15 renommierte Museen arbeiten gemeinsam an dem Forschungsprojekt zur Sammlung Alfred Flechtheims. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Provenienz (=Herkunft) der Kunstwerke, die in Verbindung mit den Galerien von Alfred Flechtheim stehen.

Forschungsprojekt

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, seine Spuren zu verfolgen, sie anschaulich in den Museen zu vermitteln und die Ergebnisse zugleich auf einer Plattform im Internet international zugänglich zu machen. Auf diese Weise werden Mechanismen des Kunsthandels und Sammlungsstrategien der Institutionen aufgedeckt.

Die 15 beteiligten Museen sind:

Kunstmuseum Bonn
Kunsthalle Bremen
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund
Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf
Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Städel Museum, Frankfurt
Hamburger Kunsthalle
Sprengel Museum Hannover
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
Museen der Stadt Köln
Museum der bildenden Künste, Leipzig
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
LWL-Museum für Kunst und Kultur, Westfälisches Landesmuseum, Münster
Staatsgalerie Stuttgart
Museum Rietberg, Zürich

www.alfredflechtheim.com

Eine Werkpräsentation in 15 Museen und eine Online Ausstellung

Kunsthändler der Avantgarde

Alfred Flechtheim, 1878 als Sohn eines Getreidehändlers in Münster geboren, gehört zu den bedeutenden und einflussreichen Figuren der Kunstszene im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Als ambitionierter Galerist setzte er sich für den rheinischen Expressionismus und den französischen Kubismus ein und förderte Künstlerpersönlichkeiten wie beispielsweise Max Beckmann, George Grosz und Paul Klee. Die massiven antisemitischen Attacken gegen ihn und seine Künstler deutete er bereits 1933 unfehlbar: Er verließ Deutschland. Von London aus ging er weiter seiner Tätigkeit als Kunsthändler nach. Dort starb er 1937 an den Folgen eines Unfalls. Seine Witwe kehrte nach Deutschland zurück, wo sie 1941 einen Deportationsbescheid erhielt und sich daraufhin das Leben nahm. Ihr Besitz, darunter Kunstwerke, fiel an das Deutsche Reich.

Christian Rohlfs, Frauenkopf (Dame mit Hut), 1901

Sammlung der Moderne

Bis heute haben Alfred Flechtheims kunsthändlerische Aktivitäten in zahlreichen deutschen Museen ihre Spuren hinterlassen: Er hat die Sammlungen der Moderne aktiv mit geprägt. So befinden sich in der Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster insgesamt 21 Werke, die bereits 1920 als Schenkung der Galerie Alfred Flechtheim ins Haus gekommen sind. In der Dauerausstellung des Museums Kloster Bentlage ist das Werk Christian Rohlfs "Frauenkopf (Dame mit Hut)", 1901 aus der Sammlung Flechtheim ausgestellt.