Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1972
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Münster
Beruf: Lehrerin (zurzeit in Elternzeit)
Um kurz nach 6.00 Uhr kommt unser zweieinhalbjähriger Sohn S. zu uns ins Bett und weckt mich: „Mama, eine Milch, bitte eine Milch.“ Schlaftrunken greife ich neben mich, öffne die Thermoskanne, fülle warmes Wasser in die Flasche mit dem Milchpulver, schüttle alles etwa 10 Sekunden und wiederhole das ganze noch einmal. Ich reiche S., der sich in die Kuhle zwischen mich und meinen Mann gelegt hat, die Flasche, knalle sie ihm dabei gegen den Kopf und tröste ihn. Während er an seiner Milch saugt, schwanke ich zwischen Noch-einmal-die-Augen-zumachen und Nichts-wie-aufstehen-damit-ich-nicht-noch-müder-werde. Ich bleibe im Bett liegen, der Wecker piept um 6.30 Uhr. Ich bin hundemüde, gestern Abend habe ich mich mit sechs anderen Frauen im „Wolters II“ zum Elternabend getroffen. Eigentlich begann mein 18. November schon um 0.00 Uhr, da begab ich mich gerade ins Bett, nachdem mein Mann mir noch nach meiner Rückkehr aus der Stadt die Mängel gezeigt hat, die der Anstreicher morgen, also heute, beheben soll. (Vor genau drei Wochen sind wir umgezogen.) Äh, jedenfalls habe ich auch noch nicht sofort geschlafen, sondern ein bisschen gelesen (Jan Weiler: Maria, ihm schmeckt`s nicht - saulustig). Als mein Mann dann schließlich auch ins Bett ging, bin ich im Reden eingeschlafen, glaub ich. Also, um 6.40 stehe ich endgültig auf, nehme die leere Milchflasche, die Thermoskanne und die Trinkflasche meines Sohnes mit Mineralwasser nach unten, packe die Flasche und einen Becher in die Spülmaschine, decke den Frühstückstisch, trinke vorher ein Glas mit eiskalter Cola (mache ich sonst nie, habe aber Riesendurst wegen der Gyros-Pizza gestern Abend), schwarzen Tee habe ich schon gestern Abend gekocht und in die zweite gelbe Thermoskanne gekippt, hole die Zeitung rein.
Zehn Minuten später gehe ich wieder nach oben, kitzele meinen Sohn ein bisschen aus, was mir Ärger mit meinem Mann einhandelt, weil der noch schlafen will (ich nehme an bis 7.15 Uhr, wie meistens). Außerdem spiele ich Löwe und überlege mit S., wer heute alles kommt (I. und J., der Anstreicher und heute Abend – J.). Jetzt gehe ich duschen in der Badewanne, denn die Duschabtrennung gibt´s noch nicht, ist aber bestellt. Mein Sohn „hilft“ beim Duschen, indem er seine beiden Spieleimer mit Wasser füllt und sie teils über mein eines Bein, teils über seinen Schlafanzug gießt. Ich trockne mich ab, creme mich ein und ziehe mich an. Die Klamotten von gestern riechen nach Rauch, denn ich habe neben K. gesessen, die sich eine Zigarette nach der anderen angezündet hat, also kommt alles in die Wäsche, nur die Jeans nicht, die geht noch. Ich bin einfach auch sehr müde und halte mich im Moment durch den Gedanken aufrecht, dass ich mich ja den ganzen Vormittag wieder hinlegen kann, sobald ich das kleine Männchen in der Spielgruppe abgeliefert habe.
Um 7.15 beende ich die ohne mich fortgesetzten Wasserspiele, ziehe S. an, wechsele vorher natürlich seine Windeln und wecke meinen Mann. So, jetzt mache ich mir einen Schoko-Cappuccino, ein Brot mit Frischkäse in Scheiben (Paprika-Chili), für meinen Sohn zum Mitnehmen ebenso, nur mit Kräuterkäse. Ich ziehe die Jalousien hoch, frühstücke, lese die Zeitung, Mann und Sohn sind oben, Mann duscht, Sohn spielt.
Kurz vor acht schnappe ich mir S., ziehe ihm Schuhe und Jacke an, setze ihn mit zwei Zwiebäcken ins Auto, weil er hier zu Hause sonst nichts essen wollte, und kratze erst mal die vereisten Scheiben frei. Das gelingt mir nicht ganz, wie ich beim ersten Sitzen im Auto dann erkenne, also steige ich noch einmal aus, mein Mann sieht mir aus Badezimmerfenster dabei zu … Jetzt geht’s zur A.-Kirche, wo im Pfarrheim dienstags und freitags für je drei Stunden S.s Spielgruppe, „Die kleinen Löwen“, stattfindet.
Ich bringe meinen Sohn in den Raum, rede kurz mit anderen Müttern und gehe dann, möglichst zügig, damit S. es sich nicht doch anders überlegt … Anschließend fahre ich zum „Extra“ an der G.-Straße zum Einkaufen. Dort bin ich sonst nie, aber ich brauche noch Kataloge von „Yellow“ und „rs-Möbel“, weil uns noch Regale fehlen. Im „Extra“ treffe ich eine frühere Kollegin und rede kurz mit ihr. Sie wirkt eher abweisend, ich habe fast den Eindruck, sie hätte, als sie mich gesehen hat, am liebsten fast auf den Absätzen kehrtgemacht, interessiert sich dann aber doch näher für unseren Hausbau. Ich kaufe ein, sehe dabei auf meinen Zettel, streiche Erledigtes mit Bleistift weg. Erst mal bringe ich das Leergut weg, indem ich neben der
Fleischtheke die Klingel betätige. Ein freundlicher Mitarbeiter, der mir später ein schönes Wochenende wünscht, erscheint und nimmt meine leeren Flaschen und Kästen entgegen. Eigentlich arbeitet er wohl in der Fleischabteilung daneben, denke ich mir. Als nächstes suche ich mit leerem Einkaufswagen „Knorr fix“ für Nudel-Hackfleisch-Gratin (zwei Packungen für zwei Tage, dann kann ich mir einmal Kochen sparen), Paprika ergänze ich selbst, obwohl es nicht dazugehört. Außerdem kaufe ich Wurst an der Theke und 500g Gehacktes für das Gratin. Sieht komisch aus, etwas dunkel vielleicht, aber wird schon in Ordnung sein. Eine Kiste Wasser, eine Kiste Saft und die neue „Eltern“, die ich nicht mehr im Abo habe. Die Kasse ist so leer, dass die Kassiererin da ganz alleine sitzt. Ich scherze vorschnell, ob sie extra auf mich gewartet habe, muss aber dann doch noch einmal zur Gemüseabteilung zurück, weil ich dummerweise meine Paprika nicht abgewogen habe. Als ich zur Kasse zurückkomme, sind zwei Männer vor mir. Witzigerweise fällt mir dabei auf, dass „Extra“ beim Service-Punkt Nr. 4 auf einem Plakat gegenüber der Kasse Werbung mit der Schnelligkeit der Bedienung macht. Ich zahle mit EC-Karte, bringe meine Sachen zum Auto und den Einkaufswagen zurück.
Über die Seitenstraße gehe ich zu „Yellow“ und „rs-Möbel“, leider öffnen die aber erst um zehn. Es ist halb und kalt. Ich gehe noch zum Bäcker, denn heute Nachmittag kommt I., und kaufe einen so genannten Family-Muffins, komischer Name, denke ich jedes Mal, ist eigentlich Rührkuchen mit Kirschen in Silberschale. Warum auch dieser Plural?
Jetzt fahre ich nach Hause. Oh, mein Mann ist noch da, dann fährt er mit dem Rad zur Arbeit, ich räume die Sachen aus dem Kofferraum und verteile sie dorthin ins Haus, wo sie hingehören, lese anschließend die Zeitung zu Ende. Als ich meine Mutter per Telefon fragen möchte, ob sie für uns waschen kann, weil wir unsere Waschmaschine im Moment nicht benutzen können, ist sie nicht da, nur mein Vater. Ich spreche mit ihm über die Wäsche und so und dann kurz übers Wetter, das in Schwerte besser sei als hier, wo es die ganze Zeit saunebelig ist. Ich meine, weil wir hier eben doch ländlicher liegen, mein Vater meint, das mache vielleicht auch die größere Nähe zum Polarkreis. Ich schalte den Computer an, die DSL-Verbindung funktioniert endlich, sehe meine E-Mails nach und schreibe im Word-Programm meinen 18. November auf.
Ich merke eine halbe Stunde lang gar nicht, wie die Zeit vergeht, und muss dann ganz schnell los zur Spielgruppe.
Draußen (wo sonst?) ist es immer noch sehr nebelig. Beim Zurücksetzen aus der Einfahrt denke ich, dass ich irgendwann mal ein Kind übersehen und daher überfahren werde.
Ich hole meinen Sohn ab und parke dafür verbotenerweise auf dem Pfarrbüroparkplatz, der nämlich eigentlich nicht als Parkplatz benutzt werden soll, denn das ist irgendwie unschön. So wie man vielleicht lieber eine alte Küche behält und in dieser im Keller kocht, damit sich die neue in der Küche oben nicht so abnutzt. S. kommt mir mit seiner selbst gebastelten Nussklapper klappernd entgegen und freut sich, dass er diese mit nach Hause nehmen darf. Ich ziehe ihm die Jacke an, helfe beim Aufräumen und so weiter, stehe kurz mit ihm und den anderen Müttern und Kindern vorm Pfarrheim rum und fahre dann in Richtung nach Hause. Mein Sohn schreit unterdessen wie immer nach seinen diversen Essenssachen, die eigentlich fürs Kleine-Löwen-Frühstück gedacht waren, und isst die eine Brothälfte während der Fahrt zum Einkaufen.
Wir gehen in die Ratio und suchen Kinderschokolade, finden aber keine normale, sondern nur ein Riesenpaket, in dem 4 Tafeln enthalten sind. Ohne zu rechnen, ob ich dabei spare, lege ich das Riesenpaket in den Wagen, mein Sohn freut sich, ist aber gleichzeitig traurig, weil wir keine richtige Kinderschokolade kaufen, sondern nur für Erwachsene. Beim Diskutieren darüber wundere ich mich über so einen merkwürdigen Typen und bemerke dabei die Frau, die offensichtlich zu ihm gehört: eine meiner ehemaligen Lateinstudenten. Ich freue mich, sie zu sehen und frage, wie es ihr geht, erzähle, dass wir seit drei Wochen um die Ecke wohnen. Sie freut sich auch, aber wo wir wohnen, interessiert sie nicht.
Also gut, dann gucken wir jetzt nach Treteimern fürs Badezimmer und Gästeklo. Einen schönen Eimer finden wir, aber ich weiß nicht, ob er auch meinem Mann gefällt, also kaufe ich nur einen, den können wir notfalls dann eben ins Gäste-Klo stellen und kaufen für das Badezimmer einen anderen. An der Kasse treffen wir schon wieder eine nette Kassiererin, sie schenkt S. ein Bahlsenauto aus der Oldtimer-Edition. Nun schiebe ich den Wagen zum Hinterkassenbereich-Bäcker, um für den alten Seb ein Rosinenbrötchen zu kaufen und auf seinen Wunsch hin für J. auch, deswegen und weil er gleich noch Mittagessen soll, muss er mir versprechen, dass es das Brötchen erst heute Nachmittag gibt. Auf dem Weg nach draußen kaufe ich, wie ich es dem Verkäufer beim Reingehen versprochen hatte, die Draußen.
Zu Hause habe ich einen Anruf auf dem AB von meiner Schwiegermutter: Sie gehe jetzt gleich in Stadt, ob S. noch mit seinem Sauger sauge, dann brächte sie ihm mal neue Batterien mit. Innerhalb der nächsten zwanzig Minuten solle ich zurückrufen, danach sei sie weg. Ich rufe sie an, S. braucht keine Batterien, weil er auch so, ohne Batterien, mit dem Sauger „saugt“, ansonsten, mit Batterien, lässt er den laufenden und daher nervenden Sauger irgendwo liegen. Wir sind froh, dass die Batterien endlich alle sind.
Ich räume die Spülmaschine aus und den Treteimer ins Bad, sieht super aus. Das Mittagessen für meinen Sohn muss ich quasi nur warm machen (Spaghetti Carbonara von gestern, nur noch ein paar Nudeln kochen), esse selbst S.s altes halbes Butterbrot, weil V. und ich ja heute Abend essen gehen. Beim Essen kommt ein Anruf von A.: wer sagt Mel. Bescheid, dass wir uns im Dezember treffen? Ich wiederum rufe Mi. an, die krank ist und sich auch nicht für Mel.-Anrufe zuständig fühlt. Toll. Wo ich schomma gerade dabei bin, rufe ich noch meine Mutter an wegen der Wäsche, das geht. Mein Vater hat ihr nichts von meinem Anruf heute Morgen erzählt. Jetzt kommt der Maler. Ich zeige ihm die Mängel anhand der Liste meines Mannes, was mir ein bisschen peinlich ist, und koche Schoko-Cappuccino für ihn. Ju. ruft an, einfach nur so, ist nichts Besonderes, mein Sohn isst währenddessen die Kekse für den Maler. Mhm.
Dann schreibe ich wieder für den 18. November. Anschließend habe ich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, so dass ich mir S. schnappe und mit ihm am Badezimmerfenster Ausschau halte nach I. und J. Dabei haben wir die ganze Zeit die hässlich grüne Schulfassade im Blick. Ich frage den Maler nach seiner professionellen Meinung, auch er winkt ab, irgendwann ist er fertig mit den Ausbesserungsarbeiten, will noch mal wiederkommen, deswegen und weil es mir zu blöd ist, kontrolliere ich ihn nicht, was, wie ich später selbst zugeben muss, ein großer Fehler ist. Er ist zwar nett, aber irgendwie schlampig.
Wir warten weiter auf I. und J., beobachten Ja.s Oma am gelben Haus, wie sie die Gartenmöbel abwischt, sicherlich um sie winterfest zu machen. Witzigerweise nähern sich Ja. und U. mit Babywagen kurz darauf unserem Haus und klopfen, weil sie eine kurze Frage haben: Habt ihr vielleicht in der nächsten Woche Zeit für uns? – Natürlich, wir freuen uns! - Dürfen wir zu euch kommen? - Aber sicher, ihr bzw. du wollt bestimmt mal etwas anderes sehen. Dann setzen sie ihre „Runde“, wie sie sagen, fort und wir unsere Ausschau nach I. und J.
Gegen 15.45 Uhr kommen sie, bringen rs- und Yellow-Möbel-Kataloge und Brot und Salz mit. Wir freuen uns sehr, zeigen stolz das Haus und zählen Fehler auf: Herd zu einfach, falsche Türen durch meine Schuld etc. Dabei ruft dann auch noch zufällig der Türenmensch an, ich höre über den AB mit, gehe aber nicht dran, weil ich Angst habe, er hört sich irgendwie böse an. I. lobt unser Haus und anschließend wollen wir Schoko-Cappuccino trinken und Kuchen essen. Für die Kinder gibt es die von S. ausgesuchten Rosinen Brötchen, allerdings dauert es Stunden, bis die kleinen Männchen sich über die Sitz-, Becher- und Tellerordnung einig geworden sind. Vom Brötchen beißen sie nur kurz ab, dann zieht es sie nach oben in S.s Zimmer mit der grünen Wand. J. kann die Bautreppe nicht gut laufen, deswegen muss I. sie tragen, hat aber nach dem hundertsten „Ich möchte runter, ich möchte rauf, runter, rauf, runter, rauf“ keine Lust mehr, so dass wir unseren Schoko-Cappuccino mitnehmen und im Kinderzimmer Platz.
Die Kinder toben und streiten sich, mein Sohn legt sich bei Ärger platt auf den Boden und ist nicht mehr ansprechbar. Irgendwann fangen die beiden Kinder an mit Luftballons zu spielen und haben einen Heidenspaß. Als es droht zu eskalieren, brechen I. und J. auf, wobei I. befürchtet, dass ihre Tochter ihr im Auto einschläft und dann heute Abend nicht ins Bett zu bekommen ist.
Als der Besuch weg ist, höre ich den Anrufbeantworter ab, der Türenmensch hört sich doch nicht böse an und erbittet einen Rückruf, das kann mein Mann übernehmen. So jetzt geht es ans Aufräumen: Küche, blaues und grünes Zimmer, anschließend durchlüften, damit uns die Bude nicht unterm Hintern wegschimmelt.
J. ruft an, sie sei in der Ratio, ob ich etwas brauche, sie sei ansonsten in einer Viertelstunde, also um 19.00 Uhr, bei uns. Ich rufe V. an, wann er zu Hause sei, spätestens um 20.00 Uhr, sagt er. S. isst ein bisschen Brötchen mit Quark und roter Marmelade, dann lauern wir hinter der Tür, alle Lichter sind aus, wir beobachten die kommende J. und erschrecken sie ein bisschen, erhalten gewaschene Wäsche von meiner Mutter zurück und natürlich Gummibärchen für S. Dabei verunsichern wir ihn,
ob diese tatsächlich für ihn oder nicht doch für J. oder sogar Mama bestimmt sind. Sicherheitshalber fragen wir am besten mal bei der Oma nach. Diese ist aber nicht da, was für diese Uhrzeit eigentlich erstaunlich ist. Daher telefoniert S. mit seinem Opa, der sonst nie ans Telefon geht. Anschließend gehen wir mit einem todmüden S. nach oben, putzen die Zähne und ziehen ihn für die Nacht um.
Ich schreibe noch ein bisschen an meinem 18. November, während J. S. vorliest. Das Telefon klingelt, ich bin auf dem Dachboden und keinen Nerv nach unten zu hechten. Über den AB höre ich V., er wollte nur sagen, dass er jetzt (19.50 Uhr) losfährt. Aha, dann ist er erst um 20.15 Uhr und nicht um spätestens 20.00 Uhr zu Hause!!
Tatsächlich kommt er um 20.15 Uhr an, wir überlegen, was wir tun sollen, J. hatte vorhin beiläufig gesagt, sie hätte auch Lust Pizza mit uns zu bestellen. Also fahren V. und ich nach einigem Hin und Her zur R.-Passage, ziehen Geld am Automaten und gehen durch die Passage hintenrum zur Pizzeria, die eigentlich keine richtige Pizzeria ist, sondern vielmehr eine Pizza-Service-Zentrale. Alles sieht etwas schäbig aus. Es ist Freitagabend und zwei Telefone werden gleichzeitig bedient. Für J. bestellen wir einen Salat ohne Zwiebeln und Oliven, sonst mit allem und Joghurt-Dressing. Pizzabrötchen haben sie nicht, stattdessen bietet man uns Pizzabrot an. Dann eben das. V. möchte Nudeln in (kotz) Gorgonzola-Soße, Calzone für mich mit Thunfisch, Peperoni und Schafskäse. 25 Minuten müssten wir warten, wird uns gesagt. Wir nehmen auf primitiven Stühlen in dieser primitiven Pizza Platz und lesen solange die Klappspeisekarte, die natürlich auch keine richtige Speisekarte ist, sondern ein kleines Heftchen mit dem Angebot, das eben ein Pizza-Service hat. Dabei bekommen wir noch den Abspann von „Siska“ mit, der über den an der Decke
aufgehängten Fernseher läuft. Meine Calzone ist als erstes fertig und wird auf die Arbeitsplatte gestellt, wo sie ungefähr eine Viertelstunde steht, Lecker, kalte Pizza. 19,80 € müssen wir nach 20 Minuten Warten für alles bezahlen. Auch nicht so ganz billig, sind immerhin fast 40 DM. Am Auto angekommen kommt mir unsere Plastiktüte etwas leer vor, wir überprüfen den Inhalt, aha, die Nudeln haben sie vergessen, also gehen wir noch mal zurück und holen sie.
Zu Hause hat J. schon den Tisch gedeckt. Ich mache den Vorschlag, Sekt auf unser neues Haus und überhaupt zu trinken. J. meint, wir bräuchten dafür keine Sektgläser, normale täten es auch, was ich aber etwas blöd finde.
Beim Essen erzählt J. von den Eigentumswohnungen, die sie in der letzten Zeit besichtigt hat und von denen sie eine zu kaufen gedenkt oder vielleicht doch nicht. Sie weiß es noch nicht. Von zwei Wohnungen zeigt sie uns Fotos, die sie auf ihrem Laptop gespeichert hat. Dabei essen wir Negerküsse, ich aber nicht, sondern Mausespeck, der nach Vanille schmecken soll und so viel Italienisches auf der Verpackung stehen hat.
Um 23.00 Uhr gehe ich dann ins Bett, todmüde.