Der 18. November in der Geschichte

Der 18. November 2005 ist ein ganz normaler Wochentag, kein Gedenktag und kein öffentlicher Feiertag. Dieser Tag wird sich für die meisten Menschen kaum von vielen anderen Tagen in diesem Jahr unterscheiden. Gerade deshalb ist dieser Termin besonders geeignet, um einen Einblick in das Alltagsleben der Menschen in Westfalen zu geben. Dass wir für den Schreibaufruf einen Freitag im November gewählt haben, hat jedoch seine Gründe: An einem Freitag gehen die Arbeitswoche und das Wochenende ineinander über, was bedeutet, dassberufliche oder schulische Pflichten diesen Tag ebenso prägen wie Familien- und Freizeitleben. Das auf den Freitag folgende Wochenende und die herbstliche Jahreszeit bieten zudem viel Zeit, um sich einmal hinzusetzen und über den 18. November zu schreiben.

In der Geschichte gibt es einige Ereignisse, die mit diesem Termin verbunden sind: Am 18. November 1307 schoss – der Legende nach – Wilhelm Tell einen Apfel vom Kopf seines Sohnes, 1626 wurde nach einer Bauzeit von 120 Jahren der Peterdom in Rom durch Papst Urban VIII. eingeweiht und 1994 erteilte das Europäische Patentamt erstmalig ein Patent für eine gentechnisch veränderte Tomate.
Der 18. November ist auch der Geburtstag einiger Menschen, ohne die die Welt vielleicht nicht so wäre, wie sie heute ist: 1786 wurde der Komponist Carl Maria von Weber geboren, 1787 Jacques Daguerre, der Erfinder der Daguerreotypie, einer Technik, aus der sich die moderne Fotografie entwickelte, 1906 der Schriftsteller Klaus Mann, 1923 Alan Shepard, der 1961 als erster US-amerikanische Astronaut ins All flog und 1971 die Mondmission Apollo 14 leitete. Der 18. November 1928 gilt auch als Geburtstag von Micky Maus, denn an diesem Tag wurde im New Yorker Colony-Theatre „Steamboat Willy“ uraufgeführt, der erste vertonte Trickfilm, in dem Micky Maus die Hauptrolle spielt.
Andere Persönlichkeiten, die unsere Welt geprägt haben, starben am 18. November: 1922 der französische Schriftsteller Marcel Proust, 1962 der dänische Physiknobelpreisträger Niels Bohr und 1982 der deutsche Dramatiker Heinar Kipphardt.

Der 18. November ist bisher in der Geschichte kein besonders wichtiges Datum gewesen. Wenn sich jedoch viele Menschen vom Projekt „Mein 18. November“ begeistern lassen und einen Bericht über diesen Tag verfassen, wird der 18. November 2005 – zumindest für Westfalen-Lippe– ein historisch einmaliger Tag werden – der Tag, an dem die Menschen in Westfalen das Schreiben ihrer Geschichte selbst in die Hand genommen haben.