Exponat aus der Mittelalter-Sammlung

Buchdeckel des „Codex Aureus“ aus Freckenhorst

Der „Codex Aureus“, das nach dem prächtigen Einband benannte „Goldene Buch“, stammt aus dem Frauenstift Freckenhorst bei Warendorf, eine der ältesten und bedeutendsten religiösen Frauengemeinschaften in Westfalen.

Buchdeckel des „Codex Aureus“ aus Freckenhorst.

Buchdeckel des „Codex Aureus“ aus Freckenhorst

Niederrhein oder Westfalen (?), letztes Viertel 11. Jahrhundert
Eichenholz mit Goldblech, Filigran, Edelsteine, Perlen, Perlmutt, Glasfluss (?); Elfenbein; 22,6 x 157,5 cm (Buchdeckel), 12,2 x 7,5 cm (Elfenbein)
Inv. Nr. G-1008 LG (Dauerleihgabe des Landesarchivs NRW, Abteilung Westfalen)


Der „Codex Aureus“, das nach dem prächtigen Einband benannte „Goldene Buch“, stammt aus dem Frauenstift Freckenhorst bei Warendorf, eine der ältesten und bedeutendsten religiösen Frauengemeinschaften in Westfalen. Der auf einem Regenbogen thronende Christus als Weltenrichter (Majestas Domini) mit den vier Evangelistensymbolen (Engel, Löwe, Stier, Adler) verweist auf den Inhalt der Handschrift, die vom Buchdeckel losgelöst im Landesarchiv NRW in Münster aufbewahrt wird: Es handelt sich um ein mit kunstvollen Malereien (Miniaturen) ausgeschmücktes Evangeliar, ein liturgisches Buch mit den Texten der vier Evangelien. Im zweiten Teil enthält der „Codex Aureus“ eine Art „Archiv“ des Stifts, mit verwaltungsrechtlich bedeutsamen Einträgen zu Besitzungen und Einkünften. Glanz und Kostbarkeit des Einbandes stehen so zum einen für die himmlische Botschaft des Neuen Testaments. Zum anderen unterstreichen sie die Würde des Gotteswortes, das auch in Hinblick auf irdische Rechtsvereinbarungen schwer wiegt.