Ein Riese unter Riesen - Pottwal

In der neuen Ausstellung "Dinosaurier - die Urzeit lebt!" trifft der Besucher auf einen Pottwal. Es handelt sich um das 1.300 Kilogramm schwere Skelett des Pottwals, der 2011 vor der Küste Schleswig-Holsteins gestrandet war. Er wurde vom LWL-Chefpräparator Werner Beckmann geborgen und präpariert.

Für die Dino-Schau ist das Skelett nun montiert. Dabei stellten die frei schwebende Konstruktion des Skeletts und das enorme Gewicht der Knochen Beckmann vor eine besondere Herausforderung. Anschließend wurde das fertig montierte Skelett in Höhe der Besucher aufgehängt. "Das haben wir bewusst so gemacht", sagt Hübner und erläutert: "Blinde und sehbehinderte Menschen sollen das Exponat im Rahmen von museumspädagogischen Programmen anfassen und so eine Vorstellung von der Größe eines derartigen Tieres entwickeln können."

Pottwal war bereits Teil der Sonderausstellung "Wale-Riesen der Meere"

  • Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde tranpsortieren den Schädel ins Museum.

  • Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde tranpsortieren den Schädel ins Museum.

  • Die Mitarbeiter des LWL- Museums für Naturkunde tranpsortieren den Schädel ins Museum.

  • Der Präparator Werner Beckmann setzt die einzelnen Wirbelknochen zusammen.

  • Probeweise ausgelegt wurde das Pottwalskelett bereits einmal vor dem Verladen in Stralsund. Präparator Werner Beckmann und sein Team kontrollierten dabei, ob alle Knochen vorhanden sind.

  • Ein Teil der Knochen des Pottwalbullen, hier eine Rippe, mussten im LWL-Museum für Naturkunde noch bearbeitet werden, bevor der Wal in die Aus-stellung integriert werden konnte.

Ende November 2012 kam nach über einem Jahr Präparationsarbeit das Skelett eines Pottwals, der 2011 vor der Küste Schleswig-Holsteins gestrandet war, in der Wal-Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde in Münster an. Die einzelnen Knochen waren nicht zu einem aufgestellten Skelett zusammengesetzt, sondern in einer Inszenierung im "Einstimmungssaal" zur Ausstellung zu sehen. Dort lag der Wal als Skelett wie in der Natur auf den Meeresboden gesunken, als Futter für andere Tiere.

Der zoologische Chefpräparator des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Werner Beckmann, hatte mit seinem Team, unterstützt von Kollegen des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, die einzelnen Knochen des Wals zunächst entfleischt, abgespült und danach dreimal gewaschen, um die Knochen vom Fett zu befreien. Die Knochen des Pottwalbullen wurden dazu in einen speziellen Großraumcontainer (vergleichbar mit denen auf Transportschiffen, Maße ca. 10x2,5x2,5 Meter) gelegt, der für die Entfleischung und Entfettung von großen Tieren gedacht ist.

Anschließend mussten die Knochen des vermutlich 20 Jahre alten und 15 Meter langen Tieres zum Teil repariert werden und trocknen. "Wir haben insgesamt ein Jahr gebraucht, vom Fund im November 2011 bis zum Einbau in die Ausstellung im November 2012. In dieses Projekt haben wir insgesamt über 450 Arbeitsstunden hineingesteckt", sagt der Chefpräparator aus Münster.

Das Pottwalskelett besteht aus etwa 140 Knochen mit Kopfknochen sowie Oberkiefer und Unterkiefer. Auch konnten 51 Zähne im Unterkiefer und 12 Zähne im Oberkiefer geborgen werden. Diese Elfenbeinzähne wurden zwischenzeitlich im LWL-Museum abgeformt und Nachbildungen hergestellt, die dann dem Pottwal eingesetzt wurden.

Der Wal wog zu Lebzeiten zirka 30 Tonnen. Jetzt bringen seine Knochen immerhin noch eine Tonne auf die Waage. Allein der Kopf wiegt zwischen 600 und 700 Kilo, er ist 4,5 Meter lang, 1,9 Meter breit und 1,56 Meter hoch.

Das LWL-Museum für Naturkunde hatte bei der Präparation des Pottwals Hilfe von Walexperten und Museumskollegen: Dr. Harald Benke, Uwe Beese und sein Team vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund, Dr. Gerd Meurs-Scher und Kollegen des Nationalparkzentrum "Multimar Wattforum", Stefan Möller und sein Bauhofteam vom Meldorfer Hafen, Lina Weirup, Thyge Jensen, Svend Tougaard, Holger Bittlinger, Gert Rosenbohm, Marko Hoffnauer, Dr. Ilka Hasselmeier und die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) Büsum, Dr. Thomas Borchardt, Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Nationalparkverwaltung sowie viele namentlich nicht bekannte Helferinnen und Helfer.

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