Bibliothek Westfalica

Felix Fechenbach

Geboren am 28. Januar 1894 in Mergentheim als Sohn eines Bäckers. Ab etwa 1900 Besuch der jüdischen Elementar- und Realschule. Im selben Jahr Umzug der Familie nach Würzburg. Er mußte schon früh, parallel zum Schulbesuch, im Geschäft des Vaters mitarbeiten, wodurch seine Schulausbildung vernachlässigt wurde. Seit 1904 Besuch der Werktagsschule im benachbarten, heute eingemeindeten Heidingsfeld. 1907 Beginn einer kaufmännischen Lehre in einer Würzburger Schuhwarengroßhandlung. 1910, nach Abschluß der Lehre, wurde er Handlungsgehilfe in der Firma. Nun trat er, auf Anregung seines gewerkschaftlich aktiven älteren Bruders, dem "Zentralverband der Handlungsgehilfen und ‑gehilfinnen Deutschlands" bei. Erstmals wird hier der politisch denkende Felix Fechenbach sichtbar. Der Verband war eine sozialdemokratisch orientierte Angestelltenorganisation, die den SPD-nahen Freien Gewerkschaften angehörte. Auch in der sozialdemokratischen Jugendbewegung in Würzburg engagierte er sich. (Flade 1988) 1911 ging er, weil ihm Würzburg zu beengt erschien, nach Frankfurt/M., wo er Handlungsgehilfe in einer Schuhwaren-Großhandlung wurde. Als der Chef die Arbeitszeit ohne gleichzeitige Lohnerhöhung verlängern wollte, organisierte der 17jährige den geschlossenen Widerstand des Personals und wurde entlassen. (ebd.) Einige Monate Gelegenheitsarbeit. 1912 ließ er sich in München nieder, wo er eine Stelle in einem Schuhwarengeschäft annahm. Nach kurzer Zeit trat er in ein Arbeitersekretariat ein und wurde Funktionär der Arbeiterbewegung. Der 18jährige kümmerte sich im Auftrag der Münchner Gewerkschaftsorganisation um die Angestellten und ihre Probleme. Tagsüber arbeitete er im Büro, abends hielt er Versammlungen ab, besuchte wieder die Fortbildungsschule, um seine lückenhafte Bildung zu vervollständigen und betätigte sich in der SPD-Jugendsektion. Gleichzeitig erschienen in der Gewerksschafts- und SPD-Presse die ersten Artikel aus seiner Feder. (ebd.) Er mußte sich aber auch Anfeindungen als "dreckiger Judenbub" gefallen lassen. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat an der Westfront. Er zeichnete sich als Patrouillenführer aus und erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Im Februar 1915 schwere Verwundung, die einen mehrmonatigen Lazarettaufenthalt notwendig machte und zu einer bleibenden Frontuntauglichkeit führte. Er wurde im militärischen Büro in München eingesetzt. In München nahm er die Arbeit in der Jugendsektion der SPD wieder auf und schloß sich dem politischen Journalisten Kurt Eisner an, der sich von der SPD lossagte und separate Treffen durchführte, die Fechenbach organisierte und bei denen er u.a. mit Oskar Maria Graf zusammentraf. Nach Spaltung der SPD Eintritt in die USPD. In München hörte er daneben an der Universität volkskundliche Vorlesungen. Im Oktober 1918 legte er eine Prüfung ab, die ihm den Zugang zur Handelshochschule in München ermöglichte. Es gelang Kurt Eisner in München, Teile der Arbeiterschaft in Massenversammlungen für Streiks zu mobilisieren; Fechenbach verfaßte und verteilte illegale Flugblätter, was den Militärbehörden nicht verborgen blieb. (ebd.) Er mußte sich vor dem Militärgericht verantworten, bekam aber ein mildes Urteil. Er blieb in München, wohnte bei Kurt Eisner und arbeitete zielstrebig auf die Revolution hin, an deren Durchführung er maßgeblich agitatorisch beteiligt war. Nachdem Bayern am 7./8. November 1918 zur ersten Republik im Deutschen Reich erklärt worden war, wurde er persönlicher Sekretär und Referent des damaligen Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Auf Drängen seiner Verlobten besuchte er daneben an der Münchener Universität juristische, volkswirtschaftliche und historische Vorlesungen, um sich auf die Promotion in Nationalökonomie vorzubereiten. Nachdem der Einfluß der USPD gesunken und Eisner im Februar bei einem Attentat ermordet worden war, verließ er München im April 1919. Am Tag darauf wurde er wegen politischer Umtriebe gegen die Regierung Hoffmann verhaftet und in Schutzhaft genommen, jedoch kurz darauf wieder freigelassen. Am 12. August 1919 Heirat mit der Medizinstudentin Martha Czernichowski. Zu den Gratulanten gehörte u.a. Albert Einstein. Aufgrund seiner unsicheren finanziellen Lage nahm Fechenbach einen kaufmännischen Beruf an. Er wurde Reisender für eine Chemnitzer Textilfabrik und wohnte bei einem seiner Brüder in Chemnitz. Im Januar 1920 bezog er gemeinsam mit seiner Frau eine Wohnung in Leipzig. Für zwei Monate Redaktionsleitung einer Zeitung der sudetendeutschen Sozialdemokraten in Aussig, bevor ihn die tschechoslowakische Regierung wegen unerwünschter politischer Aktivitäten auswies. Er blieb weiterhin im Journalismus tätig – bereits früher hatte er für die Münchener Tagebuchblätter und die Basler Nationalzeitung gearbeitet – und gründete ein Pressebüro, von dem aus er die gesamten USPD-Zeitungen in Deutschland mit regionaler Berichterstattung aus Bayern belieferte. Unter anderem setzte er sich kritisch mit rechtsradikalen Umtrieben auseinander. 1922 wurde ein politischer Schauprozeß wegen Landesverrats gegen ihn geführt. Für die "nationalen" Kreise Bayerns war er eine der zentralen Symbolfiguren des Umsturzes vom November 1918, für den er nun büßen sollte. (ebd.) Seine Frau, von der er inzwischen geschieden war, lieferte in einer neunseitigen Denunziationsschrift weiteres Material gegen ihn. Am 10. August 1922 Festnahme, am 3. Oktober Prozeßbeginn. Er wurde zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil stieß in der Öffentlichkeit und Presse auf schärfste Ablehnung und wurde im Reichstagsplenum diskutiert. Der Fall aber hatte nun überregionale Bekanntheit erreicht und wurde, beispielsweise von Kurt Tucholsky in der "Weltbühne", von Thomas Dehler und von der Deutschen Liga für Menschenrechte immer wieder aufgegriffen. In mehreren Städten kam es zu Protestkundgebungen. 1924 sprachen sich 30.000 Bürger mit ihrer Unterschrift für die Freilassung Fechenbachs aus. Aufgrund dieses öffentlichen Drucks wurde die Strafe gegen Fechenbach, der seit dem 28. Oktober 1922 in Erbach einsaß, auf drei Jahre und sechs Monate verringert, von denen zwei Jahre und vier Monate als verbüßt galten. Die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre blieb bestehen. Im Dezember 1926 beschloß das Reichsgericht ohne neue Verhandlung, das Urteil einschließlich des Ehrverlusts aufzuheben. Am 20. Dezember 1924 erfolgte Fechenbachs Haftentlassung. Umzug nach Berlin, wo er Redakteur verschiedener sozialdemokratischer Zeitungen war. Daneben engagierte er sich in der Deutschen Liga für Menschenrechte und der Sozialistischen Arbeiterjugend. Freundschaft u.a. mit Brecht, Einstein und Tucholsky. Am 26. September 1925 Heirat mit der Krankenschwester Irma Eppstein, mit der er später drei Kinder hatte. Besonders beschäftigte er sich in seinen Berliner Jahren mit dem Handpuppenspiel, dessen anarchistisch-kritisches Potential er mit der Figur des "Genossen Kasperl" auch für Erwachsene aktivieren will. (Vogt 1995) Ab 1929 wurde er in Detmold für die SPD-Zeitung Volksblatt tätig. Der neue Redakteur modernisierte Erscheinungsbild und Inhalt des Blattes, nahm den publizistischen Kampf mit der erstarkenden NSDAP auf und sprach auf zahlreichen Parteiversammlungen. Zeitgenossen berichten, er habe "eine unerhörte rednerische Begabung" gehabt und sei der beste sozialdemokratische Redner in Lippe gewesen. (Flade 1988) Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde er als Redakteur aus der Pressekonferenz der Landesregierung ausgeschlossen und verfolgt. Seine Frau brachte sich mit ihren Kindern in Augsburg in Sicherheit. Am 11. März 1933 wurde Fechenbach in Detmold für mehrere Monate in sog. Schutzhaft genommen. Während dieser Zeit verfaßte er kleinere Erzählungen für seine Kinder und arbeitete an dem Roman Der Puppenspieler, der Erinnerungen seiner Kindheit aufgriff. Auf Veranlassung Himmlers sollte er ins KZ Dachau überführt werden. Auch Reinhard Heydrich schaltete sich ein und gab womöglich den Rat, mit dem politischen Todfeind kurzen Prozeß zu machen. (ebd.) Fechenbach wurde am 7. August 1933 auf dem Weg ins KZ Dachau im Kleinenberger Wald nahe Scherfelde (im Lippischen) durch mehrere Schüsse ermordet. Seine Frau hatte er bereits zuvor in die Schweiz gebracht. Von dort flüchtete sie mit Hilfe Albert Einsteins in die UStA.

Felix Fechenbach verdient sicherlich weniger Aufmerksamkeit als Dichter denn als bemerkenswerter politischer Journalist. Seine im engeren Sinn literarischen Texte dienen demzufolge allesamt nicht zuletzt der politischen Aufklärung, ihre Botschaft besteht in der Werbung für radikal demokratische Werte, wobei Fechenbach mitunter auch in Opposition zur eigenen Partei gerät. Bereits mit der Wahl der literarischen Gattungen wendet er sich nicht an bildungsbürgerliche Kreise, sondern vor allem an ein literarisch weniger routiniertes Publikum: mit Fabeln und ihrer unübersehbar didaktischen Funktion mitsamt einer klaren, aufklärenden Aussage, mit kürzeren Erzählungen, die er vor allem für seine Kinder schreibt, und mit Puppenspiel-Stükken um den "Genossen Kasperl" für Kinder und Erwachsene, die mit Walter Benjamins Hörspiel "Radau um Kasperl" (1932) zumindest die zentrale – subliterarische und derb-volkstümliche – Jahrmarktfigur gemeinsam haben. (Vogt 1995)

Pseudonym: Rudolf Franke.

Selbständige Veröffentlichungen: [umfangr. Slg. Fritz-Hüser-Inst., Stadt Dortmund) Im Haus der Freudlosen. Bilder aus dem Zuchthaus. Berlin: Dietz 1925. 131S. (UB Wuppertal, UB Bonn, ULB Düsseldorf); Neuaufl. mit dem Untertitel: Als Justizopfer im Zuchthaus Ebrach. Hg. von R. Flade. Würzburg: Königshausen und Neumann 1993. 167S. (UB Siegen) – Der Revolutionär Kurt Eisner. Aus persönlichen Erlebnissen. Berlin: Dietz 1929. 64S. (StUB Köln, StB Wuppertal-Elberfeld, ULB Düsseldorf) – Mein Herz schlägt weiter. Briefe aus der Schutzhaft. Vorw. von H. Mann. St. Gallen: Kultur-Verlag 1936. 63S. (Bibl. der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn); Nachdr. Passau: Andreas-Haller-Verlag 1987 [Beitr.: R.M.W. Kempner: Felix Fechenbach, ein Märtyrer der Justizgesch.] – Das Felix-Fechenbach-Buch. Anonym hg. von W. Victor. Arbon/Thurgau: Eichen-Verlag 1936. 435S. [Inhalt: Schr. von Fechenbach; Beitr. von W. Victor und O.M. Graf] (UB Bonn, StA Bielefeld, StLB Dortmund, Bibl. des Dt. Gewerkschaftsbundes Düsseldorf) – Der Puppenspieler. Zürich: Scheuch 1937. 303S. (UB Bonn); Neuaufl. mit dem Untertitel: Ein Roman aus dem alten Würzburg. Hg. von R. Flade und B. Rott. Würzburg: Königshausen und Neumann 1988. 218S. [Abb.; R. Flade: Leben und Tod Felix Fechenbachs; B. Rott: Felix Fechenbach und das Puppenspiel; Nachw.] (UB Paderborn, ULB Münster) – Kasperl als Lehrbub. Puppenspiel. Leipzig: Lipinski o.J. (=Proletar. Kasperle-Theater) – Kasperl als Nachtwächter. Ebd. o.J. (=Proletar. Kasperle-Theater) – Kasperl in Afrika. Ebd. o.J. (=Proletar. Kasperle-Theater 10) – Kasperl und der Polizist. Ebd. 1926 (=Proletar. Kasperle-Theater 11) – postum: Im Haus der Freudlosen: als Justizopfer im Zuchthaus Ebrach .Nachdr. der Ausg. Berlin, Dietz, 1925. Hg. von R. Flade.Würzburg: Königshausen & Neumann, 1993.167 S.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Handlungsgehilfen-Ztg. 17, Nr. 18 vom 3.9.1913 [Beitr.] – Münchener Post vom 7.3.1913: Ein Wort an die Eltern der kaufmännischen Jugend – Neue Ztg., München, Nr. 1 vom 20.12.1918: Erzberger [unter Pseud. Rudolf Franke]; Nr. 5 vom 23.12.1918: Jugend und Revolution [Pseud.] – Frankfurter Ztg., Nr. 187 vom 11.3.1919: Kurt Eisner und seine Epigonen – Basler Nationalztg., Nr. 86 vom 19.2.1919 [Bericht über die Demonstration von 16.2.] – Vorwärts, Berlin, Neujahrsausg. 1925: Doppelte Moral; Fabel – Jung-Sozialist. Bl. 4, 1925: Jungsozialistische Frühzeit – Baseler National-Ztg.: Münchener Tagebuchblätter [zur Gesch. der Münchener Räterepublik] – Volksbl., Bochum, 1927: Politische Anekdoten. Nacherzählt – Sozialist. Bildung 1929, Nr. 14: Kurt Eisner, ein Lebensbild – Die Menschenrechte, Organ der dt. Liga für Menschenrechte, 4, 1929: Kurt Eisner im Kampf gegen den Krieg – Volksbl., Detmold [u.a. Jg. 10, Nr. 265 vom 12.11.1929: Ausstellung des Lippischen Künstlerbundes; Jg. 11, Jubiläumsnr. 1930: Arbeiterschaft und Presse; Nr. 27 vom 1.2.1930: August Schmuck erzählt... [Bildn.]; Jg. 13, Nr. 225 vom 24.9.1932: Kommunisten; Nr. 267 vom 12.11.1932: Radikalismus; Nr. 272 vom 19.11.1932: Klassenkampf; Nr. 273, 275 vom 21., 23.11.1932: Weihnachtsausstellung des Lipp. Künstlerbundes; Nr. 304 vom 28.12.1932: Radikalismus; Nr. 306 vom 31.12.1932: Vor der Entscheidung; Jg. 14, Nr. 6 vom 7.1.1933: Warum Hitler zu spät nach Detmold kam; Nr. 15 vom 18.1.1933: Lippe und das Reich; Nr. 27 vom 1.2.1933: Die neuen Herren; Nr. 34 vom 9.2.1933: Was gespielt wird; Nr. 42 vom 18.2.1933: PJ warten auf Anstellung; Nr. 50 vom 28.2.1933: Hochverrat; z.T. Nachdr. Steinbach 1994, s.u.] – postum: Lipp. Mitt. aus Gesch. und Landeskunde, Detmold, 52, 1983: Tagebuchblätter aus meiner militärischen Schutzhaft (26. April 1919 bis 11. Juni 1919). Eingel. und bearb. von A. Keller und C. Vanja – weitere Beitr. in: Leipziger Volksztg.; Tagwacht, Bern; Freiheit, Düsseldorf [Korrespondentenberichte] – Steinbach 1983 [s.u.; Nachdr. aller Art. Fechenbachs, die unter dem Titel "Nazi-Jüsken erzählt..." im Volksbl. Detmold erschienen].

Redaktion: Volksrecht. Aussig 1920 [für zwei Monate Übernahme der Red. unter dem Pseud. Rudolf Franke] – Arbeiter-Presse. München 1921 [23.9.-19.12.1921; Zeitungskorr., deren Art. von verschiedensten Ztg. übernommen wurden] – Vorwärts. Abendausgabe "Der Abend". Berlin: Dietz 1925-1929 [Redaktion; Beitr. u.a.: Im Land der Puppen und Spielwaren; Glitzerndes Elend; 80 Stunden Arbeit in der Woche; Kinder ohne Betten. Die Not der schlesischen Weber; Die Armen von Reichenbach] – Volksblatt. Detmold 1929-1933 [Red.; Beitr.].

Zeitgenössische und literarische Zeugnisse: Arthur Zickler: Der Sprung in die Welt. Ein Jung-Arbeiter-Roman. Stuttgart, Berlin 1922 [Figur des Andreas Pauli] – Gerda Walther: Zum anderen Ufer. Remagen 1960 [Erinnerungen] – Oskar Maria Graf: Theresienwiese, in: Süddt. Ztg., München, vom 9.11.1968 – Walter Preuß: Im Haus der Freudlosen. Erinnerungen an Felix Fechenbach, in: MB, Wochenztg. des Irgun Olej Merkas Europa, Nr. 12 vom 21.3.1969 – Leonie Ossowski: Wolfsbeeren. Roman. Hamburg 1987.

Selbständige Veröffentlichungen über Fechenbach: M. Hirschberg: Der Fall Fechenbach vor dem Münchener Volksgericht. Eine Darstellung nach den Akten. Berlin 1922 – A. Freymuth: Das Fechenbach-Urteil. Eine Untersuchung im Auftr. des Republikan. Richterbundes. Mit einem Vorw. von F. Thimme. Berlin 1923 – M. Hirschberg, F. Thimme (Hg.): Der Fall Fechenbach. Jurist. Gutachten. Tübingen 1924 (ULB Münster, ULB Düsseldorf) – G. Pohl: Dt. Justizmord. Das jurist. und polit. Mat. zum Fall Fechenbach zugleich eine Antw. der dt. Intellektuellen an die dt. Republik. Mit einem Beitr. von J.R. Becher. Leipzig 1924 – R.M.W. Kempner: Felix Fechenbach, ein Märtyrer der Justizgesch. o.O. [1969] – P. Dreyfus, P. Mayer: Recht und Politik im Fall Fechenbach. Berlin 1925 – Felix Fechenbach. Geb. 28. Febr. 1894, ermordet 7. August 1933. Hg. von den Jungsozialisten in der SPD, Unterbezirk Lippe. Zsgest. von R. Kagelmacher u.a. Detmold 1980 [Abb.] – H. Schueler: Felix Fechenbach 1894-1933. Die Entwicklung eines republikan. Journalisten. Bonn 1980 [Diss.]; ders.: Auf der Flucht erschossen. Felix Fechenbach 1894-1933. Eine Biogr. Köln 1981 [Abb.] – P. Steinbach: "Das Schicksal hat bestimmt, daß ich hierbleibe." Zur Erinnerung an Felix Fechenbach (1894-1933). Mit einer Zusammenstellung der Art. von "Nazi-Jüsken". Hg., eingel. und bearb. im Auftr. des Landesverbandes Lippe. Berlin 1983 – H. Schueler: Auf der Flucht erschossen. Felix Fechenbach 1894-1933. Eine Biogr. Frankfurt/M., Berlin, Wien 1984 – U. Calow: Felix Fechenbach im lipp. Wahlkampf 1932/33. Paderborn 1984 [Abb.] – D. Heistermann (Hg.): Felix Fechenbach. Ein Leben für die Freiheit. Warburg 1993 – Felix Fechenbach, 1984-1933, Journalist, Schriftsteller, Pazifist. Symposion zum 100. Geburtstag, 28. und 29. Jan. in Detmold. Hg. vom Landesverband Lippe, Inst. für Lipp. Landeskunde, und dem Kreis Lippe. Vorw. von L. Fechenbach mit Beitr. von I. Geiss u.a. Bearb. von S. Klocke-Daffa. Detmold 1994 [Bildn., Abb.] – H. Schueler: Auf der Flucht erschossen: Felix Fechenbach 1894 - 1933. Eine Biographie. Warburg 1995 – K. Müller und F. Dieckbreder: Im Wald bei Kleinenberg: Die Ermordung des Journalisten Felix Fechenbach. Emsdetten 2002 [Belletr. Darst.].

Andere Medien: H. Schueler: Felix Fechenbach. Ein Zeitzeuge Weimars. Sendung am 13.2.1974. Köln: Westddt. Rundfunk 1975 [masch. vervielfältigt] – W. Dettelbacher: Auf der Flucht erschossen. Der Lebensweg des Felix Fechenbach aus Franken. Nürnberg 1979 [Ms. einer Sendung des Bayer. Rundfunks].

Unselbständige Veröffentlichungen über Fechenbach: F. Kitzinger: Der Fall Fechenbach, in: Zeitschr. für die gesamte Strafrechtswiss. 44, 1924, S. 136-144 – R. Payot: Der Fall Fechenbach, in: G. Pohl: Dt. Justizmord. Leipzig 1924, S. 68 – E.J. Gumbel: Fechenbachs Zuchthausbuch, in: Die Weltbühne, Berlin, 1925, 21, 2. Halbjahr, S. 307f. – A. Rosenberg: Felix Fechenbach, in ders.: Novemberköpfe. 2. Aufl. München 1939, S. 133-140 – W. Kluge: Erinnerungen an Felix Fechenbach, in: Aufbau, Berlin, 4, 1948 – W. Victor: "Auf der Flucht erschossen". Zum Andenken an Felix Fechenbach, in ebd., S. 705-707; ders.: Felix Fechenbach, in ders.: Köpfe und Herzen. Weimar 1949 – W. Mellies: Vor zwanzig Jahren, in: Freie Presse 8, Nr. 183 vom 8.9.1953 [6 Abb.] – Es sind jetzt genau 25 Jahre her... Aber Felix Fechenbach ist unvergessen, in ebd. 13, Nr. 183 vom 9.8.1958 [Abb.] – W. Victor: Felix Fechenbach, in ders.: Es kommt darauf an, sie zu verändern. Weimar 1962 – W. Liedtke: Heute vor 30 Jahren wurde Felix Fechenbach erschossen, in ebd. 18, Nr. 180 vom 7.8.1963 [Abb.] – Vor rund 30 Jahren von den Nationalsozialisten ermordet. Aber sein Herz schlägt weiter! Zur 70. Wiederkehr des Geburtstags von Felix Fechenbach am 28. Jan. 1964, in ebd. 19, Nr. 23. vom 28.1.1964 [Porträtzeichn.] – K. Linnenbrügger: Wieder ein neues Kapitel im Mordfall Fechenbach. Ende des Versteckspiels nach 22 Jahren. LAG-Antr. war Grüttemeyers Verhängnis, in ebd. 22, Nr. 71 vom 25.3.1967 – A. Berlin: Felix Fechenbach ist unvergessen, in: Lippe heute, Detmold, 2, 1968, Nr. 11, S. 7 – C. Habbe: Vier Jahre Zuchthaus für Friedrich Grüttemeyer. Der Beihilfe am Mord an Felix Fechenbach schuldig, in: Die Welt, Nr. 35 vom 11.2.1965, S. 2 – K. Linnenbrügger: Mordprozeß Fechenbach in Paderborn, in: Lipp. Landesztg., Detmold, 203, Nr. 23 vom 28.1.1969; Nr. 25 vom 30.1.1969 bis Nr. 27 vom 1.2.1969; Nr. 30 vom 5.2. 1969 bis Nr. 32 vom 7.2.1969, Nr. 35 vom 11.2.1969 – H. Schueler: Fall Fechenbach. Nach dem Justizskandal ein Mord, in: Die Welt, Nr. 22 vom 27.1.1969 [Bildn.] – Der Fall Fechenbach. Vor 35 Jahren "auf der Flucht erschossen". Mordanklage gegen mutmaßl. Mittäter, in: FAZ, Nr. 23 vom 28.1.1969 – Ehemaliger StA-Standartenführer unter Mordanklage, in: Lipp. Rundschau 24, Nr. 23 vom 28.1.1969 bis Nr. 27 vom 1.2.1969; Nr. 29 vom 4.2.1969 bis Nr. 32 vom 7.2.1969, Nr. 35 vom 11.2.1969 – A. Berlin: Das Gebot unserer Zeit. Eine Würdigung des ermordeten Sozialdemokraten Felix Fechenbach, in: Freiheit und Recht, Düsseldorf, 19, 1973, Nr. 10, S. 8-10 [Bildn.] – H. Schueler: Vor vierzig Jahren wurde Felix Fechenbach erschossen. Ein Pazifist, der gut zuschlug, in: Vorwärts, Nr. 34 vom 23.8.1973 [Bildn.] – M. Bodenstein: Mit Herzblut für die Dinge des Gewissens. Gedenkstein für Felix Fechenbach enthüllt, in: Lipp. Landesztg., Detmold, Nr. 197 vom 27.9.1973 – F. Winter: "So wird mein letzter Ruf noch sein, Freiheit!", in ebd., Nr. 196 vom 25.8.1973 – Felix Fechenbach, in: Lage-Bericht 1982, Nr. 50, S. 24-26 [Abb.] – H. Schueler: Felix Fechenbach, sozialer Demokrat und polit. Journalist, in: K.-H. Hellfaier (Hg.): Ausgew. Kapitel dt. Zeitgesch. Detmold 1982, S. 53-77 [Abb.] – H. Schueler: Ein Denkstein im Kleinenberger Wald. Nazis ermordeten Felix Fechenbach, in: Die Warte 72, 1991, S. 11-13 – M. Vogt: Felix Fechenbach, in: Lit. von nebenan 1995, S. 96-101 [Bildn.; Textproben] – M. Vogt: "Genosse Kasperle". Felix Fechenbachs Figurentheater als Medium demokratischer Erziehung, in: Jüdische Literatur in Westfalen. Hg. von H. Steinecke, Bielefeld 2002, S. 89-99.

Erwähnungen in: H. Beyer: Von der Novemberrevolution zur Räterepublik in München. Berlin 1957 – M. Hirschberg: Das Fehlurteil im Strafprozeß. Stuttgart 1960, S. 155-162: Der Fall Fechenbach – A. Mitchell: Revolution in Bavaria 1918-1919. The Eisner Regime and the Soviet Republic. Princeton 1965 [Nachdr.: Dt. Revolution in Bayern 1918-1919. Die Eisnerregierung und die Räterepublik. München 1967] – J. Ciolek-Kümper: Wahlkampf in Lippe. Die Wahlkampfpropaganda der NSDAP zur Landtagswahl am 15. Jan. 1933. München 1968 – U. Linse: Die Anarchisten und die Münchener Räterepublik, in: K. Bosl (Hg.): Bayern im Umbruch. Die Revolution von 1918, ihre Voraussetzungen, ihr Verlauf und ihre Folgen. München, Wien 1969, S. 70 – H. Kütter: Die Juden und die dt. Linke in der Weimarer Republik 1918-1933. Düsseldorf 1971 (=Bonner Schr. zur Pol. und Zeitgesch. 4), S. 70, 92, 117 – H. Fechenbach: Die letzten Mergentheimer Juden. Stuttgart 1972 – K. Rauchschwalbe: Gesch. der lipp. Sozialdemokratie. Bielefeld [1980] – H. Beyer: Die Revolution in Bayern 1918/1919. Berlin 1982 [s. Reg.] – R. Heimkemeier: Bereit sein ist alles. Die ostwestf. Sozialdemokratie im Kampf gegen den Faschismus 1929-1933. Hamburg 1987.

Film: H. Billmann: Felix Fechenbach. Auf der Flucht erschossen. Ein Dokumentarfilm im Auftr. der Landeszentrale für polit. Bildung NRW. Bielefeld 1989.

Bildnisse: 1. mehrere Fotogr. in: Der Puppenspieler 1988 (s.o.) – 2. Fotogr., in: Schueler 1981 – 3. s. die Angaben in der o.g. Literatur.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. Archiv der soz. Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn (Nachlaß 1913-1933): persönl. Papiere; Jugendsektion des sozialdemokrat. Vereins München 1914-1916; Unterlagen für seine Schr. "Der Revolutionär Kurt Eisner"; zu "Im Haus der Freudlosen"; Anekdoten; Kindermärchen und polit. Arbeit; Korr.; Briefe Fechenbachs aus dem Gefängnis; s. Felix Fechenbach (1894-1933), in: Archiv der soz. Demokratie. Übersicht über die Achivbestände. Bonn, Bad Godesberg 1970, S. 14; Mommsen, Bd. 2, 1984, S. 729 – 2. Bayer. HSA München, Staatsanwaltschaften: Unterlagen zum Fechenbachprozeß; Fechenbach-Korr.; Kopie aus handschr. Liste noch unkatalogisierter Autographen, Stand 1980 – 3. Internat. Inst. für Sozialgesch. Amsterdam (Nachlaß Karl Kautsky): Briefe an Kautsky – 4. Leo Baeck Inst., New York (Nachlaß Philip Loewenfeld): Ms. zum Fechenbach-Prozeß – 5. Library of Congress, Washington (Nachlaß Friedrich Josef Maria Rehse): Akten der Münchner Polizei zu Felix Fechenbach – 6. Fritz-Hüser-Inst. (Stadt Dortmund): Lebensdok.; Sammelstücke; Briefe von und an die Familie (4)

Sammlungen: Fritz-Hüser-Inst. (Stadt Dortmund): Zeitungsausschnittslg.; Materialslg.

Gedenkstätte: Gedenkstein an der Mordstätte im Kleinenberger Wald, nahe Scherfelde (1973 errichtet).

Nachschlagewerke: Wininger, Bd. 2, 1927; Bd. 7, 1937 – Sigilla veri, Bd. 2, 1929 – Kürschner: Nekrolog 1971 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 4, 1972 – Lipp. Bibliogr., Bd. 2, 1982 – Killy, Bd. 3, 1989 – Dt. Biogr. Enzyklopädie, Bd. 3, 1996 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 355, Sp. 158-168.