Der Neubau

„Die Institution Museum muss ein selbstverständlicher Teil des städtischen Lebens werden – mit der öffentlichen Durchwegung wird das Museum ein öffentlicher, kultureller Ort der Stadt.“ (Architekt Volker Staab)

Der Neubau

Der Neubau des Museums zeichnet sich durch die von Staab Architekten entworfene „Architektur der Höfe“ aus: Über eine Sequenz von vier Höfen – den Vorplatz an der Rothenburg, den offenen Patio, das innere Foyer mit gut 14 Metern Raumhöhe und den Vorhof am Domplatz – entsteht eine durchgehende Verbindung von Süden nach Norden.

Im Erdgeschoss sind alle Service-Bereiche angesiedelt, darunter die Bibliothek, der Veranstaltungssaal, die Gastronomie und die Buchhandlung. Damit wird das Erdgeschoss zu einem öffentlichen Ort des Museums. Die Gebäudespitze schafft zum Domplatz ein architektonisches Signet, das sich mit einem Durchgang zu den benachbarten Universitätsgebäuden öffnet. An der Südseite befinden sich der Ausstellungsraum des Westfälischen Kunstvereins und die Galerie der Gegenwart für junge, experimentelle Kunstpräsentationen.

Das Museum erhält an allen Seiten, die nach außen gerichtet sind, eine Sandsteinfassade und fügt sich damit in die innerstädtische Bebauung ein. An allen Seiten, die sich nach innen richten, erhält es eine geschliffene Sichtbetonfassade.

Auffällig sind die großen Verglasungen am Domplatz, an der Pferdegasse und an der Rothenburg. Diese sechs Meter hohen Fenster erlauben Blickbezüge von innen nach außen in die Stadt und ermöglichen zugleich Einblicke von außen in das Museum.

Sammlungsräume

Sammlungsräume

Insgesamt stehen im neuen Museum für die Präsentation der Sammlung und für Sonderausstellungen 51 Räume zur Verfügung. Der Rundgang durch die neu präsentierte Sammlung beginnt im ersten Obergeschoss des Neubaus mit der Kunst des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks und führt durch den historischen Altbau zu den hellen Tageslichträumen im zweiten Obergeschoss des Neubaus, in denen die Kunst der Gegenwart zu sehen sein wird. Im zweiten Obergeschoss des Altbaus werden u. a. Werke der Klassischen Moderne in Räumen zum Expressionismus, zur Neuen Sachlichkeit und zum Bauhaus zu sehen sein. Im Umgang des Erdgeschosses und des ersten Stocks im Altbau wird zukünftig das skulptur projekte archiv präsentiert. Der Bereich für Sonderausstellungen befindet sich auf der zweiten Ebene des Neubaus und bietet auf sechs Räume verteilt etwa 1.000 Quadratmeter.

Die Gestaltung der neuen Sammlungsräume ist in enger Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern des LWL-Museums und den Ausstellungsarchitekten von Space 4 aus Stuttgart entwickelt worden.

Lesen Sie auch den Artikel  Sammlung in Bewegung: Direktor Dr. Hermann Arnhold über die Neupräsentation der Sammlung

Staab Architekten

Das Büro Staab Architekten aus Berlin gewann 2005 den Architektenwettbewerb für den Um- und Neubau des LWL-Museums für Kunst und Kultur. Zu Staabs Arbeiten der vergangenen Jahre gehören eine Vielzahl von Museen wie das Neue Museum in Nürnberg, die Sanierung des Albertinums in Dresden, aber auch das Kanzleigebäude der Deutschen Botschaft in Mexiko und das Servicezentrum auf der Theresienwiese in München.

Im Mai 2011 erhielt Volker Staab den Großen BDA-Preis des Bundes Deutscher Architekten, welcher das Werk und das außergewöhnliche Wirken eines Architekten würdigt. Volker Staab wurde vor allem für seine intensive Auseinandersetzung mit dem Raum vom Bund Deutscher Architekten (BDA) ausgezeichnet. „Viele seiner Bauten verdanken ihre kraftvolle Architektur der beharrlichen und erfolgreichen Suche nach angemessenen Proportionen, Materialien und Kontexten. Sein Werk ist in zweierlei Hinsicht vorbildlich und zukunftsweisend. Zum einen entspricht seine Architektur den Besonderheiten des jeweiligen Ortes und den funktionalen Anforderungen, zum anderen zeigt sie, wie ohne selbstherrliche Zeichen eine elegante, sinnliche und intensive Raumwirkung geschaffen werden kann“, so die Jury des BDA-Preises. Das hohe Maß an Selbstreflexion ermöglicht dem Architekten Staab eine große Sensibilität gegenüber dem Entstehen eines Gebäudes, welches das Plädoyer „Architektur als Kunst“ maßgebend widerspiegelt. Trotz der zunehmenden Technisierung von Gebäuden schafft es Staab, einer Bescheidenheit beizuwohnen, die seine Projekte zeitlos erscheinen lassen.

Die Konzentration auf das Wesentliche steht bei den Berliner Architekten immer im Mittelpunkt. Durch den Einsatz von Material, Farbe und Form reift ein Gebäude zu einer Kunstform der Moderne. Aus einem Fundus baulicher Gegebenheiten, regionaler Materialen und der Interpretation von Umfeld und Gebäude schöpft das Büro Staab Architekten Ideen und Konzepte, um ein Gebäude in gegebene Stadt- und Landschafträume einzufügen. Die vielfältigen Arbeiten des Architektenbüros reichen von Neubauten, die moderne und bis ins Detail erarbeiteten Konzepte projizieren, bis zu Umbauten und Neuinterpretationen von denkmalgeschützten Gebäuden, die in ihren formalen Aspekten determiniert sind und deren innere Logik behutsam entwickelt und aufbereitet werden muss.
Schwerpunkte des Büros Staab Architekten aus Berlin bestehen in der Planung und Ausführung von Kulturbauten, Forschungs- und Lehrgebäuden sowie Büro- und Verwaltungsgebäuden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.staab-architekten.com.