wien: Ritter 2005 – Medien und Emotionen. Münster: Lit 2005 – Die Moral der Unternehmenskommunikation. Lohnt es sich, gut zu sein? Köln: von Halem 2009 [mit J. Tropp] – Die (Un)Möglichkeit der Kommunikation. Frankfurt a. M., Berlin, Bern, Bruxelles, New York, NY, Oxford, Wien: Lang 2009.

Unselbständige Veröffentlichungen: zahlr. Beitr. in Anthologien, Ztg. und Zeitschr.

Sonstige Medien: Themenfeld Werbung. Eine Auswahlbibliographie. 2005 [CD-ROM] – Beobachtungsmanagement [Tonträger]: über die Endgültigkeit der Vorläufigkeit. Konzeption, Regie und Produktion: C. Jacke. Köln: Supposé 2007.

Unselbständige Veröffentlichungen über S.J. Schmidt: H. Wallmann: Umfahrungen um S.J. Schmidt, in: Schreibheft, Nr. 31, 1988, S. 148f.

Einzelausstellungen: Essen: Stadtbücherei 1959 – Göttingen: junges Theater 1962 – Alpach/Tirol, internationale HochschulWochen 1967 – Karlsruhe: Inseltheater 1967 – Mailand: Centro Tool 1971 – Stuttgart: Galerie Senatore 1971 – Bochum: Galerie Baecker 1973 – Breitenbrunn: Werkstatt Breitenbrunn 1974 – Oldenburg: Oldenburger Kunstverein 1974 – Warschau: Galerie Partum 1974 – Osieki: Open Air 1974 – Bielefeld: Kunsthalle 1974 – Karlsruhe: Bad. Landesbibl. 1975 – Breitenbrunn: Werkstatt Breitenbrunn 1975 – Bielefeld: Galerie Marzona 1976 – Bochum: Städt. Museum 1976 – Beteiligung an 24 Gruppenausstellungen.

Sammlung: StLB Dortmund, Personenslg.: Zeitungsausschnittslg.

Nachschlagewerke: Sie schreiben zwischen Paderborn und Münster 1977 – Who’s Who in Literature? Bd. 1, 1978/79 – Killy, Bd. 10, 1992 – Literatur-Atlas NRW 1992 – Westf. Autorenverzeichnis 1993 – Who’s Who NRW? 1997 – Wer ist Wer, 38. Ausg., 1999/2000 – Dt. Bibliothek.