Kunstwerk des Monats

Seit 1978 stellen wir jeden Monat eine Arbeit aus unserer Sammlung vor. Das Kunstwerk des Monats ist im Foyer des Museums am Eingang Pferdegasse ausgestellt. Ein Text dazu ist im Museumsshop für 1,00 Euro erhältlich.

Albert Renger-Patzsch, Wattenlandschaft im ausgelaufenen See, um 1951. © Albert Renger-Patzsch / Archiv Ann und Jürgen Wilde / VG Bild-Kunst, Bonn 2017. Foto: LWL/Sabine Ahlbrand-Dornseif

Kunstwerk des Monats Februar 2017

Als Fotograf der Neuen Sachlichkeit zählt Albert Renger-Patzsch (1897–1966) zu den bedeutenden Fotografen des 20. Jahrhunderts. Er prägte mit seinen Arbeiten einen sachlich-dokumentarischen Stil und hat so wesentlich dazu beigetragen, die Fotografie als eigenständiges Medium gegenüber der Malerei zu etablieren.

Die Schwarz-Weiß-Aufnahme „Wattenlandschaft im ausgelaufenen See“ zeigt in einem eng gewählten Ausschnitt einen Teil des Möhnesees bei sehr niedrigem Wasserstand. Im Hintergrund ist die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstörte Steinbrücke bei Körbecke zu erkennen, die in den 1960er Jahren durch eine Fußgängerbrücke ersetzt wurde. Dort, wo sich sonst durch die 1913 errichtete Möhnetalsperre das Wasser der Möhne und der Heve ansammelt, sind nun nur noch kleine Wasserflächen und der schlammige Untergrund des Stausees zu sehen. Der schlickige Boden erinnert an das Watt der Nordsee, das von wasserführenden Prielen durchzogen wird. Der Titel „Wattenlandschaft im ausgelaufenen See“ lässt vermuten, dass Renger-Patzsch beim Anblick des wasserarmen Möhnesees eine ähnliche Assoziation gehabt hat. Entgegen seiner Bildbezeichnung war der Stausee zum Zeitpunkt der Aufnahme im Jahr 1951 jedoch gar nicht ausgelaufen. Ein besonders niederschlagsarmes Jahr war der Grund für den außergewöhnlichen Füllstand des Möhnesees, die Stauhöhe betrug am 14. November 1951 lediglich +198,3 m üNN und lag somit 15 Meter unterhalb des Stauziels.

Die Fotografie ist Teil des um 1951 entstandenen Fotoalbums „Rund um den Möhnesee“. Der Bildband zeigt Motive aus der Gegend um den Ort Wamel: den Möhnesee mit Staudamm, Wiesen, Felder, Häuser, Waldlandschaften. In einem sachlich-dokumentarischen Stil gehalten, stehen die 34 Schwarz-Weiß-Fotografien ganz in der Tradition der Neuen Sachlichkeit.

 

Rebecca Baasch

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