Kaspar von Fürstenberg wurde am 11.11.1545 auf Gut Waterlappe bei Werl geboren. Nach dem Studium und dem Tod des Vaters übernahm er die Verwaltung der Familiengüter und das Amt eines Drosten in den Ämtern Bilstein und Waldenburg. 1573 heiratete er Elisabeth von Spiegel von Peckelsheim und lebte mit ihr auf Burg Bilstein bei Attendorn. 1576 nahm Kaspar von Fürstenberg als kurkölnischer Gesandter am Regensburger Reichstag teil. Im Jahr 1600 wurde er durch den Kölner Erzbischof Ferdinand in das Landdrostenamt des Herzogtums Westfalen eingesetzt, das er bis zu seinem Tod am 05.03.1618 innehatte.
Kaspar von Fürstenberg führte von 1572 bis 1610 Tagebuch und nutzte für seine Aufzeichnungen kleinformatige gedruckte Taschenkalender. Stichwortartig hielt er in diesen Kalendern fest, was ihm erinnerungswürdig erschien. Die über 400 Jahre alten Notizen sind heute oft nur noch schwer verständlich, geben jedoch detaillierten Einblick in das Alltagsleben und die Kontakte dieses Adligen.
18. November 1590
18, Sonntag: Der her landtcumptur resolvirt sich in sachen Attendorn von wegen liberung des gefangnen jungens, schreibt von dem einfall ins ampt Menden, sein von dem feindt 3000 schweine von der mast genommen. Ich gebe dem gerichtschreiber zu Olpe befelch von wegen ettlicher eingezogenen zeuberinnen daselbst. Meine gnedige frauw zu Herse schreibt mir, wie im ampt Menden gehauset und ratet, ich soll die mastschweine zur Waterlap laßen ufgehen. Ich schreib alsbalt an den pastor und an ire gnaden.
18. bis 20. November 1595
18, Mein gnedige frauw und die schwester Anna neben dem notario und seiner hausfrauwen, auch dem zolner zu Werll kommen frue alhie an, hatten die ganze nacht umb der freibeuter willen gezogen, welche zu 600 stark furhanden gewesen. Ich bestelle die wacht alhie ufm haus und schreib uf Olpe, daselbst ein gleichs zu tuen. Die schwester von Viermundt kommet gegen den abent auch an. – 19, Sonntag, Olpe: Dißen morgen zeitlich nach gegeßener suppen zihen wir allesampt mit der brauwt, meiner bastartstochter, uf Olpe, werden unterwegen und in der statt stattlich entfangen. Die brauwt wirdt meinem rentmeister Ludowigen ehelich gegeben. Ein groß volk der geladener leut kumbt dohin. Christof von Plettenbergh repraesentirt meins gnedigen fürsten und hern zu Paderborn person. – 20, Olpe: Dißer tag wirdt mit freuden und guten drunken zubracht und wirdt ein groß gelt von den an- und abwesenden gebettenen freunden verehrt. Ich schenke uf die tafel und an wein 50 taler. Das krimmen im leib vexirt mich dießen tag ubel.
18. November 1607
18, Sonntag: Ich handle mit her Dietherich Fredeboel, das er mir eine zeitlang meine capellen mit dem gotsdienst versehen will. Ich laße zu Attendorn einen vischedieb einzihen. Christoffer von Hörde und ich vergleichen uns der heiratsverschreibung zwischen imme und meiner tochter Elsabeth und wollen morgen die ingrossandam copiam authenticirn und der verlobnis unkosten ersparn.
Entnommen aus: Die Tagebücher Kaspars von Fürstenberg, bearb. von Alfred Bruns, Teil 1, 1572–1599 u. Teil 2, 1600–1610. Münster 1985.