Das
Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Universität Münster zählt mit etwa 400 Studierenden zu den größeren volkskundlichen Instituten in der Bundesrepublik. Die Schwerpunkte von Forschung und Lehre liegen in den Bereichen Sachkultur und Museumskunde (Haus und Wohnen, Kleidung, Nahrung, Geräte), Visuelle Anthropologie (Filme als volkskundliche Forschungs- und Darstellungsmethode), Erzählforschung, regionale Volkskunde (Westfalen) und Mentalitäts- und Bewusstseinsanalysen (interkulturelle und vergleichende Forschung, Stereotypenforschung, Nationalismusforschung).
Ausgebildet wird am Seminar zum Magister Artium (M.A.), zum Dr. phil. und ab dem Wintersemester 2006/07 im Studiengang Kultur- und Sozialanthropologie auch zum Bachelor of Arts (BA). Das traditionelle Berufsfeld für Volkskundlerinnen und Volkskundler sind Museen, aber auch Denkmalpflege, Kultur- und Stiftungsarbeit, Erwachsenenbildung, Tourismus, Verlagswesen sowie Journalismus und Medien.
Zurzeit sind am Seminar zwei Professoren und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt. Die Lehrenden werden durch drei Honorarprofessoren und wechselnde Lehrbeauftragte unterstützt.
Das Seminar ist mit dem Teilprojekt C2
„Symbole, Rituale und Gesten in frühneuzeitlichen Konflikten und alltäglichem Handeln“ am Sonderforschungsbereich 496 „Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution“ der Universität Münster beteiligt. Aktuell wird am Seminar zudem das DFG-Projekt
„Nationalismus und Alltag an der deutsch-belgischen Grenze 1815-1920“ durchgeführt. Das Seminar pflegt darüber hinaus enge Kontakte zu einer Reihe von außeruniversitären Einrichtungen wie zu den Freilichtmuseen in
Detmold und
Cloppenburg oder der Volkskundlichen Kommission für Westfalen sowie zu anderen wissenschaftlichen Institutionen in Europa wie dem
Meertens Instituut in Amsterdam. Da sich Volkskunde als eine europäische Disziplin versteht, besteht auch ein reger Austausch zwischen dem Seminar in Münster und ausländischen Wissenschaftlern in
Lund und Stockholm (Schweden), Bergen (Norwegen), Tallinn (Estland), Dublin (Irland), London (Großbritannien), Paris und Lille (Frankreich), Bangkok (Thailand).
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