Geschlecht: männlich
Geburtsjahr: 1948
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Nieheim
Beruf: Beamter i. R. und freiberuflicher Journalist
7.00 Uhr: Aufstehen, Morgentoilette/Morgengymnastik/Duschen.
Füttern der drei wegen der Vogelgrippe eingesperrten Hühner.
7.45 Uhr: Tägliche Medikamenteneinnahme (wegen Herz-, Lungenerkrankung und Morbus Bechterew)
Frühstück - eine Scheibe Graubrot mit Quittenkonfitüre, eine große Tasse Kaffee (halb Kaffee, halb H-Milch)
Tageszeitung „blättern“ - Neue Westfälische -, bei Radio Hochstift Nachrichten hören.
Im Rechner nach neuen E-Mails schauen.
8. 40 Uhr: Fahrt nach Höxter zum Straßenverkehrsamt (Fahrzeug abmelden).
9.55 Uhr: Fahrt von Höxter nach Paderborn, um dort für einen Bekannten etwas abzuholen.
11.20 Uhr: Ankunft zu Hause.
Eine Tasse Tee, ein Zwieback, ein Früchtejoghurt. Kurze Ruhepause auf der Couch.
11.40 Uhr: Telefon! Ein Psychologe/Psychiater ruft wegen eines Patienten an, der aufgrund meiner Vermittlung bei ihm in Behandlung ist. Der Gedankenaustausch ist möglich, da der Patient den Arzt von der Schweigepflicht entbunden hat. Ergebnis des Gesprächs: Ich sollte noch einmal aktiv werden.
Anschließend Post sichten: Eine Rechnung meines Orthopäden, ein Brief für meine Frau, eine Rechnung für die Tierversicherung eines von mir betreuten Heimbewohners und Werbung für Spielsachen.
12.00 Uhr: Beantworte ein auf dem Anrufbeantworter aufgezeichnetes Telefonat der NW- Lokalredaktion in H. (arbeite seit drei Jahren gelegentlich als freier Mitarbeiter für die Neue Westfälische). Wegen akuter Probleme bei der Datenübertragung soll ich versuchen, Mitteilungen des Stadtmagazins St. von meinem PC nach H. zu übermitteln.
Drei Versuche schlagen fehl und kommen mit Spam-Verdacht zurück. Erst als ich die Nachricht in Einzelbilder und Text zerlege, gelingt die Übertragung.
Die Sparkasse H. hat per E-Mail Stellung zum Thema „Phishing“ bezogen. > Aus aktuellem Anlass arbeite ich an einem Zeitungsbericht, der sich mit dem betrügerischen Abräumen von Bankkonten befasst. Die Sparkasse hatte ich einen Tag zuvor um eine Stellungnahme gebeten. <
Nachdem die Anmerkungen der Sparkasse in den Bericht aufgenommen worden sind, meldet sich auch ein Mitarbeiter der Volksbank P.-H. und bittet vorab um einen Textabgleich. Das Thema sei für die Banken hochsensibel und er möchte seine hierzu gemachten Aussagen noch einmal mit seinem Chef besprechen. Der soeben an die Redaktion abgeschickte Bericht wird deshalb von mir storniert.
13.05 Uhr: Meine Frau kommt aus dem Büro nach Hause und bereitet das Mittagessen zu. Ich führe noch zwei Telefonate mit Redaktionsmitgliedern und ergänze nach einem weiteren Telefonat die Aussagen des Volksbankmitarbeiters in meinem Bericht. Der Artikel wird erneut zusammen mit einem Foto von einer in betrügerischer Absicht verschickten Mail an die Lokalredaktion geschickt.
13.35 Uhr: Mittagessen! Es gibt Möhreneintopf mit Wurst und zum Nachtisch frisches Apfelmus mit Eis. Bei einer Tasse Kaffee ist Zeit zum Gedankenaustausch mit meiner Frau. Das zentrale Thema ist der Tod einer 40-jährigen Bekannten. Sie lebte allein mit ihrem verwitweten Vater im Nachbardorf und litt seit vielen Jahren an Krebs. > Die Trauer macht Schweigen. <
13.55 Uhr: Ich habe vergessen den Hühnern frisches Wasser zu geben und hole das unverzüglich nach.
14.05 Uhr: Der Wunsch nach einer kurzen Siesta wird vom Klingeln des Telefons verdrängt. Der Inhaber eines Holzbaubetriebes teilt mit, dass er die Zeichnung für einen Anbau am Dorfgemeinschaftshaus fertig hat, und dass ich diese am nächsten Tag abholen kann. > Diese Aufgabe nehme ich als Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins wahr. <
Unser Sohn ruft an. Er möchte um 15.45 Uhr vom Bahnhof St. abgeholt werden.
Meine Frau beginnt mit dem Hausputz, ich helfe beim Staubsaugen und Wischen. Mehrfach vom Telefon unterbrochen stelle ich den Anrufbeantworter ein und fahre um 15.30 Uhr (ein Stück Schokolade im Mund) nach St., um unseren Sohn abzuholen.
16.10 Uhr: Ich bin ziemlich erschöpft und lege mich nach einer Tasse Kaffee und einem Stück Teegebäck im Wohnzimmer auf die Couch. Beim Hörbuch (Sakrileg) schlafe ich schon nach wenigen Minuten ein.
16.50 Uhr: Mein Neffe ruft an. Er ist Diabetiker, Dialysepatient und erblindet. Wir telefonieren nahezu täglich miteinander. Seit langer Zeit macht er sich (wieder einmal) Hoffnung auf eine Spenderniere und eine Bauchspeicheldrüse.
Nach ein paar Dehnübungen versuche ich mich wieder auf die Stimme des Hörbuches zu konzentrieren. Es gelingt nicht mehr und ich entschließe mich am PC Arbeiten. > Rechnung für den Heimatverein und ein Bericht für die Neue Westfälische. <
17.40 Uhr: Ein Bekannter ruft an. Er ist Schwerstbehindert und benötigt Hilfe bei einem anstehenden Problem mit den Behörden.
17.55 Uhr: Unsere Tochter meldet sich. Es macht Freude zu hören, dass es dem sieben Wochen zu früh geborenen Enkelchen gut geht.
18.10 Uhr: Das Abendbrot steht auf dem Tisch. > Tägliche Medikamente (Spray und drei Tabletten), zweieinhalb Scheiben Graubrot mit Magerkäse. < Gedankenaustausch mit Frau und Sohn. Zentrales Thema: Enkeltochter Benita und Wochenerlebnisse.
18.40 Uhr: Kamera startklar machen für abendlichen Pressetermin.
Telefon: Jemand hat das Dorfgemeinschaftshaus gemietet und fragt wann er den Schlüssel dafür abholen kann.
Fahrt zum Dorfgemeinschaftshaus. > Heizung einstellen, Zählerstände ablesen. <
19.00 Uhr: Tagesschau im ZDF. > Schlafe noch während der Nachrichten im Sessel ein und werde mit heftigen Herzbeschwerden wach. Nach Hustenattacken und der Einnahme von Nitro-Spray ist die Erschöpfung so groß, dass der abendliche Pressetermin ausfallen muss. <
Der Tag ist gelaufen.
22.15 Uhr: Bad und Bettruhe.