Raubsaurier mit Jungtieren und Nest im LWL-Museum für Naturkunde

Für Dino-Ausstellung wird seltenes Modell mit Federn angefertigt

Citipati. Foto Copyright Oblonczyk, LWL
Citipati und Präparatorin Fairbanks-Freund . Foto Copyright Oblonczyk, LWL

Die Dinosaurier haben das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zurückerobert. Die Modelle von kleinen Raubdinosauriern, die mit einem prächtigen Federkleid ausgestattet sind, stellen die Höhepunkte der Dino-Schau dar. Eigens für diese Ausstellung fertigte die angehende Präparationstechnikerin Tandra Fairbanks-Freund ein 1,80 Meter langes sowie 1,20 Meter breites und hohes Modell eines Raubdinosauriers (Citipati osmolskae) sowie Modelle zweier Jungtiere an.

Dino-Jungtiere in Eiern. Foto Copyright Oblonczyk, LWL

Die Tiere werden gemeinsam in einem Nest in der Ausstellung zu sehen sein. Citipati gehört zu den wenigen Dinosaurier-Arten, bei denen Wissenschaftler das Brutverhalten rekonstruieren konnten. Als Vorlage für das Modell diente der 28-jährigen LWL-Mitarbeiterin unter anderem ein Foto, das einen aus der Wüste Gobi stammenden fossilen Fund eines Citipati zeigt, der vor zirka 80 Millionen Jahren lebte und auf seinen Eiern hockt. Forscher interpretieren den Fund als ein Elterntier, das die Eier bebrütete, als es starb. Im Nest lagen über 20 der bis zu 18 Zentimeter langen ovalen Eier in mehreren Ringen übereinander. Dabei waren die Embryonen in den Eiern teilweise noch erhalten.

Nandu-Federn wurden einzeln in die Oberfläche des Modells eingefügt. Foto Copyright Oblonczyk, LWL

Bei der Herstellung des Modells war vor allem Einfallsreichtum gefragt. Nach intensiver Recherche begann Fairbanks-Freund im Februar damit, den Kopf des Elterntieres sowie Jungtiere und Eier aus Ton zu modellieren, um daraus eine Silikonform abzuformen und im Anschluss aus Kunststoff oder Gips Abgüsse herzustellen.Aus einem Block Styropor schnitzte sie den eigentlichen Körper des Elterntieres. Die Hände des Citipati modellierte die Präparatorin aus Knetmasse. Die Grundlage für seine Füße bildete der Abguss eines Laufvogels. Das Ganze wurde mit Pappmaché überzogen, um eine glatte Oberfläche zu erhalten. Fairbanks-Freund setzte dem Modell in mühevoller Kleinarbeit Federn ein. Diese Federn entstammen einem alten Nandu-Präparat (südamerikanischer Laufvogel)und wurden einzeln oder auch in ganzen Hautpartien an das Modell mit Holzleim angeklebt.

Das fertige Modell. Foto Copyright Oblonczyk, LWL

"Die Federn anzubringen war schwierig, da wir keine aktuelle Vorlage hatten, nach der ich mich richten konnte." berichtet Fairbanks-Freund. "Die Farbe der Federn habe ich mit einer Airbrush-Pistole aufgetragen." Das restliche Modell sowie Eier und Jungtiere wurden mit Acrylfarben coloriert, deren Farbton denen eines Adlerbussards nachempfunden sind. Die Schuppen an Kopf und Beinen des Citipati zeichnete Fairbanks-Freund einzeln auf das Modell auf. Abschließend fertigte die Präparatorin das Nest des Dinosauriers aus Maschendrahtzaun sowie in Gips getränkten Kartoffelsäcken und beklebte dieses mit Sand.

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Hintergrund zur Ausstellung

Die Ausstellung "Dinosaurier - Die Urzeit lebt!" ist seit dem 26. September im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen. Auf einer Fläche von über 850 Quadratmetern erfahren Besucher Spannendes zum Leben und zur Evolution von Dinosauriern und anderen Tieren der Urzeit. Begleitend zur Ausstellung bietet das LWL-Museum ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen für Kinder und Jugendliche. Abgerundet wird das Angebot durch Führungen für Erwachsene, literarische Rundgänge (ab Januar 2015) durch die Ausstellung sowie Begleitvorträge.

 

LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
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