FilmGalerie

Die Hebststaffell der FilmGalerie

Der Kaukasische Kinematograph. Filme aus Georgien

9. November – 7.Dezember 2017
Beginn: jeweils 19.30 Uhr

Der italienische Regisseur Federico Fellini beschrieb das georgische Kino folgendermaßen: „Der georgische Film ist ein einzigartiges Phänomen - lebendig, philosophisch inspirierend, sehr weise, kindlich. Es ist alles drin, was mich zum Weinen bringt, und das ist nicht leicht.“

In der Tat gibt es wenige Länder, deren Filmtradition so weit zurückreicht und sich dabei konstant so vielschichtig, originell und unbeugsam präsentiert hat. Bereits 1896 wurde das erste Kino in Tiflis eröffnet, 1912 entstand der erste Film und in den 20er Jahren ermöglichte die Filmindustrie der jungen Sovjetunion eine erste Blüte des georgischen Films. Von Anfang an hat dieser das neue Medium traditionsbewusst genutzt und Mythen und Archaisches stets mit konkreter Gegenwartsnähe verbunden. Unkonventionelle Erzähltechnik, gepaart mit kräftigen poetischen Bildern sowie satirischer Humor, flankiert von politischem Mut, ließen ihn auch in den repressiven Jahrzehnten der Stalin-Ära mit künstlerischen Fabeln überleben. Diese cineastische Vitalität brachte dem Land in den poststalinistischen Jahrzehnten schließlich internationale Preise ein.

Der Zusammenbruch der UdSSR und die Unabhängigkeit Georgiens 1991 bedeuteten zunächst einen Kollaps für die nationale Filmindustrie; immer weniger Produktionen kamen zustande und immer mehr Regisseure zogen ins Ausland. Die Gründung des Nationalen Zentrums für Cinematografie und des internationalen Tifliser Filmfestivals im Jahr 2000 konnten diesen Niedergang leidlich auffangen: Gerade in den letzten Jahren haben eindrückliche Filme im charakteristischen Zusammenspiel realistischer Härte mit poetischem Duktus gezeigt, dass die Wiedergeburt des georgischen Films in vollem Gange ist.

Flyer zur Herbststaffel der FilmGalerie

Programm

Donnerstag, 9. November
Das Gebet (Wedreba)
UdSSR (Georgien) 1967, sw, 72 Min., OV mit live in Deutsch eingesprochenen Gedichten (Andreas Ladwig)
Regie: Tengis Abuladse
Einführung in die Reihe und zum Film: Dr. Volker Jakob (Drensteinfurt)

 

Dienstag, 14. November
Pirosmani
UdSSR (Georgien) 1969, Farbe, 105 Min., OmdtU
Regie: Georgi Schengelaja
Einführung: Elke Kania M.A. (Köln)

 

Donnerstag, 23. November
Blaue Berge oder Eine unwahrscheinliche Geschichte (Tsisperi mtebi anu daujerebeli ambavi)
UdSSR 1983, Farbe, 97 Min., dt.
Regie: Eldar Schengelaja
Einführung: Dr. Daniel Müller Hofstede (Münster)

 

Dienstag, 28. November
Die Maisinsel (Simindis kundzuli)
Georgien/D/F/CZE/KAZ 2014, Farbe, 100 Min., dt.
Regie: George Ovashvili
Einführung: Prof. Dr. Reinhold Zwick (Münster)

 

Donnerstag, 7. Dezember
Die langen hellen Tage (Grzeli Nateli Dgeebi)
Georgien/F/D 2013, Farbe, 102 Min., dt.
Regie: Nana Ekvtimishvili u. Simon Groß
Einführung:  Zaza Rudadze (Tiflis, Berlin)

 

Eintritt: 5 Euro / Abend

Ort: Auditorium, LWL-Museum für Kunst und Kultur

Über die FilmGalerie

Die "FilmGalerie" gründete sich 2005 mit dem Ziel, im LWL-Museum für Kunst und Kultur einen verlässlichen Ort für den Film als eigenständige Kunstgattung zu schaffen und die filmische Bildsprache in ihrer Vielfältigkeit und Qualität einem breiten Publikum näherzubringen. In enger Kooperation mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem LWL-Medienzentrum für Westfalen präsentiert das LWL-Museum für Kunst und Kultur zweimal jährlich Filmreihen, die thematisch die Sammlungs- und Ausstellungspolitik des Museums aufnehmen oder eigenständige thematische Schwerpunkte setzen.

Alle Filme werden durch Referentinnen und Referenten eingeführt, im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Informationen zu den Staffeln der zurückliegenden 11 Jahre finden sie hier:
Archiv der FilmGalerie