NEWS! Atlas der Säugetiere NRWs online

Heimische Arten und ihr Vorkommen im Lande

  • Der „Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens“ ist jetzt online gegangen.

  • Der Atlas zeigt auf Basis von Topographischen Karten das Vorkommen heimischer Säugetierarten, hier die Wildkatze.

  • Die Rötelmaus ist die typische Wühlmaus in Wäldern, Gebüschen und Hecken. Auch ihr wurde ein Kapitel gewidmet.

  • Als ursprünglicher Steppenbewohner und Kulturfolger besiedelt der Feldhase in NRW vor allem die landwirtschaftlich genutzten Tieflandbereiche.

  • Der Online-Atlas informiert über jede wild in Nordrhein-Westfalen vorkommende Säugetierart, wie hier über die Gelbhalsmaus.

  • Der Rotfuchs ist von den mittelgroßen Raubsäugern in NRW die am weitesten verbreitete und häufigste Art.

In Nordrhein-Westfalen kommen derzeit 73 wildlebende Säugetierarten vor. Diese sowie einige nur sporadisch auftretende Arten werden im neuen „Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens“ vorgestellt. Der Online-Atlas (saeugeratlas-nrw.lwl.org) wurde am 17. Januar 2015  bei einer säugetierkundlichen Tagung im LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) für die Öffentlichkeit freigeschaltet.

Teilnehmer der Tagung der AG Säugetierkunde NRW mit Freischaltung des Atlasses am 17.1.2015 in Münster.

Neben einem informativen Artsteckbrief und einer Bildergalerie zeichnet sich dieses Online-Angebot vor allem durch interaktive Verbreitungskarten aus. Der Nutzer kann sich über das Vorkommen aller nordrhein-westfälischen Säugetiere informieren. Der Atlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Säugetierkunde NRW. Diese Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss aus ehrenamtlichen Säugetierkundlern und Vereinen, dem Landesamt für Natur-, Umwelt und Verbraucherschutz in NRW, dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn und dem LWL-Museum für Naturkunde in Münster. „Der Atlas der Säugetiere wurde durch die Arbeit vieler hundert ehrenamtlicher Naturkundler möglich“, sagt Dr. Jan Ole Kriegs, Zoologe des LWL und Koordinator des Projektes. „Diese haben ihre Beobachtungen und Funde den Projektpartnern übermittelt und auf diese Weise das Fundament für den Atlas gelegt.“

Der Atlas wird als wachsendes Projekt verstanden und ist auf die Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch auf Zufallsbeobachtungen durch sachkundige Bürger angewiesen. „Deshalb werden Säugetierfunde aller Art weiterhin gern entgegengenommen“, sagt Dr. Henning Vierhaus, Säugetierspezialist aus Bad Sassendorf. Sein Fachkollege Holger Meinig aus Werther ergänzt: „Sowohl häufige Arten wie Maulwurf, Reh oder Kaninchen sind interessant für uns als auch seltenere wie die Bechsteinfledermaus oder gar Wolf und Wildkatze.“ In einigen Jahren soll der Atlas auch in Buchform erscheinen.

Schon viele Jahre im Vorfeld wurde mit der Arbeit begonnen. Einzelne Arten, wie etwas die Wildkatze, über deren aktuelle Verbreitung es noch viele Wissenslücken gibt, werden gezielt untersucht. Die Wildkatze war bei uns im Lande noch im 19. Jahrhundert weit verbreitet. Sie wurde dann aber verfolgt und großflächig ausgerottet. Unter anderem in der Eifel hat sie überlebt und breitet sich seit einigen Jahren wieder aus. „Wir konnten sie unter anderem im Stadtforst Brilon nachweisen.“, sagt der Museumszoologe Kriegs. „Auch in vielen anderen Teilen des Sauer- und Siegerlandes, sowie im Weserbergland ist sie wieder heimisch.“

Fakten und Geschichten über die verschiedenen Säugetiere Nordrhein-Westfalens gibt es jetzt, für jeden Interessierten frei verfügbar, unter dieser Adresse zu finden: www.saeugeratlas-nrw.lwl.org

Forschung

Fischotterforschung


Zoologie - Wirbeltiere

Als ein Beispiel zur Forschung, welche im LWL-Museum für Naturkunde in Münster betrieben wird, sollen hier neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse zum Fischotter vorgestellt werden.

Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beteiligt sich an der Erforschung von der Verbreitung und der Biologie der heimischen Wirbeltiere. Unter anderem wird derzeit an einem Verbreitungsatlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens (NRW) gearbeitet.

Im Rahmen dieses Projektes wird auch der Fischotter Lutra lutra untersucht. Die Art ist erst vor kurzem wieder in Westfalen eingewandert, nachdem sie Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben war.
 

Drei Veröffentlichungen zu dem Thema finden Sie hier:

Fischotternachwuchs

Forschungsergebnisse des LWL-Museums für Naturkunde zeigen: Fischotternachwuchs tollt durchs Münsterland

Filmischer Nachweis in Westfalenausstellung zu sehen

Nach der Ausrottung des Fischotters in Nordrhein-Westfalen (NRW) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in NRW für Jahrzehnte keine Otter mehr. Als dann im Jahre 2009 überraschend zwei Fischotter im Münsterland dem Straßenverkehr zum Opfer fielen, wurden Wissenschaftler hellhörig. Eine Arbeitsgruppe des LWL-Museums für Naturkunde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Biologischen Station im Kreis Recklinghausen untersucht seitdem kontinuierlich mögliche Vorkommen zurückgekehrter Tiere. So konnten die Zoologen dann auch tatsächlich im zentralen und westlichen Münsterland eine kleine Population des Fischotters wiederentdecken. Die Art kehrt also seit kurzem zurück ins Münsterland.

Die Tiere vermehren sich erfolgreich. „Schon im dritten Jahr in Folge konnten wir an einem Bach eine Ottermutter mit Jungtieren nachweisen“ sagt Dr. Jan Ole Kriegs, Zoologe am LWL-Museum für Naturkunde. „Wir konnten diese Tiere mithilfe unserer versteckten Kamera fotografieren“, erklärt Kriegs. Wahrscheinlich gibt es auch an verschiedenen anderen Gewässern schon Nachwuchs. Das LWL-Museum für Naturkunde hat aus diesem Anlass seine Themenausstellung „Westfalen im Wandel“ aktualisiert und stellt den Fischotter etwas genauer vor. Aus dem „ausgestorbenen“ Fischotter wurde außerdem ein „Rückkehrer“.

Im Museum und auf der Museumswebseite ist ab sofort ein Film über die Fischotter im Münsterland zu sehen, der die aktuellsten Forschungsergebnisse erläutert und Aufnahmen der Rückkehrer enthält. Ein Fischotter-Präparat wurde in ein Uferdiorama der Ausstellung gesetzt. Der durch die Präparatorin Sandra Fünfstück präparierte Otter wurde ein Opfer des Straßenverkehrs im brandenburgischen Spreewald. Er wurde dem Museum durch die Verwaltung des dortigen Biosphärenreservates zur Verfügung gestellt. Neben dem Diorama sind Belegfotos im Münsterland lebender Fischotter zu bewundern. Diese wurden mit Hilfe von Fotofallen des Museums nachgewiesen. "Wir bemühen uns, dem Besucher durch solche Originalaufnahmen Einblicke zu geben, wie man nachtaktive und heimliche Tiere mittels Fotofallen nachweisen kann." sagt der Wirbeltierzoologe.

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