Skulptur Projekte Archiv

Das Skulptur Projekte Archiv ist Teil der Sammlung für Gegenwartskunst des LWL-Museums für Kunst und Kultur. Regelmäßig werden künstlerische Positionen und ausgewählte Themen als archivalische Tiefenbohrungen sichtbar gemacht.

Seit dem Frühjahr 2017 besteht eine von der VolkswagenStiftung geförderte Kooperation zwischen dem Museum und dem Institut für Kunstgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. In den kommenden drei Jahren wird das Material des Archivs erforscht und für Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die vier Ausgaben der Skulptur Projekte 1977, 1987, 1997 und 2007 haben eine vielseitige Ausstellungsgeschichte in Münster geschrieben. Diese ist einerseits im Stadtraum und in Form von Katalogen erlebbar, andererseits Teil der Museumsgeschichte. Die Aktivitäten, die mit den Skulptur Projekten verbunden sind, prägen maßgeblich das Profil der Abteilung Gegenwart. Werke und Archivalien wurden aufgrund ihrer Beschaffenheit integraler Bestandteil der zeitgenössischen Sammlung am Haus.

Zum Skulptur Projekte Archiv gehören vielfältige Materialien in unterschiedlichen Medien und Formaten: Von besonderem kunsthistorischem Wert sind die mehr als 1600 Entwurfsblätter (Ideenskizzen, Konstruktionszeichnungen, Lagepläne) als auch die etwa 50 Modelle für ausführte und nicht realisierte Projektvorschläge. Hinzu kommen die umfangreiche Dokumentation der Korrespondenz sowie Pressematerialien, Fotos und Filmmaterial. Die Briefwechsel legen Zeugnis ab von Kontexten und Hintergründen der künstlerischen Aneignung von Orten und der Thematisierung jeweils zeitgenössischer Interessen. Sie sind, häufig noch mit Kommentaren versehen, für das Verständnis der Werke unerlässlich und ermöglichen eine über Münster hinausgehende Entwicklung von Skulptur und Installation in den vergangenen 40 Jahren nachzuvollziehen.

Das gesammelte Material im Skulptur Projekte Archiv ist in vieler Hinsicht eine wichtige Basis für zukünftige Ausgaben der Skulptur Projekte: Es ist ein Ankerpunkt für die Vorstellung der Ausstellung als einer Langzeitstudie sowie Ausgangspunkt für längerfristige kuratorische Überlegungen. Darüber hinaus werden Materialien aus dem Archiv für Sammlungspräsentationen und die Recherche von Ausstellungen hinzugezogen.

Eine öffentlich zugängliche Forschungsstelle ist derzeit im Aufbau.

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18.4. – 17.7.2018

[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum

Die Ringvorlesung „[Counter-]Monuments. Erinnerungspraxen im öffentlichen Raum“ wird organisiert von dem Forschungsprojekt „Das Skulptur Projekte Archiv. Eine Forschungseinrichtung für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit“ und dem Institut für Kunstgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Mittwochs, 18 20 Uhr, Fürstenberghaus, Domplatz 2022, 48143 Münster (sofern nicht anders angegeben)

18.4. Einführung | Ursula Frohne und Maria Engelskirchen, WWU
25.4. Performen in kalten Zeiten. Das Denkmal ohne Reisepass und andere Adressierungen sozialrealistischer Denkmäler im ostmitteleuropäischen Raum der 1970er-80er Jahre | Corinna Kühn, WWU
2.5. Monumente ohne Erinnerung. Maschinenästhetik, Ausstellungspraxis und Rezeption in den USA im späten 19. Jahrhundert | Katharina Neuburger, LWL-Museum für Kunst und Kultur
9.5. „Geschichte [ist] das, was die Dokumente in Monumente transformiert.“ Medienphilosophische Überlegungen zur Aktualisierung von Vergangenheit | Maria Muhle, Akademie der Bildenden Künste München
16.5. Dokumentation – Imagination – Intervention: Debatten um Erinnerung und Wiederaufbau des Beiruter Stadtzentrums in Kunst, Architektur und Literatur | Barbara Winckler, WWU
30.5. Institutionalisierter Ikonoklasmus: Das Musée des Monuments Français und die Literatur des 19. Jahrhunderts | Anna-Lisa Dieter, Deutsches Hygiene-Museum Dresden
6.6. As If Memories Could Deceive Me. Marcel Odenbach im Gespräch über die Monumente der Erinnerung | Marcel Odenbach, Köln/Berlin/Ghana, Marianne Wagner, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Ursula Frohne und Maria Engelskirchen, WWU | ORT: Auditorium LWL-Museum für Kunst und Kultur
13.6. When human time meets geological time: the (im)possibility of an Anthropocene monument | Bronislaw Szerszynski, Lancaster University
19.6. (Dienstag) „So it is better to speak / remembering / we were never meant to survive“ (Audre Lorde). Podiumsdiskussion zu Silke Wagners Beitrag für die Skulptur Projekte 2007: münsters GESCHICHTE VON UNTEN | Silke Wagner, Frankfurt a. M., Bernd Drücke, Münster, Christian Fuhrmeister, Zentralinstitut für Kunstgeschichte München, Benjamin Lahusen, HU Berlin, Ursula Frohne, WWU, Marianne Wagner, LWL-Museum für Kunst und Kultur | ORT: Philosophikum, Studiobühne, Domplatz 23, Münster
20.6. Counter-memorial aesthetics, refugee histories, and the many times of contemporaneity | Verónica Tello, University of New South Wales, Sydney
26.6. (Dienstag) Errungene Erinnerungen und umkämpfte Monumente. Vermitteln was geschehen ist und was es für die Gegenwart bedeutet | Nora Sternfeld, Kunsthochschule Kassel
27.6. „[…] aber das ist eine fast unendliche Geschichte.“ Über Reinhart Kosellecks Bildarchiv im Kontext seiner Denkmalstudien | Adriana Markantonatos, Frankfurt a. M.
4.7. Zur Raumproduktion neoliberaler Marktwirtschaft: Harun Farockis Film Ein Neues Produkt im Rahmen des Projekts „Neue Auftraggeber“ | Nina Möntmann, Hamburg
11.7. Race/Memory/Nation – The Spatial Politics of Monuments | Mabel O. Wilson, Columbia University, New York
18.7. Remembering Riots. Monuments and Archives of Dissent | Niloufar Tajeri & Dr. Gal Kirn, Berlin

Programm als PDF

Kontakt

Dr. Marianne Wagner, Leiterin Skulptur Projekte Archiv
E-Mail: marianne.wagner(at)lwl.org

Dr. Katharina Neuburger, Archivarin Skulptur Projekte Archiv
E-Mail: katharina.neuburger(at)lwl.org

Julius Lehmann, M.A., Wissenschaftlicher Volontär, Skulptur Projekte Archiv
E-Mail: julius.lehmann(at)lwl.org