Lichthof

Installationen und Skulpturen im Lichthof

Einen Sammlungsschwerpunkt des Museums bilden die Skulptur und Installationskunst nach 1970. Dieses Profil entwickelte sich vor dem Hintergrund der Skulptur Projekte in den letzten Jahrzehnten. Der historische Lichthof im Altbau des Museums ist traditionell der institutionelle Raum, in dem Skulpturen und Installationen größeren Ausmaßes gezeigt werden.

Die erste Präsentation im Lichthof wurde aus dem Zufall geboren: Joseph Beuys hatte für die Skulptur Projekte 1977 eine Arbeit am Hindenburgplatz, heute Schlossplatz, geplant. An der Fußgängerunterführung wollte er einen großen Fettkeil platzieren. Doch das Gemisch aus Stearin und Rindertalg wurde nicht rechtzeitig fest und konnte daher nicht vor Ort installiert werden. Beuys entschloss sich also, den großen Keil in Blöcke zerschneiden zu lassen, die dann als Installation mit dem Titel „Unschlitt / Tallow (Wärmeskulptur auf Zeit hin angelegt)“ im Lichthof des Landesmuseums präsentiert wurden. Die Arbeit befindet sich heute im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin.

Seither werden im Lichthof immer wieder mit Arbeiten von Außen- und Innenraum thematisiert. Seit Beginn der 1980er Jahre wurden vermehrt Künstlerinnen und Künstler eingeladen, mit einer ortsspezifischen Arbeit auf den historistischen Raum zu reagieren. Dafür konnten unter anderem Carl Andre, Richard Serra, Daniel Buren oder Ellsworth Kelly gewonnen werden. Im Gegensatz zu den Arbeiten im Rahmen der Skulptur Projekte werfen die Arbeiten Fragen auf, welche häufig das Museum betreffen, seine Strukturen und Mechanismen aufgreifen oder sich formal mit den örtlichen Begebenheiten auseinandersetzen. Diese Tradition wird auch in Form von zeitgenössischen Auseinandersetzungen mit dem Raum nach der Neueröffnung des Museums fortgeführt.

Aktuelle Installation: Selbstgespräche nähern sich wie scheue Rehe. Yves Netzhammer (bis 23. April 2017)