Geschlecht: weiblich
Geburtsjahr: 1974
Familienstand: ledig
Wohnort: Kamen
Beruf: Kosmetikerin


Mein Tag am 18. November 2005

Mein Wecker klingelt morgens um 5:45 Uhr, mein Tag beginnt früh und dauert lang, ich kümmere mich um meine Firma, die Firma meines Freundes, unseren gemeinsamen Haushalt und derzeit exakt 7 Haustiere! Frühmorgens beim Aufstehen verfluche ich manchmal diesen Alltag, aber wenn alles klappt, gut läuft und funktioniert ist mein „Erfolgsgefühl“ einfach grandios und das entschädigt mich für vieles!

An diesem Morgen bin ich etwas angeschlagen, habe nicht so rechte Lust ... Im Moment fechte ich mit dem Vorbesitzer meines Kosmetikstudios einen gerichtlichen Kampf aus. Mir wurden Klauseln im Kaufvertrag untergejubelt, deren Auswirkung ich mir im Vorfeld nicht bewusst war. Dieser Kampf dauert nun schon fast 3 Jahre an und so langsam spitzt sich alles zu ... schlägt mir sehr auf die Laune und ich muß hart dran arbeiten um mich zu motivieren. Beim Duschen sage ich mir immer „Heute schreibst Du einen Wahnsinnsumsatz!“ Das motiviert ungemein!! Nach dem Duschen creme ich mich komplett ein, ich liebe diese Körperpflege und duftenden Cremes und Lotionen, das bringt mich voran und ich fühle mich schon erheblich besser!

Danach laufe ich wie immer in die Küche und koche für meinen Freund Kaffee. Diesen kriegt er jeden Morgen ans Bett serviert denn ohne steht dieser Morgenmuffel nicht auf! Ich bin da anders, bin immer recht früh wach und fit, auch am Wochenende! Der Tag ist dann noch jung und nix schlimmes ist passiert!
Beim Haareföhnen überlege ich wie mein Tag heute verlaufen könnte und was noch zu tun ist; heute ist Freitag, da habe ich Dienst in meinem eigenen Studio in A., dort arbeite ich 3 Tage die Woche und die anderen 3 Tage arbeite ich in der Firma meines Freundes im Büro – das schafft uns beiden Beziehungszeit! Ich überlege welche Kunden mich heut erwarten, ob diese nett sind oder welche von den Pappenheimern :-)! Nachdem Make-up und Frisur mehr oder weniger sitzen gehe ich ins Schlafzimmer und scheuche Thyson unseren Hund auf, der legt sich immer in mein Bett sobald ich aufstehe!
Nun machen wir zwei unsere Morgenrunde, ca. 3 km zum Brötchen holen! Kalt heute! So langsam wird´s Winter, aber irgendwie ergreift mich noch nicht die Weihnachtsstimmung!
Hier in K. haben viele schon ihre Weihnachtsbeleuchtung an den Fenstern. Mehr als in A., aber irgendwie sind die Leute hier auch anders. Unser Weg ist jeden Morgen der gleiche, zum Bäcker und zurück, für Thyson immer jede Menge Spuren von Katzen, Hunden und Hasen! Wieder zu Hause angekommen mache ich für uns zwei Frühstück zum mitnehmen, oben poltert es – St. ist aufgestanden! So langsam ist er dann ansprechbar!
Als er angezogen und im Bad fertig ist kommt er runter, trinkt seinen Kaffee aus, Frühstück unter den Arm und los! Sehen werden wir uns erst am späten abend! Nun ist es ca. halb acht!
Ich gucke wie immer noch den letzten Rest von GZSZ, die Wiederholung kommt immer morgens, erledige noch das nötigste im Haushalt und mache mich dann um acht auf den Weg ins Studio; 65 km und meist volle Autobahn! Zwanzig vor neun komme ich in A. an, wie immer, so langsam habe ich kein Heimweh mehr, freue mich aber trotzdem jedes Mal auf A.!
Meine Kundentermine diesen Vormittag sind überschaubar, es ist zwar vor Weihnachten aber irgendwie merkt man doch, dass die Leute ihr Geld zusammenhalten! Soweit verläuft aber alles geregelt ohne störende Zwischenfälle, meine Kunden sind alle nett und zufrieden und so macht die Arbeit doch doppelt Spaß!

Gegen Mittag erhalte ich einen Anruf meiner Anwältin! Ich hatte dem Vorbesitzer des Studios ein Angebot über eine nicht gerade kleine Summe gemacht damit endlich Ruhe in die Sache kommt und wir uns außergerichtlich einigen können. Nun lässt er mir über meine Anwältin mitteilen, dass er diese Summe gerne nimmt, ich aber zugleich das Studio und A. verlassen soll! Frechheit! Der Tag ist gelaufen! Ich bin vollkommen frustriert und sauer und habe kaum mehr Motivation für den Nachmittag!
Frage mich immer wozu ich das alles noch mache! S. meine Mitarbeiterin bekommt den Streß mit und versucht mich zu beruhigen! Schließlich hat ja auch sie Angst um ihren Job!
Meine Anwältin fordert nun eine Antwort und Entscheidung von mir! Ich muß erst mit St. reden... nach unserem Telefongespräch gehts mir noch nicht besser, aber ich bin entschlossen zu kämpfen!
Rufe meine Anwältin an und lasse ihm ausrichten, dass solche Forderungen ja wohl mehr als gegen die guten Sitten verstoßen und ich mich keineswegs auch nur annähernd darauf einlasse. Zahle schließlich kein Kopfgeld auf meinen eigenen Namen! Bin stinkesauer! Auch darüber, dass meine Anwältin nicht von sich aus schon dagegen hält und solche dreisten Forderungen nicht im Keim erstickt. Hatte mich eigentlich auf ein ruhiges Wochenende gefreut! Pustekuchen!!
Der Nachmittag verläuft nun schleppend, bin nicht so ganz bei der Sache und habe auch noch bis fast 20 Uhr Termine! Aber da muß ich wohl durch! Am frühen Nachmittag mache ich mit Thyson einen Spaziergang, frische Luft tut uns beiden gut und ich kann wieder einigermaßen klar denken. So langsam bin ich wieder wach und motiviert!

Der Rest des Tages verläuft gut, meine letzte Kundin ist gut drauf und wir lachen viel während der Behandlung! So langsam gehts mir besser und ich denke nicht mehr ausschließlich an meinen Ärger! Halb acht schließe ich den Laden zu und freue mich drauf zu Hause mit St. die ganze Geschichte besprechen zu können!
Autobahn ist leer, komme gut durch und bin viertel nach acht zu Hause! St. hat schon gekocht und ich kann mich auf die Couch hocken und mir den ganzen Frust von der Seele reden. Er ist meiner Meinung und wird mich auf jeden Fall unterstützten!
Gegen zehn falle ich totmüde ins Bett, schlafe zwar schnell ein aber bin sehr unruhig und nervös, versuche immer mich darauf zu konzentrieren, dass ich träume wie es weitergeht. Denke aber, dass mir das in dieser Nacht nicht gelingen wird ... !!!