Forschung

Fischotterforschung


Zoologie - Wirbeltiere

Als ein Beispiel zur Forschung, welche im LWL-Museum für Naturkunde in Münster betrieben wird, sollen hier neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse zum Fischotter vorgestellt werden.

Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beteiligt sich an der Erforschung von der Verbreitung und der Biologie der heimischen Wirbeltiere. Unter anderem wird derzeit an einem Verbreitungsatlas der Säugetiere Nordrhein-Westfalens (NRW) gearbeitet.

Im Rahmen dieses Projektes wird auch der Fischotter Lutra lutra untersucht. Die Art ist erst vor kurzem wieder in Westfalen eingewandert, nachdem sie Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben war.
 

Drei Veröffentlichungen zu dem Thema finden Sie hier:

Fischotternachwuchs

Forschungsergebnisse des LWL-Museums für Naturkunde zeigen: Fischotternachwuchs tollt durchs Münsterland

Filmischer Nachweis in Westfalenausstellung zu sehen

Nach der Ausrottung des Fischotters in Nordrhein-Westfalen (NRW) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in NRW für Jahrzehnte keine Otter mehr. Als dann im Jahre 2009 überraschend zwei Fischotter im Münsterland dem Straßenverkehr zum Opfer fielen, wurden Wissenschaftler hellhörig. Eine Arbeitsgruppe des LWL-Museums für Naturkunde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Biologischen Station im Kreis Recklinghausen untersucht seitdem kontinuierlich mögliche Vorkommen zurückgekehrter Tiere. So konnten die Zoologen dann auch tatsächlich im zentralen und westlichen Münsterland eine kleine Population des Fischotters wiederentdecken. Die Art kehrt also seit kurzem zurück ins Münsterland.

Die Tiere vermehren sich erfolgreich. „Schon im dritten Jahr in Folge konnten wir an einem Bach eine Ottermutter mit Jungtieren nachweisen“ sagt Dr. Jan Ole Kriegs, Zoologe am LWL-Museum für Naturkunde. „Wir konnten diese Tiere mithilfe unserer versteckten Kamera fotografieren“, erklärt Kriegs. Wahrscheinlich gibt es auch an verschiedenen anderen Gewässern schon Nachwuchs. Das LWL-Museum für Naturkunde hat aus diesem Anlass seine Themenausstellung „Westfalen im Wandel“ aktualisiert und stellt den Fischotter etwas genauer vor. Aus dem „ausgestorbenen“ Fischotter wurde außerdem ein „Rückkehrer“.

Im Museum und auf der Museumswebseite ist ab sofort ein Film über die Fischotter im Münsterland zu sehen, der die aktuellsten Forschungsergebnisse erläutert und Aufnahmen der Rückkehrer enthält. Ein Fischotter-Präparat wurde in ein Uferdiorama der Ausstellung gesetzt. Der durch die Präparatorin Sandra Fünfstück präparierte Otter wurde ein Opfer des Straßenverkehrs im brandenburgischen Spreewald. Er wurde dem Museum durch die Verwaltung des dortigen Biosphärenreservates zur Verfügung gestellt. Neben dem Diorama sind Belegfotos im Münsterland lebender Fischotter zu bewundern. Diese wurden mit Hilfe von Fotofallen des Museums nachgewiesen. "Wir bemühen uns, dem Besucher durch solche Originalaufnahmen Einblicke zu geben, wie man nachtaktive und heimliche Tiere mittels Fotofallen nachweisen kann." sagt der Wirbeltierzoologe.

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