Kunstwerk des Monats

Seit 1978 stellen wir jeden Monat eine Arbeit aus unserer Sammlung vor. Das Kunstwerk des Monats ist im Foyer des Museums am Eingang Pferdegasse ausgestellt. Ein Text dazu ist im Museumsshop für 1,00 Euro erhältlich.

Papiergeld des Fürstentums Schaumburg-Lippe, 1857: LWL / Hanna Neander

Kunstwerk des Monats Juni 2018

Das Fürstentum Schaumburg-Lippe war eines der kleinsten deutschen Länder des 19. Jahrhunderts. Dennoch hat es 1857 in seiner Residenzstadt Bückeburg eigenes Papiergeld hervorgebracht. Als souveränem Staat stand dem Fürstentum seit jeher das Münzrecht zu, doch diente dessen sporadische Nutzung vor allem der Repräsentation. Die Münzprägung diente kaum der Versorgung des eigenen Landes mit Zahlungsmitteln und dies trifft auch auf das erste und einzige Papiergeld Schaumburg-Lippes zu.

Die Vorderseite zeigt links und rechts zwei geflügelte Engel auf Sockeln stehend, die mit der Wertzahl 10 versehen sind, mittig ist diese mit weiteren Angaben ausgeschrieben zu lesen. Die Rückseite ziert das schaumburg-lippische Staatswappen.  Das Papier, wohl Hanf-Bütten, ist dünn und leicht durchscheinend, jedoch von fester Qualität; es ist mit unterschiedlichen Techniken bedruckt und enthält ein Wasserzeichen. Mit ihrem klaren Design aus reduzierten Bildelementen und kunstvoller Schrift, zurückhaltender Farbigkeit und dezentem Unterdruck erscheinen die Scheine von ästhetischer Ausgewogenheit. Die nicht übermäßig anspruchsvoll gestalteten, insgesamt aber doch schönen Scheine sind ein gutes Beispiel für die stilistische Übergangszeit vom Klassizismus zum Historismus an der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die Gründe für die Ausgabe von Papiergeld lagen in der allgemeinen Situation der Staatsfinanz des 19. Jahrhunderts: der Schuldenstand war meist hoch, Papiergeld kam einem zinslosen Kredit gleich. Auch in Schaumburg-Lippe wurden per Gesetz vom 2. Januar 1857 die sogenannten Kassen-Anweisungen zu 10 Talern, gedeckelt auf 400.000 Taler, entlassen. Viel genützt hat es der wirtschaftlichen Situation nicht. Mit den Währungsgesetzen des Deutschen Kaiserreichs wurde dieses einzelstaatliche Papiergeld zum Jahreswechsel 1875/76 wieder abgeschafft. Die meisten Scheine wurden vernichtet, von den 40.000 Scheinen des schaumburg-lippischen Papiergeldes sind heute nicht mehr viele vorhanden.

Seit 1978 stellt das Museum jeden Monat eine Arbeit aus der Sammlung detailliert vor. Das Kunstwerk des Monats ist im Foyer des Museums am Eingang Pferdegasse ausgestellt. Ein Text dazu ist im Museumsshop für 1,00 Euro erhältlich.

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