Präparatorin modelliert kleinsten Dinosaurier

"Dexi" erobert das Herz von Svenja im Flug

Vorskizzen von "Dexi". Foto Copyright Fialla, LWL

Die Dinosaurier sind zurück im LWL-Museum für Naturkunde.

Höhepunkte der Dino-Schau sind die nach neuesten Forschungsergebnissen rekonstruierten Modelle von kleinen Raubdinosauriern - mit einem prächtigen Federkleid.
Die präparationstechnische Volontärin beim LWL, Svenja Hold, hat bei den Vorbereitungen für die Rückkehr der Riesen mitgeholfen.

Wicklung des Körpers aus Holzwolle und Faden. Foto Copyright Fialla, LWL

Für die Ausstellung hat Hold u.a. das Modell eines sehr kleinen, mindestens 152 Millionen Jahre alten Dinosauriers angefertigt. Sie hat den etwa taubengroßen Dinosaurier "Dexi" getauft, abgeleitet von seinem Namen Epidexipteryx.

Ausformung des Körpers mit Knetharz. Foto Copyright Fialla, LWL

Der 22 Zentimeter hohe und 45 Zentimeter lange Dinosaurier ist nicht zu unterschätzen. Spitze, nach vorne geneigte Zähnchen schauen aus seinem Maul. Hold erklärt: "Vom Körperwuchs gehört er zu den kleinsten Dinosauriern weltweit. Aber er war ein Raubsaurier und hat genauso wie seine großen Verwandten andere Tiere gefressen, vermutlich Insekten oder kleine Wirbeltiere."

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Federn unterschiedlicher Vögel & Taubenfüße wurden genutzt. Foto Copyright Fialla, LWL

Für das Modell, von der Rohform bis zur Befiederung und Bemalung benötigte die junge Präparatorin rund drei Monate. Hold: "Das Besondere an Dexi: Er ist fast am ganzen Körper befiedert und trägt vier auffällig verlängerte Federn am Schwanz. Fliegen konnte er allerdings nicht. Außerdem hat er erstaunlich lange Finger, mit denen er zu Lebzeiten wahrscheinlich nach Insekten gefischt hat und an Bäumen hochklettern konnte."

Eingefärbte Federn wurden einzeln angebracht. Foto Copyright Fialla, LWL

Das Modell folgt wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein versteinerter Skelettfund aus dem Mittel- bis Oberjura wurde vor einigen Jahren in China ausgegraben und geborgen. Damit dürfte der Saurier etwa zwischen 167 und 152 Millionen Jahre alt sein. Die wissenschaftlichen Daten der Gesteinsplatte dienten der Präparatorin als Vorlage. Neben den Fossilfunden nutzte die LWL-Mitarbeiterin Fotos von Skeletten oder Rekonstruktionen aus Büchern und dem Internet sowie Vorlagen von heute lebenden Tieren. Die Präparatorin hat damit das gemacht, was der rote Faden der neuen Dino-Ausstellung sein wird: Sie ist dem Prinzip des "Aktualismus" gefolgt und hat von heute lebenden Tieren Rückschlüsse auf ausgestorbenen Tiere gezogen.

Das fertige Modell. Foto Copyright Fialla, LWL

Svenja Hold erklärt: "Ich habe so ein befiedertes Raubsauriermodell zuvor noch nie hergestellt. Daher war das für mich eine besondere Herausforderung. Die Körperproportionen, die nach vorne geneigten Zähne, seine unförmigen, riesigen Beine und Arme, all das sollte stimmig sein." In der Ausstellung wird der kleine Dinosaurier die Besucher in einer Vitrine aus einer kleinen Waldszene heraus von einer etwas angehobenen Position auf einem Baumstamm direkt anschauen. "Dexi wird mit weit aufgesperrtem Maul zu sehen sein. Ich habe mir überlegt: Wenn er schon so klein ist, dann soll er die Besucher quasi anschreien und dadurch ihre Aufmerksamkeit erregen." Die LWL-Mitarbeiterin wird die Vitrine in den nächsten Wochen bis zur Ausstellungseröffnung selbst bestücken und ihr Projekt vollenden.

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Hintergrund zur Ausstellung

Die Ausstellung "Dinosaurier - Die Urzeit lebt!" ist seit dem 26. September im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen. Auf einer Fläche von über 850 Quadratmetern erfahren Besucher Spannendes zum Leben und zur Evolution von Dinosauriern und anderen Tieren der Urzeit. Begleitend zur Ausstellung bietet das LWL-Museum ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen für Kinder und Jugendliche. Abgerundet wird das Angebot durch Führungen für Erwachsene, literarische Rundgänge (ab Januar 2015) durch die Ausstellung sowie Begleitvorträge.

 

LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
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Telefon 0251.591-6050
(Mo-Fr 8.30-12.30 Uhr | Mo-Do 14.00-15.30 Uhr)