Bilder „GigaGalaxy Zoom“ im LWL-Museum für Naturkunde zu sehen

Planetarium Münster zeigt gewonnene Bilder aus europaweiten Wettbewerb der ESO

Eintauchen in die Galaxis und abtauchen in die unendlichen Weiten des Alls. Eine einzigartige vergrößerte Ansicht in unsere Milchstraße ist im LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu erleben.

Das LWL-Museum für Naturkunde präsentiert seit dem 2. Februar 2010 drei hochauflösende Wandbilder des Sternenhimmels. Sie bieten einen weltweit einzigartigen Panoramablick ins All. Diese Großfotos mit dem Titel „GigaGalaxy Zoom“ wurden veröffentlicht von der Europäischen Südsternwarte ESO.

Dargestellt ist ein 3stufiger Zoom in den Nachthimmel hinein, mit immer höherer Vergrößerung.

Die ESO hat europaweit eine limitierte Auflage von nur 60 Exemplaren dieser Wandbilder im Rahmen eines Wettbewerbs ausgelobt. Europäische Planetarien und Museen sowie Science Center und Naturkundezentren waren zur Beteiligung aufgefordert worden. Das LWL-Museum für Naturkunde mit seinem Planetarium hatte sich darum beworben und den Zuschlag erhalten. Die Panoramen sind seitdem über dem Ein- bzw. Ausgang des Planetariums zu sehen. Sie ergänzen dort in besonderer Weise das bereits seit langem ausgestellte „Porträt der Milchstraße“. Dieses großformatige Gemälde zeigt - mit den Augen des Künstlers - wie unsere Milchstraße von außerhalb betrachtet erscheinen würde. Die ESO-Bilder stellen dieser Außenansicht den Anblick der Milchstraße aus unserer irdischen Innenansicht gegenüber.

Reise in den Kosmos

Die europäische Südsternwarte ESO hat die Zoom-Ansicht in unsere Milchstraße als Projekt des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 durchgeführt. Das Projekt ermöglicht einen ganz neuen Blick auf die Geheimnisse des Nachthimmels. Zunächst zeigt es den Himmel so, wie er mit bloßem Auge erscheinen würde und dann wird ein vergrößerter Anblick auf bestimmte Objekte ermöglicht.

Gemeinsam bieten die Bilder eine Reise in den Kosmos. Startpunkt ist eine eindrucksvolle Panoramaansicht des gesamten Nachthimmels, wie er einem Beobachter in einer der dunkelsten Wüsten der Erde mit bloßem Auge erscheint. Die Stationen der Reise verbinden den für jedermann sichtbaren Nachthimmel mit Detailansichten bei hoher Vergrößerung, wie sie zum Arbeitsalltag der Profi-Astronomen gehören. Die beeindruckende Qualität der Bilder zeigt die Schönheit des Nachthimmels über den ESO-Standorten in Chile, den produktivsten astronomischen Observatorien weltweit.

 

Panoramaansicht der Milchstraße

Das erste Bild zeigt eine Panoramaansicht der Milchstraße, so wie sie von den besten Sternenbeobachtungsorten der Welt aus zu sehen ist. Es handelt sich um ein 800-Millionen-Pixel-Panorama. Das Bild wurde aufwändig aus über 1200 einzelnen Fotos zusammengesetzt. Die Einzelbilder wurden vom Astro-Fotografen Serge Brunier mit einer handelsüblichen Digitalkamera des Typs Nikon D3 aufgenommen, ganz ohne Fernrohr – denn das Bild soll die Milchstraße ja genau so zeigen, wie es dem menschlichen Auge ohne Hilfsmittel unter optimalen Bedingungen erscheint. Aufnahmeorte waren der Berg Paranal in Chile, der Standort des Very Large Telescope der ESO – eines der besten Teleskope der Welt – und der Gipfel der Kanaren-Insel La Palma, ebenfalls Standort einiger der weltbesten Sternwarten.

Einblick in die Milchstraße

Im zweiten Bild wird ein kleiner Ausschnitt des ersten Bildes, ein Teilbereich der Milchstraße, vergrößert dargestellt – etwa so, wie er durch ein kleines Fernrohr erscheinen würde. Dieses besonders farbenfrohe Bild wurde durch den Astro-Fotografen Stéphane Guisard hergestellt. Er fotografierte durch ein kleines Fernrohr der Art, die unter Hobby-Sternguckern verbreitet ist. Auch dieses Bild, ein 340-Millionen-Pixel-Panorama, wurde aus über 1200 Einzelfotos zusammengesetzt. Für die Aufnahmen musste der Fotograf einen ganzen Monat lang Nacht für Nacht an seinem Teleskop verbringen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Mit hervorragender Bildschärfe und Farbfülle ist ein Bereich der Milchstraße um die Sternbilder „Schütze“ und „Skorpion“ zu sehen, eine an auffälligen Details besonders reiche Himmelsgegend. Bei näherem Betrachten offenbaren sich faszinierende Einzelheiten wie Sternenhaufen, Staubnebel, die sich als dunkle Silhouetten vor der hellen Milchstraße abzeichnen, und rötlich leuchtende Gaswolken.

Gaswolken im Band der Milchstraße

Das dritte Bild zeigt eine dieser Gaswolken, den sogenannten „Lagunen-Nebel“, als Panorama-Vergrößerung. Diese rot leuchtende Wasserstoff-Wolke liegt fast 5.000 Lichtjahre entfernt in Richtung des Sternbilds Schütze, mitten im Band der Milchstraße. Angefertigt wurde das Bild durch eines der großen Forschungsteleskope der ESO, das „MPG/ESO 2,2-Meter-Teleskop“ am Observatorium La Silla in Chile. Es ist mit einer 67-Megapixel-Kamera ausgerüstet, eine der besten Kameras dieser Art in der Welt. Mehrere Aufnahmen mit dieser Kamera waren nötig, um die Nebelwolke als riesiges Mosaik abzubilden.

 

Europäischen Südsternwarte

Die ESO ist ein Zusammenschluss 14 europäischer Länder zur astronomischen Forschung. Sie betreibt in Chile zwei der größten Observatorien der Erde: Das berühmte „Very Large Telescope“ und die ältere Sternwarte „La Silla“. Zur Zeit plant die ESO ein neues Projekt: 2018 will sie das größte Teleskop der Welt in Dienst stellen, das mit einem Spiegeldurchmesser von 42 Metern alles bisher vorstellbare in den Schatten stellen soll. Die ESO ist damit weltweit führend in der astronomischen Forschung, und die oft farbenfrohen Bilder ihrer Großteleskope sind ebenso beeindruckend wie die berühmten Fotos des NASA-Weltraumteleskops „Hubble“.